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Wozu gesund?

Steigende Kosten durch Volkskrankheiten wie Diabetes vermeiden

Neuer Sammelband zum Thema Gesundheitsförderung und Prävention vom Ethikzentrum der Universität Jena erschienen

Cover zur neuen Publikation
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Der irische Schriftsteller Oscar Wilde sprach einst, Gesundheit sei die erste Pflicht im Leben. Über 100 Jahre nach seinem Tod ist diese Maxime aktueller denn je. "Gesundheit" ist längst zum Trendbegriff geworden, unterstützt durch immer neue Fitness- und Ernährungsweisheiten und technische Spielereien, wie sogenannte Fitness-Tracker (Fitnessarmbänder). Doch die Gesundheitsförderung und Prävention gewinnt nicht allein im privaten Lebensbereich an Bedeutung. Der Gesellschaft und Wirtschaft ist ebenfalls zunehmend an der Vermeidung von Krankheiten gelegen. Denn mit ihnen sind u. a. steigende Kosten, etwa durch Volkskrankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder psychischen Erkrankungen, verbunden.

Eine interdisziplinäre Perspektive auf das Themenfeld Gesundheit und Prävention gibt das Buch "Wozu gesund? Prävention als Ideal" aus der Reihe der Kritischen Jahrbücher der Philosophie. Herausgeber sind PD Dr. Reyk Albrecht, Prof. Dr. Nikolaus Knoepffler sowie Prof. Dr. Wolfram H. Eberbach vom Ethikzentrum der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Der Sammelband vereint Beiträge, die im Rahmen des Thüringentages für Philosophie 2014 in Jena entstanden sind, mit neuen Ansätzen. Beleuchtet werden die verschiedensten Facetten dieses gerade so aktuellen Themas: Philosophische und medizinische Grundlagen ebenso wie die praktische Anwendung in Unternehmen und Hochschulen. Zudem werden aktuelle Projekte vorgestellt und ein zentraler Präventionsansatz vertieft.

Gleichzeitig wird die Entwicklung aber auch hinterfragt: "Prävention, also der Erhalt der Gesundheit, ist natürlich erst einmal eine positive Sache. Doch es gibt durchaus Problematiken, die es kritisch zu betrachten gilt. So birgt Prävention an der falschen Stelle auch Risiken", sagt Prof. Knoepffler. Für den einen sei etwa das Lauftraining gut, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen. Für einen anderen jedoch bedeutet es eine Schädigung der Gelenke.

Ebenfalls zu klären sei, was überhaupt unter Gesundheit zu verstehen ist und ob es so etwas, wie das von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geforderte "Recht auf Gesundheit" überhaupt geben kann.

Einen weiteren wichtigen Punkt, den v. a. Reyk Albrecht intensiv verfolgt, ist der Achtsamkeitsansatz. Viele große Konzerne, wie Google und SAP, aber auch renommierte Hochschulen, wie Oxford, verfolgen diesen Ansatz im Umgang mit den Herausforderungen einer beschleunigten Arbeits- und Lebenswelt. Achtsamkeit kann als eine zentrale Kompetenz angesehen werden, die notwendig ist, um konstruktiv mit Stress umgehen zu lernen. "Dabei ist Achtsamkeit keineswegs etwas Neues. Sie wird aber durch Entwicklungen, wie ständige Erreichbarkeit, gerade in den letzten Jahren eher abtrainiert", sagt Albrecht und ergänzt "beim Achtsamkeitstraining geht es im Kern darum, wieder die Wahrnehmung dessen zu stärken, was im Augenblick wirklich geschieht und wichtig ist."

Mit Chancen und Grenzen des Achtsamkeitsansatzes beschäftigt sich Albrecht schon seit einigen Jahren und etabliert derzeit ein interdisziplinäres Forschungsnetzwerk innerhalb der FSU Jena und darüber hinaus. Seit dem Thüringentag verständigt sich das Ethikzentrum zum Beispiel mit Verantwortlichen anderer Thüringer Hochschulen über diesen Bereich universitären Gesundheitsmanagements. "Die Vernetzung mit anderen deutschen Hochschulen ist geplant. Zudem erhalten wir immer wieder Anfragen aus Schulen", so Albrecht.

Weitere Informationen zum Achtsamkeitsansatz sowie zum Themenfeld Gesundheit und Prävention sind im Buch sowie unter http://www.ethik.uni-jena.de/ zu finden.

Quellen

Bibliografische Angaben: Reyk Albrecht, Nikolaus Knoepffler, Wolfram H. Eberbach (Hg.): "Wozu gesund? Prävention als Ideal", Kritisches Jahrbuch der Philosophie, Band 16, Königshausen & Neumann, 2015, 139 Seiten, 19,80 Euro. ISBN 978-3-8260-5828-8

Bildunterschrift: Das Cover der neuen Publikation
Bildquelle: Friedrich-Schiller-Universität Jena

Diese Pressemitteilung wurde über den - idw - versandt.

zuletzt bearbeitet: 04.03.2016 nach oben

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