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Schützt zügiges Gehen besser vor Diabetes als Joggen?

Studie zur Diabetesprävention

Bei Menschen mit bereits auffälligen Blutzuckerwerten, aber noch ohne diagnostizierten Diabetes (sogenannter Prädiabetes), scheint sich schnelles Gehen besser auf ihre Blutzuckerlevel auszuwirken als Joggen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie amerikanischer Wissenschaftler, die im Fachmagazin 'Diabetologia' veröffentlicht wurde.

Das Team um Dr. William Kraus von der Duke University School of Medicine teilte dafür 150 Personen im Alter zwischen 45 und 75 Jahren, die bereits an einem Prädiabetes litten, zufällig auf vier Gruppen auf. Die erste Gruppe unterzog sich einem Diabetes Präventions-Programm, einer Lifestyle-Intervention mit dem Ziel eines Gewichtsverlusts von sieben Prozent über sechs Monate. Das Programm sieht eine Kalorienreduktion vor, fettarme Ernährung und sportliche Aktivität in Form von zügigen Spaziergängen mit etwa zwölf Kilometern Gesamtlänge pro Woche. Die anderen Studienteilnehmer wurden einem von drei reinen Bewegungsprogrammen unterschiedlicher Umfänge zugeteilt. Eine Gruppe sollte regelmäßig zwölf Kilometer pro Woche zügig Spazierengehen, die andere etwa 18 Kilometer. Die letzte Gruppe hingegen erhielt einen Joggingumfang von etwa 18 Kilometern pro Woche.

Nach sechs Monaten hatten die Studienteilnehmer der Lifestyle-Intervention eine 9-prozentige Verbesserung der oralen Glukosetoleranz, ein Test zur Messung, wie gut der Körper Zucker verarbeiten kann. Die Probanden aus dem Bewegungsprogramm mit einem Umfang von insgesamt etwa 18 Kilometern Spaziergang pro Woche verbesserten ihre Glukosetoleranz um sieben Prozent, diejenigen mit zwölf Kilometern um fünf Prozent. Die Gruppe, die insgesamt etwa 18 Kilometern pro Woche Joggen gehen sollte, korrigierte ihre Glukosetoleranz hingegen nur um zwei Prozent.

Zügiges Gehen allein mit einem Umfang von 18 Kilometern pro Woche hatte also ein ähnlich gutes Ergebnis wie die Lifestyle-Intervention mit Gewichtsreduktion und fettarmer Ernährung. Das Ergebnis erklären die Studienautoren mit der Tatsache, dass ein hoher Umfang an schnellen Spaziergängen mehr Fett aus den Muskelzellen verbrennt. Diese wiederum sind ein wichtiger Vorratsspeicher für Glucose nach einer Mahlzeit. Dennoch sind weitere Studien nötig, um den Vorteil von moderater Aktivität vor Bewegung mit hoher Intensität zur Diabetesprävention zu überprüfen.

Quellen

zuletzt bearbeitet: 16.10.2016 nach oben

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