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Die Welt wird immer dicker - die Politik muss handeln!

Erster Welt-Adipositas-Tag am 11. Oktober 2015

Hält der derzeitige Trend an, wird es im Jahr 2025 2,7 Mrd. übergewichtige Menschen weltweit geben, eine Steigerung um rund ein Drittel in weniger als 10 Jahren (seit 2014). Rund 177 Mio. Menschen werden dann schwer übergewichtig und damit therapiebedürftig sein. Die Regierungen der Welt sind dringend aufgefordert, zu handeln, um diese Epidemie bis 2025 aufzuhalten. Dazu hat sich auch Deutschland verpflichtet. Hierzulande ist Übergewicht längst das neue Normal: zwei Drittel der Männer und jede zweite Frau sind übergewichtig und der Schweregrad des Übergewichts nimmt weiter zu. Die Politik muss jetzt handeln.

"Die Nationen haben sich 2012 weltweit geeinigt, das Vorkommen von Übergewicht und Adipositas bis 2025 auf dem Stand von 2010 einzufrieren, also weitere Zunahmen zu verhindern", darauf macht Prof. Dr. med. Martin Wabitsch aufmerksam, Präsident der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG). "In Deutschland ist die Zunahme aber ebenfalls noch nicht zum Stillstand gekommen und der Schweregrad des Übergewichts nimmt weiter zu, beunruhigenderweise bei jungen Erwachsenen", mahnt der Ulmer Kinder- und Jugendarzt.

Adipositas ist sehr schnell zur größten Herausforderung für das öffentliche Gesundheitswesen weltweit geworden und rangiert unter den TOP 3 als Ursache für chronische Krankheiten. Bislang hat kein Land der Welt eine Trendwende zu sinkenden Adipositaszahlen geschafft und enorme kommerzielle Interessen stehen effektiven Primärpräventionsstrategien entgegen, insbesondere vonseiten der Lebensmittelwirtschaft.

Nach Informationen der World Obesity Federation sind in Deutschland derzeit:

Die DAG fordert von der Politik:

Der CDU-Gesundheitspolitiker Dietrich Monstadt, u. a. zuständiger Berichterstatter für Adipositas seiner Fraktion, sieht ebenfalls einen dringenden Handlungsbedarf und fordert sofortige Maßnahmen: "Die Themen Übergewicht und Adipositas sind in der Politik angekommen. Mit dem am 18. Juni 2015 im Bundestag verabschiedeten Präventionsgesetz haben wir den ersten Schritt in die richtige Richtung getan. Wir dürfen uns jetzt nicht ausruhen und müssen die im Präventionsgesetz festgelegten Rahmenbedingungen ressortübergreifend angehen und umsetzen." Monstadt fordert in diesem Zusammenhang die Implementierung einer Nationalen Adipositas-Strategie, die mit zielgerichteten Präventions- und Aufklärungskampagnen gesamtgesellschaftlich einen wesentlichen Beitrag leisten könne, um die weitere Zunahme der Erkrankung einzudämmen. Auch reichen seines Erachtens Maßnahmen zur Verhaltensprävention allein nicht aus, um Übergewicht oder Adipositas in den Griff zu bekommen. Vielmehr müsse das tägliche Umfeld der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen so verändert werden, dass Verhaltensänderungen im Bereich der Ernährung und Bewegung auch möglich sind.

zuletzt bearbeitet: 10.10.2015 nach oben

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