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Deutsche Diabetes Gesellschaft verleiht Medienpreise 2015 in Düsseldorf

Drei herausragende Beiträge auf Diabetes Herbsttagung prämiert

Lisa Weitemeier, Preisträgerin Hörfunk und Dr. Reinhard Door, Preisträger Print
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Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) hat in Düsseldorf die drei Preisträger der diesjährigen DDG Medienpreise geehrt. Aus den insgesamt 35 eingereichten Wettbewerbsbeiträgen wählte die Jury drei herausragende aus. Zu den Preisträgerinnen und Preisträgern gehören: Dr. Reinhard Door mit seinem Print-Beitrag "Auf dem Weg zur Kunstdrüse", veröffentlicht in der Apotheken Umschau, Lisa Weitemeier mit ihrem Hörfunkbeitrag "Amira hat Diabetes" für den WDR-Kinderhörfunkkanal KiRaKa und Uta Meyer für ihren Fernsehbeitrag mit dem Titel "Dicke leben länger - warum Dünne nicht immer gesünder sind". Die drei Medienpreise sind mit jeweils 2.000 Euro dotiert und wurden im Rahmen der Kongresseröffnung der 9. Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) in Düsseldorf überreicht.

Das Krankheitsbild Diabetes ist komplex. Trotz der insgesamt hohen Zahl von über sechs Millionen betroffener Menschen in Deutschland und einer regen Berichterstattung in den Medien muss nach Auffassung der Deutschen Diabetes Gesellschaft die Aufklärung bezüglich Ursachen, Diagnose und Therapie verstärkt werden. Aus diesem Grund vergibt die Fachgesellschaft nun zum zweiten Mal die DDG Medienpreise. Insgesamt wurden 35 Beiträge für die Kategorien Print, Hörfunk und Fernsehen eingereicht. Professor Dr. med. Dirk Müller-Wieland, Jurymitglied und Pressesprecher der DDG, bemerkt: "Die Themen reichten von Ratgeber-Sendungen zum 'richtigen' Umgang mit Diabetes über aktuellste Forschungsansätze bis hin zu Diabetes und seinen psychischen Folgen. Wieder war das journalistische Niveau hoch und die Auswahl ist der Jury daher nicht leicht gefallen."

"Amira hat Diabetes" ist ein Hörstück von sechseinhalb Minuten Länge, das die Wissenschaftsjournalistin Lisa Weitemeier für KiRaKa, den Kinderradiokanal des Westdeutschen Rundfunks, produziert hat. Gesendet wurde der Beitrag am 3. November 2014. Amira, ein 8-jähriges Mädchen mit Typ-1-Diabetes, nimmt uns mit in ihre Welt: Sie beschreibt ihr Leben als Diabetespatientin und zeigt eindrucksvoll, dass sie eine ausgewiesene Expertin ihrer Erkrankung ist. Die zu den einzelnen Themenbereichen hinführenden Fragen spart die Autorin konsequent aus. DDG Pressesprecher Professor Müller-Wieland: "Dadurch verdichtet sich Amiras Schilderung und ein fesselnder Bericht 'aus erster Hand' entsteht." Einige wenige atmosphärische O-Töne und Hintergrundgeräusche (der Klassenraum, die Turnhalle, zu Hause beim Essen) skizzieren akustisch unaufdringlich Amiras Lebenswelt, die "völlig normal" und "absolut außergewöhnlich" zugleich ist. Professor Müller-Wieland fasst zusammen: "Die Autorin Lisa Weitemeier hat einen gestalterisch und inhaltlich überzeugenden Beitrag produziert, der die Zuhörer zu fesseln vermag und es versteht, sie in "Amiras Welt" mitzunehmen. Dabei gelingt es der Autorin, zu zeigen, dass ein Kind mit Typ-1-Diabetes mit den besonderen Herausforderungen der Erkrankung souverän, selbstbewusst und fröhlich umgehen kann. Die Jury der DDG befand: Dies ist der beste Beitrag in der Kategorie Hörfunk.

Der Fernseh-Beitrag "Dicke leben länger - warum Dünne nicht immer gesünder sind" von Uta Meyer geht dem weltweit steigendem Problem der Überernährung nach und versucht zu ergründen, wie es um die Behauptung steht, Adipositas führe stets zu Fettstoffwechselstörungen, Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck oder Herzinfarkt. Dabei lässt sie Experten aus den verschiedensten Disziplinen und Institutionen zu Wort kommen: Diabetologen, Genetiker und Hirnforscher sowie immer wieder auch fettleibige Menschen, die gesund und glücklich sind. Professor Müller-Wieland sagt: "Uta Meyer macht in ihrem Film deutlich, dass die Behauptung, Adipositas führe stets zu schwerwiegenden Erkrankungen, so nicht greift. Die Zusammenhänge sind komplex, ihre Erforschung läuft auf Hochtouren." Die DDG Jury zeichnet den Beitrag als gelungenes Wissenschaftsfeature in der Kategorie Fernsehen aus, dem eine umfassende, differenzierte Recherche zugrunde liegt. In dem am 23. Oktober 2014 gesendeten 43-minütigen Film werden aktuelle Forschungs- und Behandlungsansätze beleuchtet. Auch die Diskriminierung dicker und fettleibiger Menschen spricht die Filmemacherin an und moniert den in unserer Gesellschaft vorherrschenden Schlankheitswahn.

In der Kategorie Print wählte die Jury den am 16. Dezember 2014 in der Apotheken Umschau veröffentlichten Artikel "Auf dem Weg zur Kunstdrüse" aus. Die neue sich noch in der Erprobung befindende Technologie wird präzise, sachlich richtig und allgemeinverständlich vorgestellt. Professor Müller-Wieland: "Der Medizinjournalist Dr. Reinhard Door verbindet dieses sehr technische Thema überzeugend mit einer Patientengeschichte und zeigt auf, welche Hoffnungen sich an das System knüpfen, welche Vorteile es für Diabetespatienten bietet und wie Diabetesexperten diese Technologie und ihre Zukunft einschätzen." Sehr gute Grafiken ergänzen den Beitrag und erleichtern es dem Leser, die sehr komplexe Thematik "Zuckerstoffwechsel" und "Funktionsweise der künstlichen Bauchspeicheldrüse" zu verstehen. In der Einschätzung der DDG Jury ist dies ein sehr gelungener Artikel zu einem neuen, derzeit viel diskutierten Technik-Thema im Bereich der Diabetologie und der beste Beitrag in der Kategorie Print.

Die Links zu den Beiträgen finden Sie hier.

Kurzbiographien der Preisträger der DDG Medienpreise

Dr. biol. hum. Reinhard Door, geboren 1962 in Blaubeuren, studierte in Ulm Biologie. Nach einigen Berufsjahren an der Universität Ulm absolvierte er eine Ausbildung zum Fachzeitschriften-Redakteur. Seit 1998 ist er beim Wort & Bild-Verlag. Zunächst war er für das Apothekenmagazin "Gesundheit" tätig. Er wechselte dann 2005 zum Magazin "Apotheken Umschau".

Uta Meyer, geboren 1975 in Jena, studierte zunächst Rechtswissenschaft an der Universität Jena. Danach absolvierte sie den Studiengang Journalismus an der Akademie Mode & Design in Hamburg. Nach weiteren praktischen Tätigkeiten in einer Filmproduktionsfirma in der Redaktion Dokumentarfilm ist sie seit 2006 freiberufliche Filmemacherin für Themen aus Wissenschaft, Technologie, Kultur und Gesellschaft.

Lisa Weitemeier, geboren 1990 in Braunschweig, studierte Wissenschaftsjournalismus mit dem Schwerpunkt "Biowissenschaften und Medizin". Sie arbeitet während des Studiums als freie Autorin für die Neue Ruhr Zeitung. Nach einem Volontariat beim Westdeutschen Rundfunk (WDR) ist sie nun seit Januar 2015 Multimedia-Redakteurin bei der Wissenschaftssendung Quarks & Co beim WDR.

Mitglieder der Jury

Bildunterschrift: Lisa Weitemeier, Preisträgerin Hörfunk (WDR/KiRaKa) und Dr. Reinhard Door, Preisträger Print (Apotheken Umschau) freuen sich über die Auszeichnung der DDG. Uta Meyer, Gewinnerin des Preises in der Kategorien Fernsehen, konnte leider nicht an der Verleihung teilnehmen.
Bildquelle: K.I.T. Group
Foto: Dirk Deckbar

zuletzt bearbeitet: 12.11.2015 nach oben

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