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Vorgestellt auf dem Diabetes Mediendialog 2015

Update GoCARB-Projekt - was gibt es Neues?

Was ist das GoCARB-Projekt?

Unsicherheiten bei der Kohlenhydratschätzung zählen nach wie vor zu den häufigeren Problemen der intensivierten Insulintherapie - selbst bei erfahrenen und gut geschulten Patienten. Ein Forscherteam der Universität Bern arbeitet daran, diesen fehleranfälligen Schritt anhand einer Smartphone-App zu automatisieren. Im vergangenen Jahr stellte PD Dr.-Eng. Stavroula Mougiakakou im Rahmen des Diabetes Mediendialogs die ersten Entwicklungsschritte der Applikation vor.

Mit der GoCarb-App sollen Nahrungsmittel mithilfe automatisierter Bildverarbeitung und künstlicher Intelligenz erfasst und deren Kohlenhydratgehalt automatisch abgeschätzt werden. Auf Basis dessen berechnet die App automatisch einen Bolusvorschlag. Eine 2014 durchgeführte präklinische Untersuchung (n = 19) zeigte bereits, dass der Gebrauch des GoCARB-Systems zu einer verbesserten Kontrolle des postprandialen Blutzuckerprofils führte.

Update 2016 - Was gibt es Neues zu GoCARB?

Im Mai 2015 wurde eine Studie des Schweizer Forscherteams zur Genauigkeit der GoCARB-App in der Prototypversion vorgestellt. Getestet wurde die App mit 24 verschiedenen Gerichten des Restaurants des Berner Inselspitals. Von jedem dieser Gerichte gab es drei unterschiedliche Fotopaare, die jeweils viermal durch das System geprüft und hinsichtlich ihrer Kohlenhydratmenge bewertet wurden (Schätzungen gesamt 288). Das Ergebnis zeigte eine geringe Fehlerquote bei der Berechnung der Kohlenhydratmenge: Die Toleranzgrenze von 20 Gramm Abweichung zur Aufrechterhaltung eines normalen postprandialen Glukoseverlaufs wurde zu keinem Zeitpunkt überschritten. (Ø 6 Gramm).

Eine klinische Studie mit Patienten mit Typ-1-Diabetes unter Pumpentherapie ist derzeit in Arbeit. Sie soll zeigen, ob der postprandiale Glukoseverlauf durch die Nutzung der App verbessert wird.

Technische Weiterentwicklungen sind ebenfalls geplant: Zum einen soll die Bandbreite der berücksichtigten Lebensmittel für verschiedene Ernährungsgewohnheiten erweitert werden. Zum anderen können verwischte oder verwackelte Mahlzeitenbilder das Ergebnis verfälschen. Dies wird bis zur nächsten Version der App optimiert.

In Kooperation mit Roche Diabetes Care wird die Forschergruppe der Universität Bern die App weiterentwickeln und schnellstmöglich für Menschen mit Diabetes zur Verfügung stellen.

zuletzt bearbeitet: 20.03.2016 nach oben

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