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Deutsche Diabetes Gesellschaft sieht Kritik an Sulfonylharnstoffen bestätigt

Studie zeigt: Metformin lässt Diabetespatienten länger leben

Menschen mit Typ-2-Diabetes, die mit dem derzeit bevorzugten Erstmedikament Metformin behandelt wurden, hatten einer Studie aus Großbritannien zufolge eine niedrigere Sterblichkeit als Patienten, die Sulfonylharnstoffe einnahmen. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) sieht darin eine Bestätigung ihrer Therapieempfehlungen für den Typ-2-Diabetes, wonach Sulfonylharnstoffe kritisch zu betrachten sind.

Die meisten Patienten, deren Blutzucker nicht allein durch Änderung der Ernährung und des Lebensstils normalisiert werden kann, werden zunächst mit Metformin-Tabletten behandelt. Das Mittel senkt den Blutzucker, indem es die Zuckerfreisetzung aus der Leber hemmt. "Zudem hat es eine hohe Therapiesicherheit, da es keine gefährlichen Unterzuckerungszustände auslöst", erläutert Privatdozent Dr. med. Erhard Siegel, Präsident der DDG. "Außerdem verlieren viele Patienten etwas an Gewicht." Dies sei eine willkommene Begleiterscheinung, die oftmals den Beginn der Behandlung erleichtere.

In den vergangenen Jahren wurden weitere günstige Eigenschaften von Metformin entdeckt, die über die blutzuckersenkende Wirkung hinausgehen. "Es gibt Hinweise, dass Metformin das Herzinfarktrisiko senkt", berichtet Professor Dr. med. Dirk Müller-Wieland, Mediensprecher der DDG. Sogar ein Schutz vor Krebserkrankungen wird derzeit diskutiert. Nun dürfte eine kürzlich in der Fachzeitschrift Diabetes, Obesity and Metabolism veröffentlichte Studie das Ansehen von Metformin weiter steigern.

Denn Forscher der Universität Cardiff in Wales haben die Daten von mehr als 90.000 Hausarztpatienten mit Typ-2-Diabetes aus Großbritannien ausgewertet. Darunter waren 78.000 Diabeteserkrankte, die ihren hohen Blutzucker allein mit Metformin behandelten, und 12.000, die allein Sulfonylharnstoffe einnahmen. Darüber hinaus werteten die Wissenschaftler noch eine dritte Gruppe als Vergleichskollektiv aus, die aus mehr als 90.000 Teilnehmern bestand, die keinen Diabetes hatten und demzufolge keines der Präparate einnahmen, aber sonst von der Altersstruktur und anderen Erkrankungen vergleichbar waren.

Ergebnis der Analyse: Bei Patienten mit Diabetes, die mit Metformin behandelt wurden, gab es die wenigsten Todesfälle - die mittlere Überlebenszeit dieser Gruppe überstieg sogar die der gesunden Probanden. Im Gegensatz dazu war die Gesamt-Sterblichkeit unter Sulfonylharnstoffen höher als bei den Kontrollgruppen. "Die Überlebenszeit war unter einer Therapie mit Sulfonylharnstoffen sogar 38 Prozent niedriger im Vergleich zu Metformin", betont Müller-Wieland.
"Die Studie bestätigt die günstigen Eigenschaften von Metformin, das zurecht das bevorzugte Erstmedikament beim Typ-2-Diabetes ist", erklärt Siegel.

Sulfonylharnstoffe hingegen sind häufig noch das zweite Mittel bei Patienten, die den Blutzuckerspiegel mit Metformin allein nicht ausreichend senken können. "Für diese Gruppe von Patienten stehen heute aber mit den sogenannten DPP-4-Hemmern und der neuen Substanzklasse der sogenannten SGLT-2-Hemmer eigentlich gute und sichere Alternativen für die Behandlung zur Verfügung", so Müller-Wieland. "Leider erkennt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die Vorteile dieser modernen Präparate aus meiner Sicht nicht ausreichend an und viele Kollegen von uns sind verwundert, dass der G-BA trotz der bekannten Daten die Sulfonylharnstoffe weiterhin als Vergleichstherapie bzw. Gold-Standard bei der frühen Nutzenbewertung festlegt."

Quelle: Bannister CA, Holden SE, Jenkins-Jones S, Morgan CL, Halcox JP, Schernthaner G, Mukherjee J, Currie CJ. Can people with type 2 diabetes live longer than those without? A comparison of mortality in people initiated with metformin or sulphonylurea monotherapy and matched, non-diabetic controls. Diabetes, Obesity and Metabolism 2014; doi: 10.1111/dom.12354 Abstract.

zuletzt bearbeitet: 29.10.2014 nach oben

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Dr. phil. Axel Hirsch

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