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9. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie eröffnet

Weniger Nierenkranke durch Vorbeugung von Übergewicht, Diabetes und Bluthochdruck

Heute wurde die 9. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) in Mannheim eröffnet. Die Kongresspräsidenten, Prof. Dr. Bernhard K. Krämer, Mannheim, und Prof. Dr. Martin Hausberg, Karlsruhe, rechnen in den nächsten drei Tagen mit mehr als 1.500 Besuchern. Während der Eröffnungsveranstaltung wurden auch die höchsten Ehrungen der DGfN verliehen: Mit der Franz-Volhard-Medaille wurde Prof. Dr. Rolf A. K. Stahl, Hamburg, geehrt. Den Franz-Volhard-Preis zur Förderung herausragender Wissenschaftler auf dem Gebiet der Nierenforschung erhielt Prof. Dr. Anna Köttgen, Freiburg.

Heute eröffnete in Mannheim die 9. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie. Dabei handelt es sich um den größten deutschsprachigen Kongress der Nierenheilkunde. Die Kongressbesucher erwartet ein breit gefächertes Programm von der Grundlagenforschung bis hin zur praxisnahen Fortbildung. "Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Prävention (v. a. mit Blick auf Adipositas, Hypertonie, Diabetes mellitus), um die Inzidenz von sekundären Nierenerkrankungen zu reduzieren", erklärte Kongresspräsident Professor Hausberg. Aber auch politische Themen werden auf der Jahrestagung diskutiert.

"So möchten wir mit dem Kongress u. a. auch unsere Forderung nach einem einheitlichen deutschen Register für terminal niereninsuffiziente Patienten (Dialyse und Transplantation) öffentlich wirksam transportieren", ergänzte Professor Krämer. Auch benachbarte Disziplinen wie die Hypertensiologie, Diabetologie, Rheumatologie und Transplantationsmedizin werden im Kongressprogramm reflektiert. Die Interdisziplinarität wird ohnehin von beiden Kongresspräsidenten gelebt, die nicht nur die DGfN repräsentieren, sondern auch dem Vorstand der Deutschen Hochdruckliga e.V. DHL® angehören, Prof. Krämer als Vorstandsvorsitzender und Prof. Hausberg als Past-Präsident.

Im Rahmen der festlichen Kongresseröffnung erinnerte Kongresspräsident Prof. Krämer daran, dass Prof. Franz Volhard ("Nestor der Nephrologie") gemeinsam mit Dr. Theodor Fahr grundlegende Arbeiten zu Nierenerkrankungen in Mannheim durchgeführt und 1914 als "Die Brightsche Nierenkrankheit - Klinik, Pathologie und Atlas" veröffentlicht haben und dass vor 20 Jahren in Mannheim durch Professor Fokko van der Woude die Deutsche Nierenstiftung gegründet wurde. Weiterhin wurden heute auch die höchsten Ehrungen der DGfN verliehen: Die Franz-Volhard-Medaille dient der Würdigung langjähriger, herausragender Leistungen auf dem Gebiet der Nieren- und Hochdruckerkrankungen. Prof. Dr. Rolf A. K. Stahl, Hamburg, erhielt heute diese hohen Auszeichnung.

Unter den wissenschaftlichen Schwerpunkten von Prof. Stahl sind besonders seine bahnbrechenden Veröffentlichungen u. a. im NEJM zur membranösen Glomerulonephritis hervorzuheben, die zur Entdeckung des Thrombospondins als eines - neben dem Phospholipase-A2-Rezeptor - weiteren Auto-Antigens für die Entstehung der membranösen GN führten. Ein großes klinisches Verdienst von Prof. Stahl war zudem die Versorgung der zahlreichen und schwerstkranken Patienten während des katastrophalen, infektionsinduzierten EHEC-HUS-Ausbruchs in Norddeutschland 2011.

Der Franz-Volhard-Preis zur Förderung herausragender Wissenschaftler auf dem Gebiet der Nierenforschung wurde heute Prof. Dr. Anna Köttgen, Freiburg, verliehen. Ihr Interesse gilt der Identifikation und Charakterisierung genetischer Risikofaktoren für komplexe Erkrankungen, insbesondere der Niere. Prof. Köttgens Arbeitsgruppe benutzt genomweite und epigenomweite Assoziationsstudien und deren Meta-Analysen, Untersuchungen des Metaboloms sowie klinische und bevölkerungsbezogene Epidemiologie, um ein besseres Verständnis der physiologischen Nierenfunktion sowie pathophysiologischer Veränderungen zu erlangen.

zuletzt bearbeitet: 14.09.2017 nach oben

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