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Menschen mit Diabetes haben erhöhtes Schlaganfallrisiko

Wetterumschwünge belasten Herz-Kreislauf-System

Der diesjährige Sommer ist von starken Wetterumschwüngen geprägt: Mehrmals sanken die Temperaturen in den letzten Wochen von heiß auf kühl und stiegen anschließend wieder stark an. Derzeit herrscht in vielen Teilen Deutschlands noch Sommerhitze, die nächste Gewitterfront mit Temperaturstürzen ist jedoch bereits vorhergesagt. Selbst im September und Oktober kann es noch zu wechselhaften Wetterlagen mit sehr warmen, aber auch kalten Tagen kommen. Viele ältere Menschen mit Diabetes leiden auch an Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck oder einer koronaren Herzkrankheit, außerdem haben sie ein erhöhtes Risiko für Schlaganfälle. Für sie sind plötzliche Temperaturwechsel besonders belastend. Hinzu kommt, dass viele von ihnen an warmen Tagen zu wenig trinken. Darauf macht diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe aufmerksam.

Bei Menschen mit Diabetes ist das Schlaganfallrisiko im Vergleich zu Stoffwechselgesunden 2- bis 4-fach erhöht. Kommt Bluthochdruck hinzu, verzehnfacht sich das Risiko. Ist zudem der Stoffwechsel schlecht eingestellt und die Blutzuckerwerte dauerhaft hoch, steigt das Risiko weiter. Laut einer Studie der Universität Jena[*] erhöhen auch plötzliche Wetterwechsel das Schlaganfallrisiko: Mehr Schlaganfälle gibt es besonders nach Temperaturstürzen. "Treten plötzlich halbseitige Lähmungen von Arm oder Bein, Taubheitsgefühle sowie Seh- und Sprachstörungen auf, sollten Betroffene dies sehr ernst nehmen und umgehend den Notruf wählen", erklärt Professor Thomas Haak, diabetesDE-Vorstandsmitglied und Chefarzt am Diabetes Zentrum Mergentheim in Bad Mergentheim. Die Behandlung sollte in einer Klinik mit einer Stroke Unit erfolgen.

Die derzeit noch lauen Tage lassen viele Menschen mit Steak und Wurst vom Rost, dazu kaltes Bier oder Cocktails ausklingen. So mancher nimmt an warmen Tagen nicht genügend beziehungsweise die falsche Flüssigkeit zu sich. "Dadurch droht insbesondere bei einem schlecht eingestellten Diabetes eine Austrocknung", sagt Professor Haak. Alkohol verschlimmert den Wasserverlust noch, außerdem ist bereits ab einem Blutalkoholspiegel von 0,45 Promille die Zuckerfreisetzung aus der Leber gestört, eine Unterzuckerung droht. Darum empfiehlt diabetesDE Alternativen wie Mineralwasser, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees oder Saftschorlen aus Fruchtsaft und Wasser (z. B. 1 Teil Saft, 3 Teile Wasser) als Durstlöscher. Als Faustregel gilt: Erwachsene sollten am Tag etwa 1,5 Liter trinken. Regelmäßig trinken ist wichtig, vor allem bei älteren Menschen, bei denen das Durstempfinden nachlässt. Eine Scheibe Zitrone, etwas frischer Ingwer oder frische Pfefferminze können Mineralwasser geschmacklich aufpeppen.

Jetzt im Spätsommer ist außerdem Wespensaison: Auf ihrer Nahrungssuche fühlen sich die Insekten von Obst und anderen Lebensmitteln magisch angezogen. Daher dauert es meist nicht lange, bis eine oder mehrere heranschwirren, sobald Grillfleisch und Co. auf dem Tisch stehen. Professor Haak rät Menschen Diabetes und einer bereits bestehenden Neuropathie, im Freien nicht barfuß zu laufen: "Treten Betroffene auf eine Wespe und werden gestochen, bemerken sie den Stich möglicherweise nicht." Unbehandelt können starke Schwellungen und eine Entzündung der Einstichstelle die Folge sein.

* Quelle: Rakers F, et al.: Rapid weather changes are associated with increased ischemic stroke risk: a case-crossover study. Eur J Epidemiol. 2015 July 7. doi: 10.1007/s10654-015-0060-3

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zuletzt bearbeitet: 30.08.2017 nach oben

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Andrea Weber

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