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30 Minuten Schlafdefizit fördert Insulinresistenz

Ausreichend Schlaf unterstützt Diabetesprävention

Wer werktags dauerhaft eine halbe Stunde zu wenig schläft, muss langfristige Konsequenzen für sein Gewicht und seinen Stoffwechsel in Kauf nehmen. Dieses Studienergebnis wurde bei der jährlichen Sitzung der Endocrine Society in San Diego präsentiert.

Für ihre Untersuchung rekrutierten Prof. Shahrad Tageri vom Weill Cornell Medical College in Doha (Katar) und seine Kollegen 522 Menschen, bei denen kürzlich Typ-2-Diabetes diagnostiziert worden war. Die Teilnehmer führten sieben Tage lang Buch über ihre Schlafgewohnheiten und kalkulierten anschließend ihr wöchentliches Schlafdefizit. Zusätzlich notierten die Forscher über einen Zeitraum von zwölf Monaten zu verschiedenen Zeitpunkten den Body-Mass-Index der Studienteilnehmer und analysierten, wie gut ihre Körperzellen auf Insulin reagierten.

Es zeigte sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen Schlafdefizit und Übergewicht sowie Insulinresistenz. "Schlafmangel hat Konsequenzen für den Stoffwechsel", fasst Tageri die Ergebnisse zusammen. Für jede halbe Stunde, die das Schlafbedürfnis werktags täglich zu kurz kam, erhöhte sich das Risiko für Fettleibigkeit um 17 Prozent, für Insulinresistenz sogar um 32 Prozent. Zwar versuchten viele Menschen am Wochenende Schlaf nachzuholen, dies funktioniere aber nicht, meinen die Wissenschaftler.

"Ein Schlafdefizit zu haben, ist in der modernen Gesellschaft nicht ungewöhnlich", so Tageri. Die Wissenschaft beginne gerade erst zu verstehen, welche Auswirkungen dies auch auf den menschlichen Stoffwechsel habe. Für Tageri und seine Kollegen ist anhand ihrer Ergebnisse klar: Künftig sollte unbedingt auch ausreichend Schlaf als Faktor bei der Behandlung und Kontrolle von Diabetes angesehen werden.

Im Schlaf laufen verschiedene metabolische Prozesse im Körper ab. Schon lange wissen Experten, dass bei chronischem Schlafmangel die Bauchspeicheldrüse weniger Insulin bildet. Außerdem führt zu wenig Schlaf dazu, dass der Stoffwechsel heruntergeschraubt wird: Der Körper verbrennt weniger Kalorien und lagert mehr Fett ein. Betroffene nehmen also schneller zu.

Wie viel Schlaf jemand braucht, ist individuell unterschiedlich. Grundsätzlich gilt laut der US-amerikanischen National Sleep Foundation die Empfehlung für Erwachsene, sieben bis neun Stunden zu schlafen. Bei Senioren über 65 Jahren sinkt das Schlafbedürfnis, sie kommen im Schnitt mit täglich sieben bis acht Stunden aus.

Quellen

zuletzt bearbeitet: 17.05.2015 nach oben

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