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Übergewicht ist bei Kindern und Jugendlichen auf dem Vormarsch!

Aktuelles aus der Praxis der Ernährungsberatung

Mittlerweile leidet jedes fünfte Kind in Deutschland an Übergewicht. Jedes Jahr wächst der Anteil der übergewichtigen Kinder um weitere 0,8 Prozentpunkte, berichtet heute Diplom Oecotrophologin Heike Knöpfel von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik in Bad Aachen.

Gesellschaftssprecher Sven-David Müller empfiehlt daher übergewichtigen Kindern und deren Eltern, an Programmen für übergewichtige Kinder teilzunehmen beziehungsweise sich an Spezialkliniken zu wenden. Ein speziell auf übergewichtige Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren ausgerichtetes Programm ist das "OPTIFAST-Junior-Programm". Dieses interdisziplinäre Programm dauert achtzehn Wochen. Ärzte betreuen die Jugendlichen, weitere Unterstützung erhalten sie durch Ernährungsfachkräfte, Bewegungs- sowie Verhaltenstherapeuten. Die Jugendlichen erlernen ein neues Essverhalten, Strategien zur Rückfallprophylaxe und die Bedeutung von Spaß an regelmäßiger Bewegung.

Eine Spezialklinik für die Langzeitbetreuung von übergewichtigen Jugendlichen ist beispielsweise das Adipositas-Rehazentrum INSULA im Berchtesgardener Land. Von den 20 Prozent der sechs bis 17-jährigen Kinder und Jungendlichen überschreiten sieben Prozent der Mädchen und neun Prozent der Jungen das für ihre Körpergröße mittlere Gewicht um mehr als 25 Prozent. Elf Prozent der Kinder und Jugendlichen dieser Altersgruppe liegen mindestens 15 Prozent über ihrem Referenzgewicht. Diese Zahlen sind alarmierend und geben Anlass zur Einleitung von Gegenmaßnahmen, da sich für die betroffenen Kinder gravierende gesundheitliche Folgen ergeben.

Bereits im Kindesalter können Folgeerkrankungen entstehen; unter anderem Erkrankungen des Stütz- und Halteapparates, Bluthochdruck, Altersdiabetes, Fettstoffwechselstörungen sowie das metabolische Syndrom. Für die Entstehung des Übergewichtes bereits in jungen Jahren gibt es verschiedene Gründe. Unter anderem spielen die Essgewohnheiten und die Esskultur mit einer großen Vorliebe für Fastfood eine entscheidende Rolle. Eine zweite Komponente bildet die zunehmende Bewegungsverarmung der Kinder und Jugendlichen zugunsten hohen Fernsehkonsums oder Computeraktivitäten. Hier ist eine Trendwende dringend notwendig.

Ganz klar zu betonen ist jedoch auch, dass insbesondere einseitige Diäten im Wachstumsalter gefährlich sein können, da sie einen Nährstoffmangel hervorrufen, weshalb sich die Betroffenen oder deren Eltern an Spezialstellen wenden sollten. Zur Vorbeugung von Übergewicht sollten die Eltern jedoch auf eine ausgewogene Ernährung und auf ausreichende Bewegung ihrer Sprösslinge achten. Bei der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik können Betroffene entsprechende Adressen sowie Informationen zum Thema Übergewicht erhalten - werktags von 9:00 Uhr bis 15:00 Uhr unter 0241-9610313.

zuletzt bearbeitet: 07.04.2004 nach oben

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