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Kein Test: Digitale Vernetzung hilft chronisch Kranken

Neues Angebot der TK bringt Diabetiker ins 21. Jahrhundert

Blutzucker messen ohne zu stechen, Patienten-Tagebücher automatisch führen und Messwerte übersichtlich aufbereitet und online verfügbar haben: Für Diabetiker wird der Alltag mit elektronischen Helfern ab sofort einfacher und Rat kommt zudem vom Coach aus dem Internet. Möglich macht dies ein neues Versorgungspaket, das die Techniker Krankenkasse (TK) geschnürt hat. In diesen Tagen schreibt die TK bundesweit rund 300.000 Patienten an und lädt sie ein, daran teilzunehmen.

"Das Internet der Dinge schafft mit diesem Angebot den Sprung in den Regelbetrieb des deutschen Gesundheitswesens", sagt Thomas Ballast, stellvertretender Vorsitzender des TK-Vorstands. Denn erstmalig würden Vitaldaten von Patienten elektronisch erfasst und über ein Smartphone mit einer Online-Anwendung verknüpft, so Ballast. Auf diese Weise können Diabetiker, die auf Insulin angewiesen sind, ihr Tagebuch elektronisch führen und am PC ihre persönlichen Auswertungen ansehen oder auf dem Tablet ihrem Arzt zeigen.

Und so funktioniert das System: Diabetiker erhalten ein Bluetooth-fähiges Messgerät. Nach dem Messen überträgt es die Daten in die kostenlose Diabetes-Tagebuch-App, die wiederum mit dem Online-Coach verbunden ist. Selbstverständlich sind die Teilnahme und die Datenweitergabe freiwillig. Auch kann die TK dabei nicht auf die Daten zugreifen, da der Coach von einem unabhängigen, in Deutschland ansässigen Anbieter betrieben wird. Der Nutzen für den Patienten: Die Messergebnisse brauchen nicht mehr mühsam per Hand aufgeschrieben oder erfasst zu werden, die Daten bauen sich automatisch zu Verlaufsdiagrammen auf und der Online-Coach kann dem Patienten wichtige Tipps zum Umgang mit seiner Krankheit anhand der aktuellen Datenverläufe geben.

Noch nicht Bluetooth-fähig, dafür aber nadelfrei ist das neu auf den Markt gekommene Messsystem des Herstellers Abbot. Dabei trägt der Patient einen kleinen Sensor auf der Haut, der Tag und Nacht die Glukosewerte misst. Drahtlos können diese auf das Messgerät übertragen werden, selbst wenn Kleidung den Sensor bedeckt.

Wer sich für dieses Gerät entscheidet, kann das TK-Diabetes-Tagebuch ebenfalls nutzen, muss die Messwerte aber bis auf weiteres dort noch mit der Hand einpflegen. Die Kosten für diese bequemere Lösung bezuschusst die TK (bis zur Höhe der sonst üblichen Kosten für die Blutzuckermessungen).

Zum Hintergrund

Rund 1,7 Millionen Menschen sind in Deutschland darauf angewiesen, wegen ihrer Zuckerkrankheit Insulin zu spritzen und müssen deshalb regelmäßig ihren Zuckergehalt im Blut bestimmen. In einem Tagebuch halten Sie die gemessenen Werte für das Gespräch mit dem Arzt fest. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.tk.de (Webcode: 660514).

zuletzt bearbeitet: 11.02.2015 nach oben

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