Prinzipien der Health On the Net Foundation.

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Muss ich mich mit
den Scherzen durch die Neuropathie abfinden?
Ich bin seit 1958 Diabetiker Typ 1
(seit meinem 8. Lebensjahr). Leider bin ich von den leidigen Spätschäden nicht
verschont geblieben. Seit 1995 beziehe ich eine Erwerbsunfähigkeitsrente.
Ich habe eine Frage zur Neuropathie. Bereits nach 10jährigem Diabetes stellte man
bei mir eine Neuropathie fest. Inzwischen hat sich diese so manifestiert, dass ich
bis über den Knien keine Empfindungen mehr habe. Mein Problem besteht jetzt darin,
dass ich seit etwa 5 Jahren Schwierigkeiten beim Laufen habe. Schnell kann ich
gar nicht mehr gehen, und bereits nach 100 Metern muss ich wegen starker
Krämpfe und Schmerzen stehen bleiben.
Da Durchblutungsstörungen nur in geringem Umfang vorhanden sind, liegen die Ursachen
nach Meinung der Ärzte in einem falschen Laufen. Aber auch orthopädische Schuhe
brachten mir keine Linderung, da diese sehr schwer sind. Meine Waden sind immer
verkrampft.
Am schlimmsten ist es jedoch nachts. Fast jede Nacht werde ich wach, weil ich einen
heftigen Krampf bekomme und nur mit ganzer Kraft wieder eine normale Fußstellung
herstellen kann. Auch in den Fußgelenken bekomme ich Krämpfe, die ich mit
Wärmepackungen nach längerer Zeit beheben kann.
Als Medikation erhalte ich abends 2 "Limptar", die auch im geringen Maße helfen,
denn ohne diese Tabletten könnte ich kaum noch schlafen. Meine Rücksprachen mit
meinen behandelnden Ärzten (Diabetologe, Orthopäde) waren erfolglos. Mir wurde
zur Antwort gegeben, dass ich mich damit abfinden muss. Nun, das will ich nicht
akzeptieren, denn es kann nicht sein, dass man fast jede Nacht mindestens zweimal
wach wird und morgens meist schon um 4.00 Uhr aufsteht, weil das Schlafen zur
Qual wird.
Vielleicht gibt es doch noch eine andere Möglichkeit, die mir bei diesen
Beschwerden helfen könnte. Ich würde mich sehr freuen, wenn ich dazu einige
Hinweise erhielte.
rk
Antwort
Die geschilderten Beschwerden sind ein
häufiges und oft schwer therapierbares Problem.
Die Ursache dürfte wie schon geschildert auf eine
Polyneuropathie
zurückzuführen sein. Die Basistherapie, wie eine optimale Blutzuckereinstellung
und hochdosierte Thioctacidinfusionen sind sicherlich schon durchgeführt
worden. Schmerzmittel sind in der Regel wenig erfolgreich.
Falls die Schmerzen eher ein oberflächliches Brennen in der Haut sind, kann lokal
mit einer Salbe aus Cayenne Pfeffer (Capsicain) oder mit Aconit Schmerzöl eine
gute Schmerzlinderung erreicht werden. Falls hierdurch keine Schmerzreduktion erreicht
wird, kann von einem Neurologen eine hochdosierte medikamentöse Therapie mit z.B.
Carbamazepin durchgeführt werden.
In neuerer Zeit werden auch vermehrt Medikamente gegen den neuropathischen Schmerz
eingesetzt, die sonst bei der Parkinsonerkrankung (z.B. Parkotil oder Cabaseril)
und die bei Krampfanfällen (z.B. Neurontin) eingesetzt werden. Da diese Medikamente
erhebliche Nebenwirkungen haben und die optimale Dosis gefunden werden muss, kann
solch eine Therapie nur durch einen Neurologen durchgeführt werden. In der Regel
lässt sich jedoch hierdurch eine deutliche Besserung der Symptomatik erreichen.
af (Diabetologe DDG)
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