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Welt Hypertonie Tag 2016 am 17. Mai

Pressemitteilung: Deutsche Hochdruckliga

"Blutdruck in Bewegung"

Hochdruckliga: Richtig Messen und Bewegen sind das A und O

Unter dem Motto "Blutdruck in Bewegung" findet am 17. Mai der Welt Hypertonie Tag statt. Der Aktionstag rückt in den Fokus, wie wichtig es ist, vorbeugend gegen die Risikofaktoren für eine Hypertonie anzugehen: Neben bewusster Ernährung, einem normalen Gewicht und Entspannung ist Bewegung ein wichtiges Mittel, um gesund zu bleiben und eine Hochdruckerkrankung zu bekämpfen. Vertreter der Deutschen Hochdruckliga e.V. DHL® - Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention informieren darüber auf einer Pressekonferenz im Vorfeld des Welt Hypertonie Tages 2016. Sie diskutieren auch, wie Betroffene richtig messen und mit welchen Geräten.

Bewegen, bewegen, bewegen - dies gilt nicht nur für Erwachsene, von denen in Deutschland rund 20 bis 30 Millionen an Bluthochdruck leiden, sondern auch für Kinder und Jugendliche: Nach Schätzungen haben 700.000 zu hohe Blutdruckwerte. Das Gefährliche daran: Bluthochdruck macht lange Zeit keine Beschwerden, Betroffene erfahren oft erst davon, wenn es zu spät ist: durch Folgeschäden wie Schlaganfall, Herzerkrankungen, Gefäßerkrankungen oder Nierenversagen. Dabei ließe sich die Hälfte der Schlaganfälle mit einem gut eingestellten Blutdruck verhindern. Aber: Jeder fünfte betroffene Erwachsene weiß nichts von seiner Erkrankung, bei den erkrankten Kindern und Jugendlichen bleibt Bluthochdruck meist unentdeckt - nur bei maximal 0,5 Prozent wird er diagnostiziert.

"Die Diagnostik ist sehr wichtig und jeder sollte seinen Blutdruck kennen." sagt Professor Dr. med. Martin Hausberg, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga. "Denn rechtzeitig erkannt, lässt sich zu hoher Blutdruck gut regulieren, und Folgeschäden vermeiden." Vor allem die Zahl der Schlaganfälle kann durch eine konsequente Behandlung des Bluthochdrucks dramatisch verändert werden. Oft senken bereits gezielt veränderte Lebensgewohnheiten den Blutdruck: Normales Gewicht, regelmäßige Bewegung und salzarme ausgewogene gesunde Ernährung bieten Kindern und Erwachsenen Schutz vor den Folgen des Bluthochdruck und senken den Blutdruck. "Wenn diese Lebensstiländerungen nicht die gewünschten Ziel-Werte bringen, ist eine medikamentöse Behandlung erforderlich", betont Professor Hausberg.

Zu hoch ist ein Blutdruck nach der aktuell gültigen Leitlinie, wenn bei Erwachsenen in der Arztpraxis wiederholt Blutdruckwerte von 140/90 mmHg und mehr gemessen werden. Auch wenn nur einer der beiden Werte erhöht ist, handelt es sich um Bluthochdruck. "Bei Kindern gibt es keine festen Grenzwerte", erklärt Professor Hauberg. Bei ihnen spricht man von einem zu hohen Blutdruck, wenn nur noch fünf Prozent der Altersgenossen höhere Werte aufweisen.

Da der Blutdruck im Tagesverlauf schwankt, ist eine einzelne Messung wenig aussagekräftig. "Die beste Möglichkeit, Bluthochdruck festzustellen, ist für Erwachsene die Blutdruckselbstmessung", sagt Professor Hausberg. Neben der richtigen Messmethodik, über die der Hausarzt informiert, sei auch darauf zu achten, dass das Gerät ein Prüfsiegel der Deutschen Hochdruckliga trägt. "Blutdruckmessgeräte müssen Medizinprodukt eine bestimmte Messgenauigkeit aufweisen", sagt der Experte. "Sie liefern aber nicht immer verlässliche Werte." Die Anforderung des Prüfsiegels der Deutschen Hochdruckliga gehe daher über die Kriterien der Prüfung als Medizinprodukt hinaus. Gerätetests werden in unregelmäßigen Abständen beispielsweise auch durch die Stiftung Warentest durchgeführt. Der wesentliche Unterschied im Vorgehen liegt darin, dass die Stiftung Warentest die Messgenauigkeit nur an 32 statt an 96 Probanden testet. Die Deutsche Hochdruckliga setzt bei ihren Messungen eine deutlich größere Probandenanzahl von 96 Personen ein, um nicht ausschließbare Messschwankungen bei Probanden mit Herzunregelmäßigkeiten (Arrhythmien) auszuschließen. Falls Blutdruckmessgeräte öfters aussetzen, könnte das auf Herzunregelmäßigkeiten und Vorhofflimmern hinweisen. Andere Geräte haben eine entsprechende Warnfunktion. In beiden Fällen sollte das unbedingt vom Arzt abgeklärt werden, so Professor Hausberg, um das Herz bzw. Gehirn rechtzeitig zu schützen und auch Schlaganfälle zu vermeiden.

In Zusammenhang mit der Blutdruckmessung fragen in letzter Zeit viele Patienten, ob sich Smartphone-Apps für die Blutdruckmessung eignen. Das Gesundheitsministerium hat am 25. April eine Studie veröffentlicht, die vor möglichen Gefahren von Gesundheits-Apps warnt. Bundesgesundheitsminister Herrmann Gröhe fordert klare Qualitäts- und Sicherheitsstandards für Patienten, medizinisches Personal und App-Hersteller. Die Hochdruckliga sieht derzeit vor allem Gefahren bei blutdruckmessenden APPs über die Smartphone-Camera oder Smart-Watches: "Diese Geräte müssten als Medizinprodukt der Klasse I m deklariert sein, sind e" derzeit aber nicht und dürften nicht angeboten werden. Die Hochdruckliga fordert daher, dass APP Storeanbieter sich verpflichten sollten, bei APPs die Einhaltung des Medizinproduktegesetzes zu prüfen. APPs die gegen das Medizinproduktegesetz verstoßen, dürfen nicht angeboten werden. Die APPs zum Blutdruckmessen müssen aus dem APP Store entfernt werden. Bei fehlender Deklaration sollte bei entsprechender Meldung von Amts wegen vorgegangen werden. Die Speicherung der Blutdruckdaten in APPs ist zu begrüßen, falls auf den Datenschutz geachtet wird. Die Werte selbst sollten Patienten aber mit einem konventionellen Messgerät erheben", sagt Professor Hausberg.

Über die Diagnostik von Bluthochdruck, seine Folgen und Behandlungswege informieren Experten der DHL bundesweit am Welt Hypertonie Tag am 17. Mai. Schon am 9. Mai diskutieren sie darüber auf einer Pressekonferenz in Berlin. Dabei geht es vor allem auch um die Rolle von Bewegung bei Bluthochdruck und die richtige Blutdruckmessung. Dann kommt auch zur Sprache, welche Bedeutung die Art des Messverfahrens im Vergleich der so wichtigen Studien SPRINT und Accord spielt.

zuletzt bearbeitet: 02.05.2016 nach oben

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