Das unabhängige Diabetes-Portal DiabSite

Home > Aktuelles > Diabetes-Nachrichten > Archive > 2001 > 010618

Verkapselte Zellen bringen Fortschritt für Diabetesforschung

Pressemitteilung: pressetext.austria

Gute Verträglichtkeit des Schweine-Transplantates bei Pavianen

Zellbiologen der Duke Universität ist ein wesentlicher Schritt in der Diabetesforschung gelungen. Ein Forscherteam transplantierte insulinproduzierende Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) von Schweinen in Paviane.

Der Erfolg der Studie liegt laut Forschern darin, dass die Zellen umhüllt wurden und es beim Empfängergewebe zu keiner Abstoßung gekommen ist. Die Methode könne innerhalb der nächsten zwei Jahre in klinischen Versuchen am Menschen erprobt werden. Helfen soll sie vor allem Diabetikern mit einer angeborenen Zuckerkrankheit, wie BBC berichtet. Die Forschungsergebnisse wurden auf der Konferenz der International Pancreas and Islet Transplant Association in Innsbruck präsentiert.

Die Forscher umhüllten die sogenannten Langerhans'schen Inselzellen des Schweinepankreas, die das Hormon Insulin produzieren. Die Zellen wurden mit speziellen Kohlehydraten, sogenannten Alginaten, behandelt und anschließend mit einer semiporösen Membran beschichtet. Die Zellen arbeiteten, da die Poren an der Oberfläche groß genug waren, um Glukose eindringen und Insulin austreten zu lassen. Andererseits waren sie so klein, dass sie von Zellen des Immunsystems nicht attackiert werden konnten. Die Zellen können nach Ansicht der Forscher an jeder Stelle des Körpers platziert werden, an der sie mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten in Kontakt treten. "Ist der Versuch langfristig erfolgreich, könnte das eine verbesserte Lebensqualität für jene Diabetiker bedeuten, die täglich Insulin spritzen", betonte Eleanor Kennedy von Diabetes UK. Die Verwendung von Inselzellen von Schweinen sei zwar nicht neu, wohl aber die Verkapselung, so Kennedy.

Für die Behandlung wurden dem Pavian 90 Prozent seines Pankreas entfernt. Der Erfolg der Transplantation wurde durch die Bildung eines speziellen Proteins für die Insulinproduktion gemessen. Für die Behandlung waren rund 250.000 Inselzellen nötig. Wie viele Zellen für eine Therapie bei Menschen notwendig sind, ist derzeit noch unklar. "Eingepflanzt werden die Zellen innerhalb des Bauchraumes mit Hilfe der Laparoskopie oder minimal invasiven Techniken", erklärte Emmanuel Opara vom Medical Center der Duke University gegenüber BBC News Online.

Insulin fördert die Zuckeraufnahme in die Zellen, um daraus Energie zu gewinnen. Bei vererbtem Diabetes sind die Inselzellen nicht zur Gänze funktionstüchtig und produzieren kein Insulin. Ohne Insulininjektionen führt dies zur Erblindung, Nierenerkrankungen bis hin zum Tod.

Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung von pressetext.deutschland.

zuletzt bearbeitet: 18.06.2001 nach oben

Unterstützer der DiabSite:

Lasar Liepins

Lasar Liepins

Weitere Angebote:

Diabetes- und weitere Infos in Fremdsprachen

Angesichts der vielen Flüchtlinge zeigt DiabSite, wo es Diabetes- und weitere Gesundheitsinfos auf Arabisch, Persisch, Russisch etc. gibt.