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9. Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG)

Blutzucker-Tagebuch war gestern - Modernes Diabetes-Selbstmanagement mit Apps und Biosensoren

Stephan A. Schreiber Ob Diabetes Typ 1 oder Typ 2: Eine gute Diabetes-Therapie ist individuell und eng an den Bedürfnissen und Besonderheiten der Erkrankung des einzelnen Patienten orientiert. Dazu benötigt der behandelnde Diabetologe regelmäßig eine Vielzahl von Daten über das Verhalten des Betroffenen im Umgang mit seinem Diabetes mellitus im Alltag. Bis vor einigen Jahren dokumentierten Menschen mit Diabetes Werte wie Datum und Uhrzeit der Insulininjektionen, die jeweilige Insulinart sowie -dosis, Blutzuckerwerte, gewünschte zu essende Kohlehydratmenge und mögliche Begleitumstände wie Krankheit oder Sport akribisch auf Papier. Im Zeitalter des Smartphones helfen inzwischen spezielle Diabetiker-Apps, die Daten elektronisch zu erfassen und auszuwerten. Wie neue Technologien und Anwendungen das Diabetesmanagement schon heute und auch künftig verändern, diskutieren Experten in Symposien und Workshops, die während der 9. Herbsttagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft vom 6. bis 7. November 2015 im Congress Center Düsseldorf (CCD) stattfinden.

Vorbei die Zeiten, wo Stift und Notizblock der tägliche Begleiter von Menschen mit Diabetes waren: Im Zeitalter der neuen Medien ist das Diabetestagebuch überholt. "Heute helfen Diabetiker-Apps in Kombination mit Biosensoren, den Blutzucker kontinuierlich unter Kontrolle zu halten", erklärt Stephan A. Schreiber, Tagungspräsident der Diabetes Herbsttagung 2015 und niedergelassener Diabetologe aus Quickborn. Lustige Features und Animationen bereiten Spaß und motivieren - zudem werden die Daten statistisch und graphisch aufbereitet. Als PDF können sie anschließend ausgedruckt oder per E-Mail verschickt werden. "Für die Patienten, aber auch für uns Ärzte hat diese moderne Datenerfassung große Vorteile", betont Schreiber. "Da intelligente Apps es zulassen, die Therpiealgorithmen in ihnen zu hinterlegen, machen die Betroffenen durch die ständige Interaktion mit der App weniger Fehler mit ihrer Therapie. Zudem kann der Arzt die Daten leichter analysieren und die Therapie damit noch schneller und gezielter individuell auf den Patienten abstimmen" – Stichwort personalisiertes Diabetesmanagement.

"Egal welcher Diabetes-Typ oder ob jung oder alt - es gibt für jeden die passende Diabetes-App". Selbst Menschen mit Diabetes Typ 2, die bisher noch nicht spritzten, können die App als reines Dokumentationswerkzeug nutzen. Solche Apps gibt es mittlerweile zahlreiche und von unterschiedlichen Anbietern, unter anderem von pharmazeutischen Firmen oder Krankenkassen. Darüber hinaus gibt es freie Anbieter mit selbst entwickelten Apps. Hinsichtlich der Datensicherheit sollten Menschen mit Diabetes bei der Auswahl darauf achten, dass die Daten auf dem eigenen Smartphone verbleiben. In Verbindung mit Apps sind Biosensoren die modernste Möglichkeit der Diabetes-Kontrolle. "Mit den Biosensoren entfällt das mehrmals tägliche Stechen und Messen", erklärt Schreiber. "Stattdessen misst ein kleiner unauffälliger, auf der Haut mit Hilfe eines Applikators gesetzter Sensor den Gewebeblutzucker kontinuierlich rund um die Uhr." Aktuell stehen drei Systeme zur Verfügung. "Hier liegt die Zukunft der modernen Diabetes-Therapie", prophezeit Schreiber. "In 20 Jahren wird das der Standard für Betroffene mit Typ-1-Diabetes mellitus sein." Im Rahmen der Diabetes Herbsttagung 2015 erörtern die Teilnehmer in mehreren Veranstaltungen die Möglichkeiten neuer Diabetestechnologien.

Bildunterschrift: Stephan A. Schreiber
Bildquelle: Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG)

zuletzt bearbeitet: 05.11.2015 nach oben

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