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Typ-2-Diabetes

Metformin auch bei Nierenschwäche in der Diabetestherapie

Der Arzneimittelausschuss der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA hat sich dafür ausgesprochen, dass Metformin zukünftig auch bei Typ-2-Diabetikern mit moderater Nierenschwäche verabreicht werden kann. Bislang kam der Wirkstoff in dieser Patientengruppe aufgrund erhöhter Komplikationsgefahr nicht zum Einsatz.

Metformin ist das Standardtherapeutikum bei Typ-2-Diabetes. Es wird vom Körper nicht verstoffwechselt und über die Nieren ausgeschieden, allerdings fällt mehr Lactat, eine Milchsäureverbindung, an. Störungen der Nierenfunktion begünstigen den Anstieg der Lactatwerte und es kann zu einer sogenannten Laktatazidose kommen. Symptome dieser gefährlichen Nebenwirkung sind unter anderem Übelkeit, Bauchschmerzen, Herzrhythmusstörungen oder Verwirrtheit.

Grundlage der neuen Empfehlung ist eine Überprüfung der wissenschaftlichen Literatur und klinischer Daten. Menschen mit Typ-2-Diabetes können jetzt trotz eingeschränkter Nierenfunktion mit Metformin behandelt werden, allerdings muss ihre Glomeruläre Filtrationsrate bei 30 bis 59 Milliliter pro Minute liegen. Die Glomeruläre Filtrationsrate (GFR) beschreibt das pro Zeiteinheit von den Nierenkörperchen (Glomeruli) der Nieren filtrierte Volumen. Typ-2-Diabetiker mit einer GFR unter 30 Milliliter pro Minuten dürfen weiterhin nicht mit Metformin behandelt werden.

Allerdings muss es klare Dosierungsempfehlungen geben, betont die Europäische Arzneimittelbehörde EMA und die Patienten müssen vor Therapiestart und währenddessen regelmäßig überwacht werden. Vor Therapiestart sollten sie eine GFR von noch mindestens 60 Milliliter pro Minute haben. Außerdem gibt die EMA zu bedenken, dass bei Kombipräparaten (z. B. Metformin und SGLT-2-Hemmer) auch die Grenzwerte des zweiten Wirkstoffes zu beachten sind. Die entsprechenden Fach- und Gebrauchsinformationen der betroffenen Antidiabetika sollen nun aktualisiert werden.

Quellen

zuletzt bearbeitet: 26.10.2016 nach oben

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