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Kein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko durch Sitagliptin

Studienergebnisse jetzt auf Jahrestagung der American Diabetes Association vorgestellt

Die Zulassungsbehörden in USA und Europa forderten Studien, die die mögliche Auswirkung von neuen oralen Antidiabetika auf das Herz-Kreislauf-System untersuchen. Ergebnisse einer Studie zu dem DPP4-Inhibitor Sitagliptin wurden auf der diesjährigen Jahrestagung der American Diabetes Association in Boston vorgestellt sowie aktuell im New England Journal of Medicine veröffentlicht.

An der TECOS-Studie nahmen fast 15.000 Patientinnen und Patienten mit Typ-2-Diabetes teil, die früher bereits einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall oder ein ähnliches Herz-Kreislauf-Ereignis erlitten hatten. Zusätzlich zu ihren bisherigen antidiabetischen Medikamenten erhielten sie im Rahmen der Studie Sitagliptin oder ein Scheinmedikament (Placebo). Während einer Beobachtungszeit von drei Jahren erlitt in beiden Gruppen nahezu der gleiche Anteil (11,4 Prozent in der Sitagliptin-Gruppe bzw. 11,6 Prozent in der Placebo-Gruppe) ein erneutes Herz-Kreislauf-Ereignis. Die Forscher schließen daraus, dass Sitagliptin weder positive noch negative Nebenwirkungen im Herz-Kreislauf-Bereich zeigt. Ähnliche Ergebnisse wurden im vergangenen Jahr bereits für Alogliptin und Saxagliptin, beides Vertreter der gleichen Wirkstoffgruppe, belegt.

Folgeerkrankungen im Herz-Kreislauf-Bereich durch Gefäßschädigungen sind bei Menschen mit Typ-2-Diabetes nicht selten. Daher ist der Nachweis wichtig, dass dieses Risiko durch Medikamente nicht noch erhöht wird. Falls die Hersteller sich erhofft hatten, dass sich das Risiko sogar senken ließe und die Medikamente damit noch einen Zusatznutzen hätten, hat sich dies jedoch nicht bestätigt.

Darüber hinaus räumte die Studie Bedenken einer möglichen Schädigung der Bauchspeicheldrüse aus. Die Zahl der aufgetretenen Bauchspeicheldrüsen-Entzündungen sowie -Tumoren unterschied sich ebenfalls nicht in den Behandlungsgruppen.

Quellen

zuletzt bearbeitet: 29.09.2015 nach oben

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