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Wie Diabetes-Patienten ihre Cholesterinwerte senken können

"Tag des Cholesterins" am 19. Juni 2015

Erhöhte Cholesterinwerte können Gefäßverkalkung und daraus folgende Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen. Menschen mit Diabetes Typ 1 und Typ 2 tragen ohnehin ein hohes kardiovaskuläres Risiko. Für sie gelten daher niedrigere Zielwerte für LDL-Cholesterin im Blut, das sogenannte "böse" Cholesterin, als für Menschen ohne Diabetes: Die Empfehlung laut nationaler Versorgungsleitlinie liegt für das LDL-Cholesterin unter 100 mg/dl (2,5 mmol/l). Besteht ein sehr hohes Risiko wie z. B. nach einem Herzinfarkt, sollte das LDL-Cholesterin unter 70 mg/dl (1,8 mmol/l) gesenkt werden. Darauf weist diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe zum bundesweiten "Tag des Cholesterins" am 19. Juni 2015 hin und gibt Tipps, wie Betroffene diese Zielwerte erreichen können.

Häufig sind zu hohe Cholesterinwerte die Folge einer Fettstoffwechselstörung. Diese kann erblich, aber auch durch Übergewicht oder Alkoholmissbrauch bedingt sein. Fast die Hälfte aller Menschen, bei denen Diabetes Typ 2 neu diagnostiziert wird, und etwa jeder Fünfte mit Typ-1-Diabetes 20 Jahre nach der Diabetes-Diagnose leiden an einer Fettstoffwechselstörung. "Um dem dadurch erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen entgegenzuwirken, sollten Diabetes-Patienten ihre Blutfettwerte, also HDL- und LDL-Cholesterin (Fettbegleitstoffe) und Triglyceride (Blutfette) mindestens einmal im Jahr prüfen lassen", sagt Dr. oec. troph. Astrid Tombek, Diabetes- und Ernährungsberaterin an der Diabetes Klinik Bad Mergentheim. Diese Maßnahmen können Diabetikern helfen, den Cholesterinspiegel zu senken:

Weniger rauchen, mehr bewegen

Tabakrauch verändert die Zusammensetzung der Blutfette: Die Menge des LDL-Cholesterins steigt, während sich die Menge an HDL-Cholesterin verringert. LDL-Cholesterin wird auch als "böses Cholesterin" bezeichnet, da es die Ablagerungen des Cholesterins an den Gefäßwänden begünstigt. Das herzschützende HDL-Cholesterin wirkt diesem Effekt entgegen. "Auch körperliche Bewegung steigert das 'gute' HDLCholesterin langfristig und senkt das 'schlechte' LDL-Cholesterin und die Triglyceride im Blut", erklärt Tombek. Ungeübte Sportler beginnen am besten mit drei 15-minütigen Trainingseinheiten pro Woche, zum Beispiel mit Nordic Walking.

Ernährungsgewohnheiten umstellen

Der Körper nimmt nur zehn Prozent des Cholesterins über die Nahrung auf. Die übrigen 90 Prozent stellt in erster Linie die Leber her. Dennoch kann eine kalorien- und fettbewusste sowie ballaststoffreiche Ernährung das LDL-Cholesterin um fünf bis 15 Prozent, in einigen Fällen sogar um bis zu 30 Prozent senken. Fettes Fleisch, Innereien, Meeresfrüchte und Käse sollten daher nur in geringen Mengen auf dem Speiseplan stehen. Ungesättigte Fettsäuren aus Oliven- und Rapsöl oder mehrfach ungesättigte Fettsäuren aus Nüssen oder Kaltwasserfischen sind die bessere Wahl. Sie senken die schädlichen LDL-Werte und erhöhen das HDL-Cholesterin.

Der Mythos vom "bösen" Ei

Ein Ei enthält im Schnitt 240 Milligramm Cholesterin. "Dennoch beeinflusst der Verzehr von einem Ei pro Tag den Cholesterinspiegel kaum", so die diabetesDE-Ernährungsexpertin. Ursache dafür könnte unter anderem das im Ei enthaltene cholesterinbindende Lecithin sein.

Medikamente richtig einsetzen

Da eine gesunde Ernährung die LDL-Cholesterinwerte im Mittel nur um etwa zehn Prozent senken kann, wird häufig der Einsatz von CSE-Hemmern, wie z. B. Simva-, Ator- und Pravastatin, sogenannten Statinen erforderlich. Diese hemmen die Herstellung des Cholesterins in der Leber. Es wurde bereits in großen Studien bewiesen, dass Statine das Herzinfarktrisiko reduzieren können. "International werden unterschiedliche medikamentöse Strategien diskutiert, die Zielwerte zu erreichen. Wichtig ist, diese Ziele effektiv ohne Nebenwirkungen der Statintherapie wie z. B. Muskelbeschwerden zu erreichen", so Dr. med. Jens Kröger, Vorstandsmitglied von diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe.

Medikamenten-Kombination als zweite Wahl für Hochrisikopatienten

Bei einigen Risikopatienten können selbst Statine in höherer Dosis den LDL-Wert nicht unter die Zielwerte senken. "Dann kann noch eine Wirkstoff-Kombination mit anderen Fettsenkern sinnvoll sein, um die Blutfette zu reduzieren", so der Arzt vom Zentrum für Diabetologie Hamburg Bergedorf.

zuletzt bearbeitet: 17.06.2015 nach oben

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