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Ausreichend Schlaf senkt Risiko für Typ-2-Diabetes

Ausschlafen am Wochenende - geringeres Diabetes-Typ-2-Risiko

Zwei Nächte Erholung können Schlafmangel-bedingte Effekte auf den Zuckerstoffwechsel ausgleichen. Vor allem das Risiko einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln, kann auf diese Weise beeinflusst werden. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher von der Universität in Boulder im US-Bundesstaat Colorado.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchten für eine Studie 19 gesunde junge Männer unter standardisierten Bedingungen. In einem ersten Experiment durften sie vier Nächte hintereinander achteinhalb Stunden im Bett verbringen. Dies sollte einen ausreichenden Schlaf gewährleisten. In einem weiteren Experiment wurde der Schlaf in vier aufeinander folgenden Nächten auf maximal viereinhalb Stunden begrenzt. In der fünften Nacht durften sie dann zwölf und in der sechsten maximal zehn Stunden schlafen. Diese Bedingungen sollten eine relativ schlafarme Woche und ein schlafintensiveres Wochenende simulieren. Nach allen drei Zuständen (normal, wenig und viel Schlaf) führten die Forscher bei den jungen Männern einen Glukosetoleranztest durch.

Ausschlafen am Wochenende senkt Risiko für Typ-2-Diabetes

Durchschnittlich schliefen die Probanden in den vier Nächten mit normaler Schlafdauer knappe acht Stunden. In der Schlafmangelphase schliefen sie etwa vier, in der Erholungsphase rund zehn Stunden. Welche Auswirkungen das auf den Zuckerstoffwechsel hatte, zeigten die Ergebnisse des Glukosetoleranztests: Nach dem künstlich erzeugten Schlafdefizit sank die Insulinsensitivität der Männer um etwa 23 Prozent. Die anschließende Erholungsphase (nach zwei Nächten mit ausreichend Schlaf) brachte die Werte der Probanden wieder zurück auf das Ausgangsniveau.

Als nächstes bestimmten die Forscher den sogenannten Dispositionsindex. Er wird aus Insulinsensitivität und Insulinausschüttung berechnet und dient als Marker für das Diabetesrisiko. Nach den vier Nächten mit wenig Schlaf zeigte dieser Indikator um 16 Prozent niedrigere Werte, das Diabetesrisiko stieg dementsprechend. Nach den zwei Nächten mit Erholungsschlaf war der Index wieder bei den Ursprungswerten angekommen.

Die Forscher interpretieren die Ergebnisse dahingehend, dass zwei Nächte mit ausreichend Schlaf, wie es für viele Menschen am Wochenende zutrifft, genügen, um das durch Schlafmangel an Wochentagen bedingte Risiko für Typ-2-Diabetes auszugleichen.

Hintergrund der Untersuchungen waren Studienergebnisse von Epidemiologen, die darauf hinweisen, dass dauerhafter Schlafmangel das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen aber eben auch für Diabetes und Übergewicht erhöht. Ein Grund dafür ist offenbar die reduzierte Insulinsensitivität bei Schlafmangel.

Quellen

zuletzt bearbeitet: 02.03.2016 nach oben

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