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Pen-Nadelwechselgewohnheiten von insulinpflichtigen Diabetikern

Pressemitteilung: Ypsomed GmbH

Versorgungsforschung belegt nach wie vor hohe Mehrfachverwendung

Pen-Nadel nach mehrfachem Gebrauch
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Die Ypsomed GmbH hat über einen Zeitraum von sechs Monaten die Pen-Nadelwechselgewohnheiten von insulinpflichtigen Typ 1 und Typ 2 Diabetikern verfolgt und mittels Fragebogen dokumentiert. Die Auswertung zeigt einen nach wie vor hohen Mehrfachgebrauch von Pen-Nadeln und einen großen Schulungsbedarf zu den Themen Injektionstechnik und Einmalverwendung von Pen-Nadeln. Dies war auch Thema während des Workshops von Dr. G.-W. Schmeisl an der DDG Herbsttagung.

Die Ergebnisse der Versorgungsforschung zeigen, dass eine Mehrfachverwendung von Pen-Nadeln bei Typ-1 und Typ-2-Diabetikern immer noch häufig vorkommt, die Pen-Nadelwechselgewohnheiten durch Nachschulungen jedoch in relativ kurzer Zeit verbessert werden konnten. Bei Studieneinschluss gaben 31.8 % der befragten Typ-1-Diabetiker und 36.9 % der Typ-2-Diabetiker an, die Pen-Nadel in der Regel ein- bis zwei Mal zu verwenden. Bei Wiedervorstellung nach sechs Monaten erhöhte sich diese Zahl bei den befragten Typ-1-Diabetikern auf 51.2 % respektive 62.7 % bei den Typ-2-Diabetikern. Der Mittelwert der Nutzungshäufigkeit von Pen-Nadeln reduzierte sich bei den Typ-1-Diabetikern von 4.9 auf 2.7, bei den Typ-2-Diabetikern von 3.9 auf 2.3.

Während des Workshops "Injektionsgewohnheiten und Stoffwechseleinstellung - ein Update 2015" an der DDG Herbsttagung ging auch Dr. G.-W. Schmeisl auf die Wichtigkeit der korrekten Schulung und Einmalverwendung von Pen-Nadeln ein: "Obwohl alle wissen, dass Pen-Nadeln Einmalartikel sind und in den Schulungen darauf sensibilisiert werden, verwenden die meisten ihre Pen-Nadeln doch noch häufig mehrfach."

Die Befragungsergebnisse machen zudem deutlich, dass nach wie vor ein großer Schulungsbedarf zu den Themen Injektionstechnik und Einmalverwendung von Pen-Nadeln besteht. Auch darauf ging Dr. Schmeisl an der DDG-Tagung in Düsseldorf ein: "Die Basis einer erfolgreichen ICT ist die korrekte Schulung auf die richtige Injektionstechnik und das wiederholte Eingehen darauf, dass Pen-Nadeln Einmalartikel sind und nicht mehrfach verwendet werden sollten."

Das Ziel der Erhebung war die Erfassung der Pen-Nadelwechselgewohnheiten von insulinpflichtigen Typ-1 und Typ-2-Diabetikern mit ICT. Dazu wurde der Patient nach der Anzahl der Injektionen pro Tag befragt, die Diabetesberaterin ermittelte die Anzahl der verordneten Nadelpackungen über einen festgelegten Zeitraum. Aus diesen beiden Parametern wurde die durchschnittliche Nutzungshäufigkeit einer Pen-Nadel errechnet.

Der Patient wurde durch die Diabetesberaterin für das Thema Injektionstechnik sensibilisiert und auf die Ein- bis Zweimalverwendung von Pen-Nadeln geschult. Die Befragung wurde nach 6 Monaten wiederholt und die Veränderung der Nadelwechselgewohnheiten ermittelt. Insgesamt wurden 465 Typ-1 und Typ-2-Diabetiker in 19 deutschen Schwerpunktpraxen befragt.

Hintergrund der Versorgungsforschung

Die Entstehung von Lipohypertrophien wird unter anderem mit der Mehrfachverwendung von Pen-Nadeln und dem Auftreten von unerklärlichen Blutzuckerschwankungen in Verbindung gebracht. Durch stärkere Fokussierung auf Injektionstechnik, verbunden mit der Empfehlung zur Einmalverwendung von Pen-Nadeln, kann eine Therapieoptimierung mit verbesserter Stoffwechsellage des Patienten erreicht werden.

Quellen

  • Datenerhebung aus der Versorgungsforschung August 2014 bis August 2015, Ypsomed GmbH Deutschland, Daten liegen vor
  • G.-W. Schmeisl, E. Dobrowski. Diabetes Stoffwechsel und Herz. 2009: 18: 251-258
  • Grassi et al. Journal of Clinical and Transnational Endocrinology. 2014: 1:45-150

Bildunterschrift: Pen-Nadel nach mehrfachem Gebrauch mit teilweise anhaftenden Geweberesten.
Bildquelle: Ypsomed GmbH

zuletzt bearbeitet: 10.11.2015 nach oben

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