Das unabhängige Diabetes-Portal DiabSite

Home > Aktuelles > Diabetes-Nachrichten > Archive > 2015 > 150827

Krankenhaus Sachsenhausen veranstaltete Diabetiker-Workshop

Pressemitteilung: Nintamed GmbH & Co. KG

CGM: "Das ist doch die Zukunft"

Teilnehmer/innen des Diabetiker-Workshops
Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken.
"Nordic Walking mit Pumpe und CGM" lautete das Motto des Workshops, zu dem das Krankenhaus Sachsenhausen erst kürzlich einlud. 20 Teilnehmer erhielten die Gelegenheit, sich unter fachlicher Anleitung im Frankfurter Stadtwald sportlich zu bewegen. Die Mainzer Firma Nintamed stellte dazu zehn Dexcom G4 Platinum-Geräte zum ausgiebigen Testen zur Verfügung. Während des Tragens sorgten die auf dem Empfänger angezeigten Zuckerwerte für etliche Aha-Effekte.

Rund fünf Kilometer walkten die 20 Teilnehmer im Alter von 30 bis über 80 Jahren durch den Frankfurter Stadtwald - ein malerisches Fleckchen Erde mit hohem Freizeitwert. Dazwischen gab es regelmäßige Stopps, um die Zuckerwerte zu kontrollieren. Dazu benutzten die Teilnehmer, allesamt Typ-1-Diabetiker und Pumpenträger, erstmals Geräte zur kontinuierlichen Glucosemessung (CGM). "Man hat damit eine bessere, fortlaufende Überwachung und kann erkennen, wohin sich der Zuckerspiegel bewegt, ob er fällt und wie schnell er fällt. Mit einem Piepton alarmieren die Geräte automatisch vor Hypo- bzw. Hyperglykämien, so dass sich rechtzeitig gegensteuern lässt", legte Oberarzt Ralf Jung dar. Der große Nutzen der Geräte zeigte sich unmittelbar beim Walken: Einige Teilnehmer bekamen unterwegs auf ihren Displays Anzeichen für eine Unterzuckerung signalisiert. "Es war gut, dass wir helfen und das abfangen konnten, denn es hätte ja schon auch ernster werden können", meinte Oberarzt Ralf Jung. Diese Erfahrungen ließen sich gut in der Gruppe sammeln und jeder könne dann zu Hause einfacher damit umgehen.

Kornelia Rabanus, Leiterin der Station A3 am Krankenhaus zeigte sich überrascht. "Ich hätte nicht gedacht, dass wir während des Weges bei einigen Teilnehmern die Basalrate reduzieren müssen. Die Nordic Walking Tour durch den Wald dauerte ja nur eine Stunde 15 Minuten." Genau hier lägen die Vorteile von Systemen zur kontinuierlichen Glukosemessung: Sie geben zuverlässig darüber Auskunft, welche Anstiege und Abfälle des Zuckers sich etwa während sportlicher Bewegung abzeichnen bzw. wie stark möglicherweise die Insulingaben in Form von Bolus und Basalrate reduziert werden müssen. "Wir wollen den Teilnehmern CGM nahebringen, weil das doch die Zukunft ist, sein eigenes Zuckerverhalten selbst zu sehen und eingreifen zu können, bevor es kritisch wird", erklärte die engagierte Diabetesberaterin. "Ohne CGM-Geräte hätten die Teilnehmer alle halbe Stunde, spätestens nach 40 Minuten ihren Blutzucker messen müssen. Mit CGM konnten sie weiterlaufen und einfach auf das Display schauen."

Doch nicht nur Tendenzen nach unten waren auf den Displays zu sehen, bei manchen Teilnehmern zeigten sie mit über 300 mg/dl (16,7 mmol/L) auch relativ hohe Zuckerwerte an. Aufregung, Stress, Überanstrengung oder Insulinmangel lassen den Zuckerpegel ansteigen. Dadurch wird Fettgewebe abgebaut, das Blut kann übersäuern und im schlimmsten Fall ein diabetisches Koma auslösen. Daher gibt es keine allgemeinen Ratschläge, die für alle passen. Ausprobieren, sorgfältige Kontrolle und individuelle Anpassung der Insulindosen an die jeweilige Stoffwechselsituation heißt die Devise. "Unterm Strich wirkt sich körperliche Aktivität bei jedem günstig auf Wohlbefinden und Stoffwechsel aus. Wir wollen unsere Patienten daher mit dem Workshop dazu motivieren, Bewegung auch zuhause fortzuführen und in den Alltag zu integrieren." so Diabetologe Ralf Jung.

Bereits fünf Tage vor dem Lauf gab es für alle Teilnehmer eine Einführung in das Thema CGM. Zehn der Teilnehmer erhielten ein Dexcom G4 Platinum-System, die übrigen Teilnehmer bekamen ein CGM-Gerät einer anderen Firma - so konnten alle Diabetiker ihren Zucker bereits in ihrem Alltag beobachten. Dabei entdeckten einige bisher unerkannte, nächtliche Hypoglykämien. Dank der Alarmfunktion ihres CGM-Geräts wurden sie geweckt und konnten so die beginnende Unterzuckerung beheben. Bis dato waren sich diese Teilnehmer nicht bewusst, dass ihr Blutzucker nachts regelmäßig so stark absank.

Nach dem Lauf begaben sich die Teilnehmer ins nahe gelegene Restaurant und verfolgten dort gespannt die Interpretation exemplarischer Datenverläufe, die sich dank Laptop und Diaprojektor an der Wand abzeichneten. Anhand spezieller Software ließen sich die in den letzten Tagen gemessenen Zuckerwerte - beim Dexcom G4 Platinum-Gerät sind das täglich 288 Werte - schnell und anschaulich u. a. als Kurven darstellen. "Daraus lassen sich sehr gut Muster ablesen. Etwa wie hoch das Glukoseniveau ist oder ob ein Hypoproblem besteht. Hier beispielsweise zeigt sich morgens nach dem Frühstück immer ein starker Zuckeranstieg, die Konsequenz wäre die Bolusabgabe ca. 15 Minuten vor dem Essen abzurufen", erläuterte Oberarzt Ralf Jung. Die strukturierte und bildhafte Auswertung der CGM-Daten ermöglicht dem behandelnden Arzt, jederzeit Einblick in die Stoffwechsellage seines Patienten zu nehmen und so Glukosemanagement und Therapieeinstellungen individuell zu optimieren.

Bei der nachfolgenden kulinarischen Stärkung zogen die Teilnehmer Bilanz, so sagte Peter Z., seit über 50 Jahren Typ-1-Diabetiker: "Ich bin sehr zufrieden mit dem Gerät und möchte es dauerhaft bekommen." Der 55-Jährige spürt Unterzuckerungen nicht mehr (sogenannte Hypowahrnehmungsstörung), daher stürzte er dieses Jahr beim Sport. Nachts musste bereits der Rettungswagen kommen. All dies würde so ein Gerät verhindern und sei daher eine Riesenerleichterung. "Die Tendenzen zu sehen, hat mir viel gebracht", gestand Stefan A. H.. Sie erlauben bessere Planung und damit mehr Freiheiten im Alltag. Auch Susanne R. äußerte sich positiv über ihr CGM-Test-System: "Es ist sehr leicht handzuhaben, schön klein und diskret und lässt sich schnell in die Hosentasche stecken. Unterwegs kann ich auf dem Display sofort sehen, wie sich mein Gewebezucker entwickelt und habe so mehr Sicherheit. Ich fände es toll, wenn die Krankenkassen die Kosten übernehmen würden." Der 56-Jährigen pflichteten die Teilnehmer rundum bei.

Bildunterschrift: Mit viel Spaß und Engagement dabei - die Teilnehmer des Diabetiker-Workshops, durchgeführt vom Krankenhaus Sachsenhausen, Frankfurt/Main.
Bildquelle. Nintamed GmbH & Co. KG

zuletzt bearbeitet: 27.08.2015 nach oben

Unterstützer der DiabSite:

Lasar Liepins

Lasar Liepins

Weitere Angebote:

Diabetes- und weitere Infos in Fremdsprachen

Angesichts der vielen Flüchtlinge zeigt DiabSite, wo es Diabetes- und weitere Gesundheitsinfos auf Arabisch, Persisch, Russisch etc. gibt.