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Zucker-Nieren brauchen Spezialisten

Diabetes: Mehr Ernährungsmedizin tut Not!

Eine gute Ernährung schützt Diabetiker vor der Dialyse

Die Niere von Diabetikern ist stark gefährdet, insbesondere, wenn der Diabetes von Bluthockdruck begleitet wird. Viele Diabetiker weisen eine Proteinurie (Ausscheidung von Eiweiß über den Urin) auf, die unverständlicherweise jedoch in vielen Fällen zu spät erkannt wird. Um Diabetiker möglichst lange vor einer für den Rest des Lebens dauernden Dialysebehandlung zu bewahren, sind Ärzte sowie Diätassistenten und Diplom Oecotrophologen gefordert, so Sven-David Müller vom Deutschen Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik (D.I.E.T.) heute in Bad Aachen.

Vorbeugung und frühes Erkennen von Proteinurie und Bluthochdruck sind entscheidend für die Aufrechterhaltung einer hohen Lebensqualität von Diabetikern. "Wir müssen die Zusammenarbeit zwischen Hausärzten und Nephrologen (Fachärzte für Nierenerkrankungen) ausbauen", so Müller weiter. Der Behandlung des Bluthochdrucks kommt besondere Bedeutung zu, um eine dauerhafte Schädigung der Nieren zu vermeiden und ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko so lange wie möglich hinauszuzögern.

Eine langfristige gute Diabeteseinstellung und eine diabetesgerechte und nierenschonende Ernährungsweise, die Bluthockdruck entgegenwirkt, eventuell unterstützt durch eine medikamentöse Behandlung, schützen vor Niereninsuffizienz. Müller fordert deshalb, die Prävention auszubauen, zweimal jährlich Untersuchungen wie den Mikroalbumintest für den Urin zu veranlassen, einen Blutdruck von 120/80 mgHg beizubehalten und hohen Eiweißverzehr zu vermeiden.

Die Kost eines Diabetikers muss kohlenhydratbetont sein, fordert Müller. Ein zu hohe Eiweißaufnahme ist zu vermeiden, um die Nieren nicht zu überlasten. Ideal wären eine Aufnahme von 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht. Der wissenschaftliche Direktor des Instituts in Bad Aachen, der renommierte Nephrologe und Bluthochdruckspezialist Prof. Dr. Helmut Mann betont die Wichtigkeit einer gesunden und angepassten Ernährungsweise für Diabetiker und Dialysepatienten. Ziel ist es, eine Proteinurie rechtzeitig zu erkennen und das Fortschreiten zu stoppen.

Die Zahl der dialysepflichtigen Diabetespatienten liegt bei mindestens 15.000, die jährlichen Behandlungskosten schwanken zwischen 70.000 bis 100.000 DM pro Patient. Auch aus ökonomischen Gründen ist ein rechtzeitiges Erkennen einer Niereninsuffizienz unbedingt erforderlich. Müller fordert Hausärzte und Diabetologen auf, Diabetespatienten frühzeitig an einen Nephrologen zu überweisen. Kardiovaskuläre Folgeerkrankungen können vermieden werden, wenn den Anfängen Einhalt geboten wird. Diabetiker verlieren bedingt durch die Glucosurie über die Nieren wichtige Mineralstoffe, darunter auch die für die Insulinwirkung und Blutzuckerregulation wichtigen Spurenelemente Zink und Chrom, so Müller. Gesteigert sind diese Verluste bei diabetesbedingten Nierenschäden, so dass es sinnvoll ist, wenn Diabetiker täglich 15 Milligramm Zink und 200 Mikrogramm Chrom in Form von Tabletten einnehmen.

Das DIET bietet allen Betroffenen eine Telefonhotline zum Thema "Niere, Ernährung und Dialyse" an. Täglich stehen in der Zeit von 9.30 bis 11.30 Uhr unter der Nummer 0241–6080831 ernährungsmedizinische Berater mit Tipps und Informationen zu Verfügung.

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zuletzt bearbeitet: 30.01.2001 nach oben

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