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Diabetes-Prävention

Zuckergehalt von Fruchtsäften "inakzeptabel hoch"

Zu diesem Schluss kommen britische Forscher. Sie hatten über 200 Fruchtsäfte, Smoothies und Fruchtsaftgetränke für Kinder untersucht und halten den hohen Zuckeranteil darin für nicht hinnehmbar. Die Studie ist momentan besonders interessant, da 2018 in England eine Zuckersteuer auf Softdrinks erhoben werden soll, um die rasche Verbreitung von Typ-2-Diabetes im Königreich zu stoppen. Fruchtsäfte sind davon aktuell allerdings ausgenommen.

Forscher der Universität Liverpool haben kürzlich im 'British Medical Journal' den Zuckergehalt von 203 speziell für Kinder vermarkteten Getränken überprüft. Konkret verglichen sie schlicht die Angaben auf den jeweiligen Verpackungen, die den Zuckergehalt einer "Portion" auswiesen, also von 200 ml.

Kernaussage der Arbeit: bei fast der Hälfte (85) der untersuchten Produkte enthielt bereits eine Portion mindestens die für Kinder empfohlene tägliche Zuckermenge von 19 Gramm, was in etwa fünf Teelöffeln entspricht. Am meisten Zucker enthielten der Studie nach Smoothie-Getränke (im Schnitt 13g/100 ml), gefolgt von reinen Fruchtsäften (10,7 g/100 ml) und Fruchtsaftgetränken (5,6 g/100 ml).

Wären sie Softdrinks, würden demnach alle untersuchten Getränke unter die in England geplante Zuckersteuer fallen. Diese soll - ähnlich wie in anderen europäischen Ländern - Aufschläge von etwa 22 Cent auf Getränke ab fünf Gramm Zucker pro 100 ml bringen. Ein Zuckergehalt von über acht Gramm wird sogar höher besteuert. Reine Fruchtsäfte, Getränke auf Milchbasis und sehr kleine Unternehmen sind allerdings nach den Regierungsplänen von der Steuer ausgenommen. Das erwirtschaftete Geld soll in die Sportförderung an Grundschulen fließen.

Jedoch gilt das neue Gesetz erst ab 2018. Entsprechend kritisch sehen das die Wissenschaftler der aktuellen Studie. Sie fordern die Getränkehersteller auf, präventiv schon jetzt den unnötigen Zusatz von Zucker zu unterlassen. Die Wissenschaftler bemängeln zudem, dass die Getränke auf der Verpackung zwar Empfehlungen ausweisen, sich diese jedoch auf eine erwachsene Durchschnitts-Frau beziehen. Für Kinder sei das absolut ungeeignet.

Die Autoren warnen zudem vor einem Trugschluss: durch die zunehmend kritische Wahrnehmung von Softdrinks stellen viele Eltern die Ernährung ihrer Kinder auf die vermeintlich gesünderen Fruchtsäfte um. Zumindest was den Zuckergehalt anbelangt nicht unbedingt eine Verbesserung. Die Verdünnung in Form von Schorlen sei daher sehr ratsam. Zudem empfehlen die Experten, Früchte am besten als ganzes zu verzehren und nicht nur den gepressten Saft.

Quellen

zuletzt bearbeitet: 23.04.2016 nach oben

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