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Internationaler Tag der Migranten am 18. Dezember 2017

Menschen mit Migrationshintergrund und Diabetes interkulturell betreuen

Laut dem statistischen Bundesamt haben etwa 18,6 Millionen aller in Deutschland lebenden Menschen einen Migrationshintergrund. Schätzungen zufolge sind etwa 600.000 von ihnen an Diabetes mellitus erkrankt, die meisten an Diabetes Typ 2. Die gesundheitliche Versorgung dieser Bevölkerungsgruppe ist nach wie vor schlechter als die der Gesamtbevölkerung. Dabei spielen auch kulturelle, sprachliche sowie auch bildungsbedingte Barrieren eine Rolle. Darauf machen diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe und Deutsche Diabetes-Hilfe - Menschen mit Diabetes (DDH-M) anlässlich des Internationalen Tages der Migranten am 18. Dezember 2017 aufmerksam.

Die gemeinnützigen Organisationen setzen ein Info-Mobil mit mehrsprachig und interkulturell ausgebildeten Diabetesberaterinnen in Regionen mit einem hohen Bevölkerungsanteil von Menschen mit Migrationshintergrund ein, um mögliche Betroffene persönlich und wohnortnah über die Stoffwechselerkrankung aufzuklären Außerdem stellen sie unter www.diabetesde.org/dolmetscher kostenlose Übersetzungshilfen in zehn Sprachen zur Verfügung.

Für eine bessere Integration von Mitbürgern mit Migrationshintergrund in das Gesundheitssystem hat diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe zusammen mit dem Landesverband Nordrhein-Westfalen der Deutschen Diabetes-Hilfe - Menschen mit Diabetes (DDH-M) und dem Institut für Medizinische Soziologie der UKE Hamburg in 2014 das Spendenprojekt "Diabetesberatung auf Rädern" geschaffen, unterstützt vom Bundesministerium für Gesundheit. Das Projekt, das unter Mitwirkung des Verbands der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe (VDBD) durchgeführt wird, setzt seitdem sehr erfolgreich ein Diabetes-Info-Mobil ein - eine mobile Diabetesberatungsstelle mit Sofort-Diagnostik und mehrsprachig sowie interkulturell ausgebildeten Diabetesberaterinnen. In 2017 war das Info-Mobil in zehn Einsätzen unterwegs, um Menschen mit türkischstämmigem Migrationshintergrund über Diabetes zu informieren. Dabei machten über 300 Menschen den Diabetes-Risiko-Test. 116 Personen wiesen ein erhöhtes Risiko auf und wurden weitergehend untersucht.

Allein von den knapp zwei Millionen Bürgern mit türkischem Migrationshintergrund, die hierzulande leben, sind schätzungsweise 300.000 an Diabetes erkrankt. Für Menschen mit Migrationshintergrund aus anderen Ländern liegen noch keine Zahlen vor. Immer noch verhindern bei vielen Betroffenen Sprachbarrieren, kulturelle Besonderheiten wie Ernährungsgewohnheiten sowie Geschlechterrollen und Familienstrukturen notwendige regelmäßige Arztbesuche.

Der gleichberechtigte Zugang zur gesundheitlichen Versorgung ist ein Grundrecht für alle Bürger in Deutschland und sollte auch für alle Menschen mit Migrationshintergrund unabhängig von ihrer Nationalität, ihrer Herkunft oder ihrer Religionszugehörigkeit selbstverständlich sein. Daher hat diabetesDE gemeinsam mit der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und dem Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD) auch einen "Gesundheitspass Diabetes" in deutsch-türkischer Sprache herausgegeben. diabetesDE bietet außerdem im Internet kostenlos den Diabetes-Dolmetscher an. Er bietet die wichtigsten Begriffe rund um Diabetes in zehn verschiedenen Sprachen: Englisch, Türkisch, Arabisch, Italienisch, Französisch, Spanisch, Niederländisch, Polnisch, Portugiesisch und Griechisch mit jeweils deutscher Übersetzung.

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zuletzt bearbeitet: 16.12.2017 nach oben

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