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Diabetes und Depressionen treten häufig gemeinsam auf

"Winter-Blues" oder mehr?

diabetesDE-Expertenchat am 3. November 2016

Menschen mit einer chronischen Erkrankung wie Diabetes mellitus sind besonders gefährdet, auch Depressionen zu entwickeln. Jeder achte Mensch mit Diabetes leidet an einer Depression, bei jedem fünften Patienten liegt eine erhöhte Depressivität vor. Umgekehrt haben stoffwechselgesunde Menschen mit einer Depression auch ein erhöhtes Risiko für Diabetes Typ 2. Beide Erkrankungen werden jedoch häufig erst spät erkannt. Dies kann den Erfolg einer Diabetestherapie gefährden. Betroffene sollten daher ihren behandelnden Arzt auf ihr Befinden ansprechen und sich behandeln lassen, empfiehlt diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe. Denn eine Therapie kann sowohl die Lebensqualität als auch die Prognose einer Diabeteserkrankung verbessern. Dr. phil. Dipl. Psych. Berthold Maier beantwortet am Donnerstag, dem 3. November 2016, im Expertenchat von diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe, Fragen rund um das Thema Diabetes und Depression. Interessierte können sie schon jetzt einsenden.

Vielen Menschen schlagen die dunklen und trüben Herbst- und Wintertage auf das Gemüt. Bei Menschen mit einer chronischen Erkrankung wie Diabetes kann jedoch auch eine Depression der Grund für Niedergeschlagenheit sein. Dies gilt insbesondere dann, wenn Symptome wie Traurigkeit, Müdigkeit und Erschöpfung nicht nur ein paar Tage, sondern Wochen oder sogar Monate andauern. "In einem Erfassungszeitraum von 12 Monaten sind 12 Prozent der Allgemeinbevölkerung (18-65 Jahre) an einer Depression erkrankt. Etwa 19 Prozent erkranken im Laufe ihres Lebens[*]. Menschen mit Diabetes, sowohl junge mit Diabetes Typ 1 als auch ältere mit Diabetes Typ 2, leiden etwa doppelt so häufig darunter", erklärt Dr. phil. Dipl. Psych. Berthold Maier vom Diabetes Zentrum Mergentheim in Bad Mergentheim. Denn das Leben mit Diabetes ist für viele Betroffene eine psychische Belastung.

Eine erhöhte Depressivität wie auch klinische Depressionen seien sowohl ein körperliches als auch ein seelisches Problem, so der Psychologe: "Depressionen können sich auf eine sehr unterschiedliche Art und Weise äußern. Neben tiefer Niedergeschlagenheit, Mut- und Hoffnungslosigkeit leiden Betroffene häufig auch unter Angstgefühlen sowie Schlafstörungen oder körperlichen Schmerzen." Um bei Menschen mit Diabetes schlechte Blutzuckerwerte und Folgeerkrankungen zu vermeiden, ist es wichtig, sowohl eine erhöhte Depressivität als auch eine Depression früh zu erkennen und zu behandeln. Rechtzeitig festgestellt, seien Depressionen gut behandelbar, betont Berthold Maier: "Antidepressiva, Verhaltenstherapie oder eine Kombination aus beidem kommen dabei zum Einsatz". Die Verhaltenstherapie helfe Betroffenen, ihre Erkrankung besser zu akzeptieren und das Selbstmanagement der Diabetes-Therapie zu verbessern.

Diabetes-Patienten mit entsprechenden Symptomen sollten daher mit ihrem Arzt sprechen, ob bei ihnen eine Depression vorliegen könnte. Umgekehrt haben Menschen mit einer Depression ein deutlich erhöhtes Risiko, an einem Typ-2-Diabetes zu erkranken. Sie wiederum sollten sich auch auf Diabetes untersuchen lassen. Eine Liste der "Fachpsychologen Diabetes", die von der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) anerkannt sind, können Betroffene im Internet unter www.diabetes-psychologie.de abrufen.

Wer Fragen rund um Diabetes und Depression hat, kann sie Dr. phil. Dipl. Psych. Berthold Maier am Donnerstag, dem 3. November 2016 im Expertenchat von diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe, zwischen 17 und 19 Uhr stellen.

Quelle

zuletzt bearbeitet: 02.11.2016 nach oben

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