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23. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Diabetischer Fuß 2015

Neues Online-Expertenforum soll interdisziplinären Austausch und Wissenstransfer verbessern

Etwa 40.000 Amputationen als Folge des Diabetischen Fußsyndroms ereignen sich jedes Jahr in Deutschland. Viele ließen sich durch eine fachübergreifende Therapie vermeiden. Seit 12 Jahren zertifiziert die Arbeitsgemeinschaft Diabetischer Fuß der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) deshalb Praxen und Kliniken, die sich durch einen interdisziplinären Ansatz bei der Behandlung des Diabetischen Fußsyndroms auszeichnen. Mit Erfolg, wie die 23. Jahrestagung der AG Fuß zeigt, die vom 13. bis 14. März 2015 in Bad Nauheim stattfindet. Denn immer mehr Einrichtungen lassen sich zertifizieren - allein seit Beginn des Jahres sind 30 weitere Anträge eingegangen. In zertifizierten Zentren erfolgt eine interdisziplinäre und strukturierte Versorgung von Menschen mit diabetischer Fußerkrankung. Die Jahrestagung rückt in den Fokus, wie wichtig interdisziplinäres Arbeiten und gemeinsamer Wissensaustausch ist, um eine optimale Versorgung der Patienten zu gewährleisten. Darüber hinaus wird ein neues Internetforum vorgestellt, das Experten zum Austausch über das Fußsyndrom einlädt.

Experten schätzen, dass 80 Prozent der 40.000 Amputationen in Deutschland vermeidbar wären. Voraussetzung dafür ist eine flächendeckende Versorgung von Patienten, eine optimale Blutzuckereinstellung und eine interdisziplinäre Vernetzung aller beteiligten Spezialisten. Letzteres soll durch das neue Internetforum der AG Fuß gewährleisten, das erstmals auf der 23. Jahrestagung der AG Fuß am 13. März in Bad Nauheim vorgestellt wird. "Dort können Mitglieder der AG Fuß Fotos von anonymisierten Patientenfällen hochladen, sich austauschen und beraten. Das fördert einen aktiven Diskurs und führt zu einer besseren Versorgung der Patienten", erklärt Dr. med. Joachim Kersken, stellvertretender Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Diabetischer Fuß (DDG) und Chefarzt der Diabetologie des St. Marien-Krankenhaus Ahaus-Vreden GmbH. Das Forum soll in wenigen Monaten offiziell unter der Internet-Adresse www.ag-fuss-forum.de starten.

Fokus der 23. Jahrestagung in Bad Nauheim ist neben verschiedenen Themenworkshops auch der aktive Wissensaustausch aller Expertisen, die an der Behandlung des diabetischen Fußsyndroms beteiligt sind. Dabei handelt es sich neben ärztlichen Spezialisten wie Orthopäden, Diabetologen, Dermatologen und Chirurgen auch um nicht ärztliche Fachkräfte. Hierzu zählen unter anderem Wundassistenten, Podologen, Orthopädieschuhmacher und Diabetesberaterinnen. "Eine interdisziplinäre Vernetzung ist ein elementarer Baustein in der Behandlung des Diabetischen Fußsyndroms", betont Kersken. Eine flächendeckende Versorgung von Betroffenen ist eines der Hauptanliegen der AG Fuß, die seit zwölf Jahren Kliniken und Praxen im Rahmen eines Qualitätsmanagementverfahrens zertifiziert. Ziel ist, ein nationales, strukturiertes Angebot für die Fußbehandlung zu schaffen.

Auf diesem Weg ist die AG Fuß erneut ein gutes Stück vorangekommen: Es haben sich im vergangenen Jahr so viele diabetologische Einrichtungen wie noch nie zuvor zertifiziert. "Das ist ein Trend, den wir natürlich begrüßen. Dennoch kämpfen wir auch weiterhin für eine sektorenübergreifende Struktur, um Amputationen als Folge des diabetischen Fußsyndroms so niedrig wie möglich zu halten", sagt Experte Kersken.

Über die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG):

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) ist mit über 8.700 Mitgliedern eine der großen medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften in Deutschland. Sie unterstützt Wissenschaft und Forschung, engagiert sich in Fort- und Weiterbildung, zertifiziert Behandlungseinrichtungen und entwickelt Leitlinien. Ziel ist eine wirksamere Prävention und Behandlung der Volkskrankheit Diabetes, von der mehr als sechs Millionen Menschen in Deutschland betroffen sind. Zu diesem Zweck unternimmt sie auch umfangreiche gesundheitspolitische Aktivitäten.

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zuletzt bearbeitet: 12.03.2015 nach oben

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