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Europäischer Adipositas-Tag am 16. Mai 2015

Übergewicht schon im Kindes- und Jugendalter vorbeugen

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird bis zum Jahr 2030 Übergewicht bei Europäern stark zunehmen. Der WHO-Prognose zufolge werden 2030 in Deutschland knapp zwei Drittel der Männer und fast die Hälfte der Frauen übergewichtig sein und fast jeder vierte Mann und mehr als jede fünfte Frau sogar fettleibig. In Deutschland leben heute bereits circa 200.000 Jugendliche mit Adipositas. Übergewicht ist ein Risikofaktor für Diabetes mellitus, daran leiden hierzulande bereits mehr als sechs Millionen Menschen. Im Kindesalter wird der Grundstein für Ernährungsverhalten und -gewohnheiten gelegt. Die gemeinnützige Organisation diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe fordert daher anlässlich des Europäischen Adipositas-Tags am 16. Mai 2015 ein Verkaufsverbot von Soft-Drinks und anderen zuckerhaltigen Getränken sowie eine Stunde Sport am Tag in Schulen, Kindertagesstätten und Betrieben.

Typ-2-Diabetes wird in Deutschland auch bei jungen Menschen durch die Zunahme von Übergewicht und Fehlernährung immer häufiger diagnostiziert. Die Adipositas ist die häufigste chronische Erkrankung im Kindes- und Jugendalter geworden. Insbesondere das Ausmaß an Übergewicht bei den betroffenen Kindern und Jugendlichen ist massiv angestiegen. "Da ein Typ-2- Diabetes mellitus als Folge der Adipositas im Erwachsenenalter sehr häufig auftritt, ist mit einer hohen Zahl zusätzlich an Diabetes erkrankter Jugendlicher mit Typ-2-Diabetes auch in Deutschland zu rechnen", sagt Prof. Dr. Thomas Danne, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe und Chefarzt des Kinderkrankenhauses AUF DER BULT in Hannover.

„Kinder sollten deutlich weniger Süßigkeiten essen und weniger Limonade trinken als heute üblich ist", betont Professor Danne. Allein der Softdrink-Konsum in Deutschland habe sich in den letzten 40 Jahren um das Zweieinhalbfache gesteigert. Besonders in der Schule und am Arbeitsplatz sollte es jedoch allen leichter gemacht werden, sich gesund zu ernähren. "Wir fordern daher ein bundesweites Verkaufsverbot zuckerhaltiger Getränke an Kindertagesstätten und Schulen", so der Vorstandsvorsitzende von diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe. "Anstatt zuckerhaltiger Getränke sollten Kindern und Jugendlichen Wasser, ungesüßter Tee oder stark verdünnte Saftschorlen als Durstlöscher angeboten und Anreize zu mehr Bewegung geschaffen werden".

Mit der Kampagne "Diabetes STOPPEN - jetzt!" hat sich diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe zum Ziel gesetzt, politisch gegen die epidemische Ausbreitung von Diabetes Typ 2 und Übergewicht zu kämpfen. Diese klar formulierten Forderungen sollen zu einem gesunden Lebensstil beitragen:

Die Kampagne Diabetes STOPPEN - jetzt! startete im Bundestagswahlkampfjahr 2013, um Diabetes in die Köpfe und Herzen der Politiker und in die Öffentlichkeit zu tragen. Die Hauptforderungen der Kampagne sind eine bestmögliche Versorgung der Menschen mit Diabetes, die Förderung des gesunden Lebensstils und die Stärkung der Selbsthilfe. Um diese Ziele zu erreichen, fordern wir die Einrichtung eines Nationalen Diabetesplans.

In den zwei Jahren seit Beginn der Kampagne wurden zahlreiche persönliche Gespräche mit Politikern aller Fraktionen geführt, Social Media-Spots erstellt und Großveranstaltungen wie die Fußball-WM-Fanmeile genutzt, um die Forderungen in die Öffentlichkeit zu tragen. Alle Aktivitäten trugen dazu bei, dass das Thema Diabetes in der Politik angekommen ist. Im Sommer 2014 sprach sich der Bundesrat für einen Nationalen Diabetesplan und ein Präventionsgesetz aus, in dem Diabetes als erstes Gesundheitsziel genannt ist. Die erste Lesung und Anhörung im Bundestag zum Präventionsgesetz haben bereits stattgefunden, der Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft, PD Dr. Erhard Siegel, war als Einzelsachverständiger geladen.

Die Kampagne "Diabetes Stoppen - jetzt!" wurde 2014 mit dem Deutschen Online Kommunikationspreis ausgezeichnet.

zuletzt bearbeitet: 15.05.2015 nach oben

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