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Optimierte Diabetestherapie durch Personalisiertes Diabetes Management

Neue Wege und Lösungen

Eine gute Blutzuckereinstellung mit einem geringen Risiko für Hypoglykämien, eine hohe Adhärenz und ein einfaches Datenmanagement - das sind die Anforderungen an eine moderne Diabetestherapie. Hierfür bedarf es maßgeschneiderter Lösungen, die Behandler und Menschen mit Diabetes gleichermaßen im Alltag entlasten können. Diese haben einen besonders hohen Stellenwert bei der Intensivierten Insulintherapie (ICT) und beim Einsatz einer Insulinpumpe (CSII). Im Rahmen des Symposiums von Roche Diagnostics, parallel zum Auftakt der 50. Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft in Berlin, diskutierten Experten über den Einsatz von modernen mHealth-Konzepten sowie innovativen Technologien. Neue Kommunikationswege und der Umgang mit sensiblen Patientendaten standen hierbei im Fokus des Interesses.

Professor Dr. Stephan Jacob, niedergelassener Endokrinologe/Diabetologe aus Villingen-Schwenningen, gab zu Beginn der Veranstaltung einen Einblick in seinen Praxisalltag und erläuterte mögliche Hürden bei ICT. "Wir dürfen nicht vergessen, dass unser oberstes Therapieziel immer die optimale Einstellung unseres Patienten ist", konstatierte der Referent. Die nachhaltige Vermeidung von Hypoglykämien sei ein wesentlicher Bestandteil davon und müsse immer Priorität haben - insbesondere im Hinblick auf Folgekomplikationen. Zu den medizinischen Herausforderungen zählen hierbei neben der allgemeinen Konstitution des Patienten, zu der auch Adhärenz und Rechenfähigkeit gehören, adäquate Datendokumentation und -analyse.

"Dass bei einer Intensivierten Insulintherapie längst noch nicht alle Zahnrädchen ineinandergreifen, sehen wir an den Daten des Deutschen Gesundheitsberichts 'Diabetes 2015'", fasste Jacob zusammen. Hier zeigt sich, dass insbesondere vaskuläre Komplikationen Kostentreiber Nummer eins sind: Die medizinische Behandlung des Diabetes verursacht in Deutschland Kosten in Höhe von 21 Milliarden Euro, wobei etwa zwei Drittel für die Behandlung von Folgeerkrankungen anfallen. "Hier müssen wir dringend etwas tun und uns mit neuen Möglichkeiten auseinandersetzen, die das umfassende Personalisierte Diabetes Management weiter optimieren können," fasste Jacob zusammen.

Neue Technologien auf dem Prüfstand

"Der technische Fortschritt in der Diabetestherapie und beim Personalisierten Diabetes Management ist mittlerweile tatsächlich spürbar", eröffnete Dr. Andreas Reichel, Diabetologe aus Dresden, seinen Vortrag und bezog sich auf das neue Accu-Chek® Connect Blutzuckermesssystem, das seit vergangenem Jahr erhältlich ist. Das aus drei Komponenten (Accu-Chek® Aviva Connect Blutzuckermessgerät, Accu-Chek Connect App mit Bolusrechner und Accu-Chek Connect Onlineportal) bestehende System ermöglicht eine stärkere Vernetzung von Arzt und Patient. Darüber hinaus verfügt es über zahlreiche Funktionen, die den Alltag von Menschen mit Diabetes erleichtern und die Diabetestherapie verbessern können: Die neue Live-Dokumentation in der App ersetzt beispielsweise ein handschriftliches Tagebuch, kann komplexe Zusammenhänge grafisch darstellen und hält die Daten jederzeit bereit.

Aktuelle Resultate der ACCRUES-Studie belegen zudem, dass die Mehrheit der Studienteilnehmer das elektronische Tagebuch des Accu-Chek Connect Systems aufgrund von Übersichtlichkeit und Praktikabilität dem manuellen vorzogen. "Natürlich profitieren sowohl Arzt als auch Diabetesteam und natürlich der Patient selbst von digital gespeicherten Daten - wir alle wissen, welches Fehlerpotenzial handschriftliche Tagebücher oft mit sich bringen", fasste Reichel die Ergebnisse zusammen. "Wenn ich dann auch noch einen Patienten vor mir habe, der mit seinem Smartphone Mahlzeiten abfotografiert und die entsprechende Bolusschätzung hinzufügt, habe ich gleich eine ganz andere Diskussionsgrundlage." Der sichere Umgang mit Patientendaten sei bei diesem System zudem immer gewährleistet, da alle Daten auf einem geschützten deutschen Server abliegen. "Man kooperiert hier mit einem absolut zuverlässigen IT-Partner, dem ja auch daran gelegen ist, uns und unseren Patienten das Leben zu erleichtern", versicherte der Diabetologe.

Bessere Werte - weniger Hypoglykämien

Überhaupt stehe das Wohlbefinden von Patienten immer im Vordergrund, ergänzte Sandra Schlüter, Diabetologin aus Northeim, die Diskussion. Denn auch die Insulinpumpentherapie müsse darauf ausgelegt sein, Hypoglykämien zu vermeiden, um in letzter Instanz einen besseren HbA1c-Wert zu erreichen. "Es gilt also, ein Insulinpumpensystem auszuwählen, das den Patienten bestenfalls mit weiteren Funktionen unterstützt und ein integriertes Datenmanagement aufweist", so Schlüter.

Ihre Praxiserfahrung zeige, dass das Accu-Chek® Insight Insulinpumpensystem dafür bestens geeignet sei: Die Pumpe und der dazugehörige Diabetes Manager bilden eine Einheit, die die Therapieumsetzung erleichtert und die Lebensqualität von Menschen mit Diabetes erhöhen kann. "Blutzuckermessgerät, Bolusrechner und Fernsteuerung für die Insulinpumpe sind in dem Diabetes Manager, einem smartphone-ähnlichen Gerät, vereint." Studiendaten belegen, so Schlüter, dass sich der Einsatz eines Bolusrechners in der Praxis bewährt. Gerade Patienten, die Angst vor Hypoglykämien haben, können sich auf diesen technischen Helfer verlassen und so ihr Insulin korrekt berechnen. In der Folge verbessert sich dann auch der HbA1c-Wert. "Diese zusätzliche Sicherheit für Patienten sollte unser Ansporn sein, bei der Wahl der passenden Insulinpumpe ganz genau hinzuschauen und das Personalisierte Diabetes Management umzusetzen."

Quellen

  • Symposium von Roche Diagnostics, "Diabetestherapie connected - Insulineinstellung 2.0 durch Personalisiertes Diabetes Management", 13. Mai 2015, Berlin.

  • Icks A. "Gesundheitsökonimische Aspekte des Diabetes", Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes 2015, Berlin.

  • Hinnen DA et al. Use of diabetes data management software reports by health care providers, patients with diabetes, and caregivers improves accuracy and efficiency of data analysis and interpretation compared with traditional logbook data: first results of the Accu-Chek Connect Reports Utility and Efficiency Study (ACCRUES), J Diabetes Sci Technol. 2015 Mar;9(2):293-301. doi: 10.1177/1932296814557188. Epub 2014 Nov 2.

  • Cavan D et al. Automated bolus advisor control and usability study (ABACUS): does use of an insulin bolus advisor improve glycaemic control in patients failing multiple daily insulin injection (MDI) therapy? BMC Fam Pract. 2012 Oct 13;13:102. doi: 10.1186/1471-2296-13-102.

zuletzt bearbeitet: 14.05.2015 nach oben

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