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10 Tipps für heiße Tage mit Diabetes

Der Juli 2010 ist rekordverdächtig. Ganz Deutschland ächzt und stöhnt unter der Hitze. Für gesunde Erwachsene stellt eine Hitzewelle oder Hitzeperiode kein Problem dar, sofern sie ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Dies gilt auch dann, wenn das Thermometer einmal auf über 35 oder gar 40 Grad klettert. Diabetiker hingegen sind gefährdet. Bei ihnen können sehr hohe Temperaturen zu gesundheitlichen Problemen führen.

Was ist für Diabetiker im Hochsommer wichtig?

Zur Vermeidung von Unterzuckerungen, Durchfällen und anderen Schwierigkeiten, die den Stoffwechsel oder das Herz des Diabetikers in Schwierigkeiten bringen können, haben wir die folgenden Tipps zusammengestellt.

1. Trinken

Drei, vier Tage ohne Essen können wir relativ gut überleben. Drei, vier Tage ohne Trinken - das geht nicht. Und auf das natürliche Dürstgefühl ist - anders als beim Hunger, der sich vorbeugend meldet - kein Verlass. Deshalb sollten alle Menschen bei Hitze ganz bewusst viel trinken. Die Gefahr der Austrocknung (Dehydratation) ist vor allem bei schlecht eingestelltem Diabetes groß. Zum Wasserverlust durch das Schwitzen kommt dann die erhöhte Ausscheidung von Flüssigkeit über die Nieren hinzu.

2. Mineralstoffe und Spurenelemente

Durch das Schwitzen verliert der Körper neben Wasser auch wichtige Mineralstoffe wie Calcium, Magnesium, Natrium und Kalium. Die meisten Salze lassen sich durch hochwertige Mineralwässer und mineralstoffreiche Lebensmittel gut ersetzen. Sogenannte isotonische Getränke sind zum Ersatz von Elektrolyten für Sportler und Gesunde geeignet, für Menschen mit Diabetes wegen des oft hohen Zuckergehalts jedoch nicht empfehlenswert. Es sei denn, sie haben keinen Appetit und essen wenig (siehe Punkt 3). Ansonsten gibt es Elektrolyt-Präparate in jeder gut sortierten Apotheke.

3. Essen

Jenseits der 30 oder gar 35 Grad schwindet der Hunger. Das kann für Diabetiker mit einer Therapie mit Mischinsulinen oder bestimmten blutzuckersenkenden Tabletten gefährlich werden, wenn sie ihren Ernährungsplan nicht einhalten können (siehe Punkt 4). Trotzdem muss niemand in der Mittagshitze dampfenden Reis oder heiße Suppen essen. Die erforderlichen Kohlenhydrate können auch in Form von Pellkartoffeln mit Quark oder einer Fruchtkaltschale auf den Tisch kommen. Für Abkühlung und Genuss sorgen ein frischer Salat dazu oder ein Stück kühle Wassermelone zwischendurch.

4. Unterzuckerungen

Nicht nur bei insulinpflichtigen Diabetikern kann der Blutzuckerspiegel sinken, auch verschiedene Diabetes-Tabletten können zu Hypoglykämien führen. Eines der häufigsten Symptome von Unterzuckerungen wird bei hochsommerlichen Temperaturen oft nicht wahrgenommen: Das Schwitzen. Bei Hitze sind deshalb häufigere Blutzuckermessungen ratsam.

5. Der herzkranke Diabetiker

Für herzkranke Menschen mit und ohne Diabetes kann es bei Hitze sinnvoll sein, Blutdruck-Medikamente anders zu dosieren. Die genaue Dosisanpassung für z. B. Betablocker und Diuretika sprechen Kranke am besten mit ihrem behandelnden Arzt ab, empfiehlt die Stiftung "Der herzkranke Diabetiker" in Bad Oeynhausen. Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz (Herzmuskelschwäche) sollten mit dem Arzt auch über die empfohlene Trinkmenge pro Tag sprechen, rät der Kardiologe Dr. med. Rolf Dörr, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Stiftung und Gesellschafter der PRAXISKLINIK HERZ UND GEFÄSSE in Dresden.

6. Siesta

Rentner, Urlauber und alle, die es sich sonst noch leisten können, sollten von den Südländern im Sommer nicht nur die gesunde Küche übernehmen. Viele Menschen sind bei Hitze strapaziert, weil sich der Körper nachts nicht ausreichend erholen kann. Dagegen hilft eine ausgiebige Ruhezeit am Nachmittag, wie sie in den Mittelmeerländern üblich ist. Sie hebt die Stimmung und beugt somit Depressionen vor, für die Menschen mit Diabetes ein höheres Risiko haben.

7. Abkühlung

Für Abkühlung sorgt kaltes oder kühles Wasser, das man über die Innenseite der Handgelenke laufen lässt oder noch besser ein kaltes Unterarmbad oder eine Dusche. Ein feuchtes Hand- oder Geschirrtuch in den Nacken gelegt bietet vorübergehend Erfrischung. Bei diabetischem Fußsyndrom sind Fußbäder nur nach Rücksprache mit dem Arzt ratsam. Ein Kälteschock, wie beim berühmtem Sprung ins kalte Wasser, kann andererseits insbesondere für Diabetiker mit einer koronaren Herzerkrankung lebensgefährlich werden, weil sich die verengten Herzkranzgefäße durch den plötzlichen Kältereiz zusätzlich krampfartig verengen können.

8. Bewegung

Zwar kann die Hitze das Herz-Kreislauf-System schwächen, dennoch ist Bewegung besonders für Diabetiker auch im Sommer wichtig. Allerdings sollten die sportlichen Aktivitäten auf den frühen Morgen oder den späten Abend gelegt werden. Beliebt ist im Sommer das Schwimmen. Menschen mit Diabetes und Nervenschädigungen (Polyneuropathie) sollten sich jedoch auch bei hochsommerlichen Temperaturen nicht dazu verleiten lassen, mal eben ohne Schuhe über den Rasen zu laufen. Neben der hohen Verletzungsgefahr, weil Äste, Scherben und andere Gegenstände nicht bemerkt werden, lauert vor allem im Schwimmbad der Fußpilz, für den Diabetiker besonders anfällig sind.

9. Hygiene

Eis und Salate mit Mayonnaise, Getränke mit Eiswürfeln: Hier lauern Bakterien, die sich bei hohen Temperaturen schnell vermehren und zu belastenden Magen-Darm-Infekten führen können. Dabei kann der Stoffwechsel entgleisen. Es empfiehlt sich daher, in der heißen Jahreszeit noch mehr als sonst auf sorgfältige Hygiene bei der Nahrungsmittelzubereitung zu achten und zubereitete Speisen nicht zu lange aufzubewahren. Kalte Getränke wirken zunächst erfrischend. Aber bei Personen mit empfindlichem Magen kann durch den Kältereiz im Magen die Bildung von Salzsäure reduziert werden, die unter anderem zur Verdauung und Bakterienabwehr benötigt wird. Durch Bakterien bedingte Durchfälle können die Folge sein. Daher ist es gut, eiskalte Getränke und Speisen langsam und sparsam zu genießen.

10. Medikamente

Viele Medikamente sind bei Temperaturen unter 25 Grad zu lagern. Es lohnt sich ein Blick auf die Hinweise auf der Packung. Badezimmer und Küche sind ungeeignete Orte für die Lagerung von Medikamentenvorräten, da hier oft zu hohe Lagertemperaturen erreicht werden. Insulin sollte im Kühlschrank gelagert werden, ggf. auch das aktuell verwendete, das aber rechtzeitig vor der Anwendung herausgeholt werden sollte. Pumpenträger mit sehr geringem Insulinbedarf sollten die letzten Einheiten verwerfen oder die Kartuschen nicht vollständig befüllen.

Autor: hu; zuletzt bearbeitet: 20.07.2010 nach oben

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Oliver Bienkowski

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