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Dem Diabetes auf der Spur

DDS und AG Prävention der DDG evaluieren deutschen Risiko-Fragebogen

In Deutschland leiden Schätzungen zufolge über acht Millionen Menschen an Typ-2-Diabetes. Aber nur etwa sechs Millionen Betroffene wissen von Ihrer Erkrankung. Und viele weitere befinden sich im Vorstadium des Diabetes (Prädiabetes), ohne es zu wissen. Diesen Menschen kann durch eine frühzeitige Entdeckung geholfen werden. Denn nur durch Präventionsmaßnahmen lässt sich die epidemieartige Ausbreitung des Diabetes wirklich wirksam eindämmen.

Daher evaluieren die Deutsche Diabetes-Stiftung (DDS) und die Arbeitsgemeinschaft Prävention des Typ-2-Diabetes der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (AGbP2 der DDG) die deutsche Adaption eines in Finnland entwickelten Fragebogens (FINDRISC).

Tatsächlich ist der Typ-2-Diabetes für eine wirksame Primärprävention prädestiniert, da ein Großteil der Erkrankung durch Lebensstilfaktoren - insbesondere ungesunde Ernährung und mangelhafte Bewegung - bedingt ist und damit durch entsprechende Intervention beeinflussbar.

Vor diesem Hintergrund hat die Deutsche Diabetes-Stiftung gemeinsam mit der AG Prävention der DDG ein Drei-Punkte-Programm zur Diabetes-Prävention vorgestellt: Identifikation der Risikopersonen, Intervention durch Schulungen und kontinuierliche Weiterbetreuung.

Für den ersten Schritt - die Identifizierung von Risikopersonen - wurde am Public Health Institute in Helsinki ein einfacher Fragebogen mit acht Fragen entwickelt und validiert. Er gibt Aufschluss über die persönliche Gefährdung, in den nächsten zehn Jahren an Diabetes zu erkranken.

Die DDS und die AG P2 der DDG haben beschlossen, die positiven Erfahrungen aus Finnland auch für Deutschland zu nutzen. Daher wird zurzeit in einer groß angelegten Studie eine deutsche Version des finnischen Fragebogens evaluiert. Ziel ist es, den Fragebogen im Rahmen einer deutschlandweiten Präventionskampagne zur Identifikation von Risiko-Personen einzusetzen.

Für die Evaluation des Fragebogens werden alle Diabetologen und diabetologisch aktiven Ärzte um ihre Mithilfe gebeten (Durchführung von oralen Glukosetoleranztests im Rahmen der Studie). Interessenten wenden sich bitte an die Geschäftsstelle der Deutschen Diabetes-Stiftung (Tel: 089/579579-0).

zuletzt bearbeitet: 02.05.2005 nach oben

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