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Universität und Universitätsklinikum Heidelberg starten neues Projekt für übergewichtige Kinder

Viele übergewichtige Kinder und Jugendliche haben bereits eine Vorstufe zum Typ-2-Diabetes entwickelt

Manfred Lautenschläger und Günter Reimann-Dubbers fördern einzigartiges Kooperationsprojekt - Das Institut für Sport und Sportwissenschaft, die Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin sowie die Innere Medizin bieten kostenlose Programme mit Bewegungsförderung und Ernährungsberatung an - Am 19. Juli findet die Pressekonferenz zum Start des Projekts statt.

Übergewichtige Kinder der Metropolregion Rhein-Neckar können von einer neuen Kooperation zwischen Universität und Klinikum profitieren. In einem einzigartigen interdisziplinären Projekt werden die Kompetenzen von Experten aus dem Sport, der Ernährungswissenschaft und der Medizin gebündelt. Nach den Sommerferien startet eine bisher in dieser Form noch nicht durchgeführte Studie, mit der langfristige Erfolge bei den teilnehmenden Kindern sowie die Erstellung routinemäßig einzusetzender Programme angestrebt werden.

In einer ersten Gruppe wird eine Sporttherapie angeboten. Sie umfasst zwei Doppelstunden pro Woche nach dem bereits bekannten und etablierten Konzept der Ballschule Heidelberg, das von Prof. Dr. Klaus Roth ins Leben gerufen wurde und bereits langfristig von Manfred Lautenschläger und der Firma Capri-Sonne sowie seit diesem Jahr auch von Dietmar Hopp und der BASF gefördert wird. Im Vordergrund steht, Spaß an körperlicher Aktivität zu finden. Zusammen mit Gleichgesinnten werden Kompetenzen für das Ballspielen erworben. Das spielerische Fitnesstraining wird dabei gar nicht als solches empfunden. Die Wirkungen auf den Gesundheitsstatus werden quasi beiläufig erzielt. Und wer erst einmal mit dem Ball umgehen kann, hat es später leichter, im Verein oder in der Schule ein passendes Angebot für sich zu finden.

In einer zweiten Gruppe erfolgt eine wissenschaftlich fundierte Ernährungsberatung, bei der auf die großen Erfahrungen der Medizinischen Klinik und der Kinder- und Jugendklinik zurückgegriffen werden kann. Eltern und Kinder lernen gesunde und sinnvolle Ess- und Trinkgewohnheiten kennen, die sie dauerhaft aufrechterhalten können. Darüber hinaus wird in einer dritten Gruppe von Kindern das Ballschulprogramm gezielt mit der Ernährungsberatung verknüpft. Über die Zuordnung der teilnehmenden Kinder zu den drei Gruppen entscheidet das Los.

Auf Grund der umfassenden Unterstützung durch die Manfred Lautenschläger-Stiftung und die Günter Reimann-Dubbers-Stiftung ist die Teilnahme an den regulär sehr teuren Kursen für alle Kinder kostenlos. Die Wirkungen der Programme und damit die Fortschritte der Kinder werden auf der Grundlage modernster wissenschaftlicher Diagnoseverfahren analysiert. Die Eltern erhalten am Ende präzise individuelle Daten zum Gesundheits- und Motorikstatus ihrer Kinder. Auch die Kosten hierfür werden von den Förderern komplett übernommen.

Bedeutung des Projekts

Übergewicht ist keine Seltenheit. Etwa 10 bis 15 Prozent der Schulkinder sind betroffen. Die Ursachen sind fast immer Bewegungsmangel und falsche Ernährung. Für die Kinder entstehen durch das Übergewicht häufig Nachteile in ihrem sozialen Umfeld. Sie werden gehänselt und schämen sich für ihr Äußeres. Alarmierender ist es aber, dass durch Adipositas im Kindesalter nachweislich die Risiken für Arteriosklerose, Herzinfarkt oder Schlaganfall im Erwachsenenalter erhöht sind. Zudem hat sich gezeigt, dass bei vielen übergewichtigen Kindern und Jugendlichen bereits eine gestörte Insulinsensitivität vorliegt, eine Vorstufe zum Diabetes mellitus Typ 2. Weitere Einschränkungen werden in der motorischen Entwicklung festgestellt. Da man heute weiß, dass Bewegungsaktivitäten zu besseren kognitiven Lernleistungen führen, zum Beispiel durch eine erhöhte Konzentrationsfähigkeit, stellt der Bewegungsmangel ein bedeutsames gesellschaftliches Problem dar.

Kurse

Die Kurse beginnen nach den Sommerferien. Interessenten können sich ab sofort unter Tel. 06221-544338 oder ballschule@issw.uni-heidelberg.de informieren und anmelden. Wer vorher schon einmal in die Programme hineinschnuppern will, hat am 22. Juli, am 6. und am 23. September die Gelegenheit dazu. An diesen Terminen finden im Institut für Sport und Sportwissenschaft Tage der offenen Tür statt, an denen es Mitmachangebote für Kinder und Informationsveranstaltungen für Eltern gibt.

Diese Pressemitteilung wurde über den - idw - versandt.

zuletzt bearbeitet: 11.07.2006 nach oben

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