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Berliner Gesundheitspreis für Strausberger Krankenhaus

Bundesgesundheitsminister Gröhe zeichnet von der Deutschen Diabetes Gesellschaft zertifizierte Klinik aus

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hat am 17. Juni den Berliner Gesundheitspreis an das Krankenhaus Märkisch-Oderland GmbH verliehen. Der mit 20.000 Euro dotierte Preis würdigt das "Netzwerk zur Betreuung von Diabetikern im Landkreis Märkisch-Oderland", wie es in der Begründung heißt. Die Strausberger Klinik hat im November 2013 als erste Einrichtung in Brandenburg das Zertifikat "Klinik für Diabetespatienten geeignet" der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) erworben. "Wir freuen uns über den Preis, weil er zeigt, dass die Begleitung von Diabetespatienten von der Aufnahme in eine Klinik bis zur Entlassung sehr wichtig ist und eine vertrauensvolle Kooperation aller Beteiligten erfordert", erklärt Professor Dr. med. Baptist Gallwitz, Präsident der DDG. Der Berliner Gesundheitspreis stand in diesem Jahr unter dem Motto "Zusammenarbeit als Chance".

Das Zertifikat der DDG "Klinik für Diabetespatienten geeignet" verbessert die Versorgung der Patienten mit Diabetes mellitus und ist mittlerweile fest etabliert. Bereits dreißig bundesdeutsche Einrichtungen haben das Zertifikat erhalten, zwanzig weitere Kliniken haben einen Antrag gestellt. Das Krankenhaus Märkisch-Oderland war die zweite Klinik in Deutschland, die sich dem Verfahren erfolgreich stellte.

Zwei Jahre lang arbeitete das Team um Oberärztin und Diabetologin Dr. med. Cristine Pietsch gemeinsam mit allen Fachabteilungen und Kliniken des Hauses an der Zertifizierung. "Drei der dafür zu erfüllenden Kriterien sind besonders wichtig: Es muss ein diabetologisch versierter Arzt zur Verfügung stehen, auf jeder Station müssen Ärzte und Pflegekräfte diabetologisch geschult sein und es muss gewährleistet sein, dass die Blutzuckerwerte bei jedem Patienten überprüft werden", erläutert Cristine Pietsch.

Konkret bedeutet dies, dass bei jedem Patienten gleich nach der stationären Aufnahme der Blutzucker bestimmt wird. "So werden oft bei Patienten erhöhte Blutzuckerwerte festgestellt, die bis dahin davon noch gar nichts wussten", führt Cristine Pietsch aus. Experten schätzen, dass etwa zwanzig bis dreißig Prozent aller Patienten in Krankenhäusern an Diabetes erkrankt sind. Aber nur etwa die Hälfte davon ist diagnostiziert und wird entsprechend behandelt. "Es gibt eine gefährliche Unterversorgung in deutschen Kliniken, was den Diabetes betrifft", so Pietsch.

Entdecken die Mediziner einen bisher unerkannten Diabetes, wird die Stoffwechselerkrankung von Beginn an mit therapiert. "Das ist wichtig, denn hohe Blutzuckerwerte begünstigen Komplikationen wie Wundheilungsstörungen, Nierenversagen oder Lungenentzündung", betont Pietsch. "Jeder Patient - auch wenn er wegen einer Hüftoperation in die Klinik kommt - kann sich sicher sein, dass sein Diabetes entdeckt und mitbehandelt wird. Deshalb lag mir das Projekt so sehr am Herzen", sagt die Brandenburger Ärztin. Die Patienten können im Krankenhaus Märkisch-Oderland sofort an den täglichen Schulungen zum Umgang mit ihrem Diabetes teilnehmen, und auch den Angehörigen werden Beratungen angeboten.

Die Jury des Berliner Gesundheitspreises fand diesen abteilungsübergreifenden Ansatz vorbildlich. "Der Behandlung von Diabetikern hat man im Krankenhaus Märkisch-Oderland ein besonderes Augenmerk geschenkt", heißt es in der Begründung. Die innovative Arbeitsorganisation eines interprofessionell aufgestellten Klinik-Teams sowie der Aufbau eines Diabetes-Netzwerks in der Region sei mit dem Berliner Gesundheitspreis gewürdigt worden.

Der Berliner Gesundheitspreis wurde vom AOK-Bundesverband, der Ärztekammer Berlin und der AOK Nordost gestiftet und 1995 erstmals vergeben. Seither zeichnen die Veranstalter in einem Turnus von zwei Jahren besondere Projekte aus dem Gesundheitswesen aus. Der Preis wurde in diesem Jahr zum zehnten Mal verliehen, es wurden insgesamt drei Klinikprojekte mit Preisgeldern in Höhe von 50.000 Euro ausgezeichnet. Die Preisträger werden durch eine Jury ausgewählt, ihr gehören Mitglieder aus Politik, Wissenschaft und medizinischer Praxis an.

zuletzt bearbeitet: 18.06.2015 nach oben

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