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Diabetes und Familie

Abstract zum Vortrag von Professor Dr. med. Klaus Badenhoop, Tagungspräsident Diabetes Herbsttagung 2016 Sprecher der DDG Arbeitsgemeinschaft Molekularbiologie und Genetik des Diabetes, Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt, Medizinische Klinik 1, Schwerpunkt Endokrinologie, Diabetes und Stoffwechsel, Frankfurt am Main, im Rahmen der Vorab-Pressekonferenz zur 10. Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) am 3. November 2016 in Berlin.

Highlights der Diabetes Herbsttagung 2016

Professor Dr. med. Klaus Badenhoop Seit nunmehr zehn Jahren zieht die DDG Herbsttagung, die sich traditionell der diabetologischen Praxis widmet, eine stetig wachsende Zahl an Teilnehmern an. Die zehnte Diabetes Herbsttagung 2016 hat den Themenschwerpunkt Diabetes und Familie: Vorbeugen - Erkennen - Entlasten.

Familiärer Diabetes: frühzeitig Risiko erkennen und rechtzeitig behandeln

In Deutschland sind 300.000 bis 400.000 Menschen von Typ-1-Diabetes und mehr als sechs Millionen von einem Typ-2-Diabetes betroffen. Unter ihnen sind viele mit einer familiären Belastung: Während in circa 15 Prozent der Typ-1-Diabetes familiär gehäuft ist, sind es nahezu die Hälfte aller Fälle bei Typ-2-Diabetes. Selten kann ein Diabetes durch einen erblichen Programmierfehler verursacht sein, dann liegt eine monogenetische Stoffwechselstörung vor. Diese wird durch eine molekulargenetische Analyse nachgewiesen. Für die Betroffenen kann daraus unter Umständen eine einfachere Therapie resultieren.

Die Rolle der Familie für das Leben mit Diabetes

Obwohl die Behandlung des Diabetes immer besser und einfacher wird, ist die Diagnose für Betroffene und ihre Angehörigen einschneidend. Hierbei erleichtert eine familiäre Unterstützung den Umgang mit der Erkrankung. Bei Diabetes im Kindesalter sind die Familien in der Hauptverantwortung. Neue Konzepte der Schulung und der psychologischen Unterstützung stärken die Familien in dieser Situation.

Weitere Highlights: Fortschritte in der diabetologischen Praxis

Typ-1-Diabetes

Bis jetzt wird die Krankheit durch regelmäßiges Messen des Blutzuckers und fein dosierte Insulingaben symptomatisch behandelt. Hier hat die Diabetestechnologie große Fortschritte gemacht: Die kontinuierliche Glukosemessung im Gewebe erlaubt eine noch bessere Insulinpumpentherapie.

Darüber hinaus lassen neue Ergebnisse zu GLP-1-Analoga erwarten, dass die körpereigene Insulinrestsekretion stabilisiert werden kann, was wiederum die Patienten vor Langzeitkomplikationen schützen könnte. Ein funktioneller Ausgleich des Insulinmangels kann durch Transplantation einer Bauchspeicheldrüse (zum Beispiel bei kombinierter Nieren- und Pankreastransplantation) erfolgen. Die Ergebnisse dieser kombinierten Transplantation sind sehr erfolgversprechend. Hier sind die Transplantationschirurgen darauf angewiesen, mehr Spenderorgane zu bekommen.

Typ-2-Diabetes

Auch bei der Therapie des Typ-2-Diabetes werden nicht nur die Glukosewerte, sondern die besseren Therapiekonzepte zur Prophylaxe der Langzeitkomplikationen beachtet (Berücksichtigung von Endpunktstudien). Optionen zur individuell maßgeschneiderten Diabetestherapie im Hinblick auf die Vermeidung und Behandlung der diabetesbedingten Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen stehen im Fokus.

Notfallsituationen bei Diabetes

Medizinische Notfälle sind nicht selten diabetesbedingt, überwiegend durch Unterzuckerungen. Eine verbesserte Schulung von Laienhelfern, Rettungskräften und Notärzten soll dazu beitragen, die Patienten rascher in den ambulanten Alltag zu integrieren und medizinische Ressourcen maßvoll einzusetzen.

(Es gilt das gesprochene Wort!)

Bildunterschrift: Professor Dr. med. Klaus Badenhoop
Bildquelle: Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG)

zuletzt bearbeitet: 12.11.2016 nach oben

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