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diabetesDE-Expertenchat zum Weltherztag

Regelmäßig Herz-Kreislaufsystem kontrollieren lassen

Noch immer sterben drei Viertel aller Menschen mit Diabetes an akuten Gefäßverschlüssen, vor allem am Herzinfarkt. Denn Diabetes mellitus kann auch das Herz und die Blutgefäße in Mitleidenschaft ziehen. Koronare Herzkrankheit und periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) treten vor allem bei Diabetes Typ 2 auf, betreffen aber auch viele langjährig an Diabetes Typ 1 erkrankte Menschen. Beiden Diabetes-Typen gemeinsam ist, dass Herzerkrankungen bei Betroffenen häufig zu spät festgestellt und behandelt werden. Umgekehrt weisen viele Herzkranke auch einen unerkannten Diabetes auf. Darauf macht diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe anlässlich des Weltherztags am 29. September 2015 aufmerksam und rät zu regelmäßigen ärztlichen Kontrollen des Herz-Kreislaufsystems.

Professor Dr. med. Stephan Jacob erklärt am Dienstag, den 29. September 2015 im Expertenchat von diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe alles zu Vorbeugung, Erkennung und Behandlung von Herzerkrankungen bei Diabetes. Fragen können ab sofort auf www.diabetesde.org eingesendet werden.

Generell sind Menschen mit Diabetes von kardialen Erkrankungen gehäuft betroffen. Umgekehrt sind Störungen des Glukosestoffwechsels bei über der Hälfte aller Herzkranken die Regel. Die beiden Erkrankungen fördern sich gegenseitig. "Ein hoher Anteil der Bevölkerung über 55 Jahre ist vom Typ-2-Diabetes oder seinen Vorstufen betroffen, aber nicht diagnostiziert", sagt Professor Dr. med. Stephan Jacob aus Villingen-Schwenningen. Er ist Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft "Herz und Diabetes" der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). In beiden Patientengruppen fehle die rechtzeitige Behandlungsstrategie und Therapie. Die Lebenszeitprognose bei Menschen mit Diabetes wird vor allem durch ihre kardiovaskuläre Leistungsfähigkeit bestimmt. Häufig entwickeln sie eine Herzinsuffizienz oder eine koronare Herzkrankheit: Dadurch fließt das Blut schlechter durch die Gefäße und versorgt die Organe nicht mehr optimal mit Sauerstoff. Als Folge davon kann ein Herzinfarkt auftreten.

"Um eine Schädigung des Herz-Kreislaufsystems von vornherein zu vermeiden, müssen bei Diabetikern Blutzucker-, Blutfett- und Blutdruckwerte möglichst gut eingestellt werden", betont Professor Jacob. Als Zielwert für den Blutdruck gilt 140/90 mmHg. Der sogenannte HbA1c-Wert sollte im Allgemeinen bei unter 6,5 Prozent liegen. Der HbA1c-Wert spiegelt den mittleren Plasmaglukosespiegel der vergangenen zwei bis drei Monate wieder. Der Gesamtcholesterinwert sollte weniger als 200 mg/dl und das LDL-Cholesterin sollte unter 100 mg/dl betragen. "In der diabetologischen Schwerpunkpraxis berücksichtigen wir durch das persönliche Gespräch mit den Patienten auch das Alter, die Lebensumstände oder weitere Aspekte innerhalb einer individuellen Diabetestherapie," bemerkt Dr. med. Jens Kröger, Vorstandsmitglied Prävention von diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe und niedergelassener Diabetologe aus Hamburg-Bergedorf.

Menschen mit Diabetes mellitus sollten ein- bis zweimal jährlich ihre Blutfettwerte (LDL- und HDL-Cholesterine sowie Triglyzeride) kontrollieren lassen. "Dabei ist wichtig, dass die Zielwerte auch erreicht werden", betont Professor Jacob. Außerdem sollten Diabetiker ihre Gefäße untersuchen lassen und mit ihrem behandelnden Arzt besprechen, ob bei ihnen gegebenenfalls auch eine Ultraschalluntersuchung des Herzens und ein Besuch beim Herzspezialisten notwendig ist. Ein Belastungstest auf dem Fahrradergometer (Belastungs-EKG) kann zeigen, ob ihr Herz noch gesund und voll leistungsfähig ist oder ob sie kardiologische Hilfe benötigen. Fragen rund um das Thema Herz-Kreislauf und Diabetes beantwortet Professor Jacob am Dienstag, den 29. September 2015 im Expertenchat von diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe.

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zuletzt bearbeitet: 24.09.2015 nach oben

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