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Mehr Zufriedenheit bei Ärzten und Patienten

Erste Ergebnisse unter www.patient-als-partner.de

Mehr Information und Transparenz im direkten Arzt-Patienten-Gespräch erhöhen die Zufriedenheit sowohl von Patienten als auch von Ärzten deutlich. Dies zeigen erste Untersuchungsergebnisse des Förderschwerpunktes "Der Patient als Partner im Medizinischen Entscheidungsprozess". Das Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung (BMGS) fördert seit Herbst 2001 zu diesem Thema zehn Projekte mit rund drei Millionen Euro.

"Bei zahlreichen Krankheiten sind mehrere alternative Behandlungswege möglich bzw. können verschiedene Medikamente eingesetzt werden. Soll die Patientin oder der Patient stärker die Eigenverantwortung übernehmen, müssen sich Arzt und Patient als gleichwertige Partner verstehen, die zusammen arbeiten, um ein möglichst gutes Ergebnis zu erzielen", erklärt dazu Bundessozialministerin Ulla Schmidt. Der Arzt muss über die unterschiedlichen Möglichkeiten informieren, die Vor- und Nachteile mit den Betroffenen besprechen und sie an der Entscheidung über die beste Therapie beteiligen. Nur dann wird der Patient sie auch überzeugt und konsequent umsetzen.

Diese Zusammenarbeit erhöht die Zufriedenheit sowohl bei den Patienten als auch bei den Ärzten und sichert den Behandlungserfolg", betont Ulla Schmidt. "Diesen Weg haben wir z. B. bei der Einführung der Disease-Management-Programme eröffnet. Er wird fortgesetzt mit der Gesundheitsreform. Von den geförderten 10 Projekten erwarten wir, dass sie die Umsetzung in den Versorgungsalltag weiter unterstützen und beschleunigen."

Wie der Arzt diese zum Teil schwierigen und komplexen Informationen am besten dem Patienten mitteilt und mit ihm zu einer gemeinsamen Entscheidung kommt, beschreibt das Konzept der sogenannte "Partizipativen Entscheidungsfindung", welches in Amerika und England schon länger unter dem Begriff "shared decision making" bekannt ist. Wie dies bei unterschiedlichen Erkrankungen (beispielsweise Brustkrebs und Schizophrenie) zu realisieren ist, sollen die vom BMGS finanzierten 10 Projekte erproben. Dabei ziehen Ärzte, Wissenschaftler und Patientenvertreter an einem Strang.

Jetzt liegen erste Ergebnisse aus den Projekten vor. Sie präsentieren sich auf einer gemeinsamen Homepage unter www.patient-als-partner.de. Dort finden Patienten, Ärzte und Wissenschaftler neben den Informationen über die Projekte auch weiterführende Informationen und Veröffentlichungen zum Thema. Ein Diskussionsforum lädt ein, Meinungen und Argumente auszutauschen. Die Projektleiter stehen als Ansprechpartner für Fragen zur Verfügung. Aktuell ist auch ein Sammelband mit Darstellungen der Projekte und Ergebnissen erschienen: Fülöp Scheibler, Holger Pfaff (Hrsg.): Shared Decision-Making: Der Patient als Partner im medizinischen Entscheidungsprozess, Juventa, Weinheim, München 2003.

zuletzt bearbeitet: 01.10.2003 nach oben

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