Das unabhängige Diabetes-Portal DiabSite

Home > Aktuelles > Diabetes-Nachrichten > Archive > 2014 > 140923

Zahnfleischentzündungen können auf Diabetes hinweisen

Welche Verbindungen gibt es zwischen Diabetes mellitus und Parodontitis?

Dauerhaft zu hohe Blutzuckerwerte schwächen die Widerstandskraft des Zahnhalteapparates. Infektionen und Entzündungen sind die Folge. Experten sprechen dann von Parodontitis. Menschen mit Diabetes erkranken bis zu dreimal häufiger daran als Gesunde. Zahnärzte sollten bei Zahnfleischentzündungen daher vor allem übergewichtige Patienten darauf hinweisen, dass dies ein Indikator für Diabetes Typ 2 sein kann, und eine mögliche Erkrankung abklären. Wie Ärzte Warnzeichen deuten und Betroffene am besten vorbeugen können, erklärt der Diabetologe Professor Dr. med. Thomas Haak im nächsten Experten-Chat von diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe am 25. September 2014. Fragen können ab sofort eingesendet werden.

Zahnfleischbluten, vertiefte Zahnfleischtaschen und Zahnfleischrückgang - das sind die Folgen einer Parodontitis. Unbehandelt kann das sogar zu Zahnverlust führen. Oftmals ist ein unentdeckter Diabetes der Auslöser dafür.

"Bei chronisch erhöhten Blutzuckerwerten sammeln sich häufiger Bakterien im Zahnhalteapparat an. Diese führen zu Entzündungen und lockern langfristig die Zähne", erklärt der diabetesDE-Chat-Experte Haak aus Bad Mergentheim. Bei vielen Menschen mit Diabetes sei zudem die Durchblutung gestört. Die Immunabwehr des Körpers kümmert sich deshalb nicht optimal um die Wundheilung, so dass sich Erreger ansammeln können - ein Teufelskreis. Neigen Menschen häufig zu Zahntaschenbildung oder Entzündungen rät Haak daher zu einem Diabetes-Screening beim Hausarzt.

"Umgekehrt sorgt eine Parodontitis dafür, dass sich die Blutzuckerwerte verschlechtern. Auch bei Gesunden. Für Menschen mit Diabetes ist das besonders gefährlich", warnt Professor Haak. Für sie erhöhen Zahnfleischentzündungen das Risiko für Folgeerkrankungen enorm. So haben sie etwa ein 8,5-fach erhöhtes Risiko Nierenerkrankungen zu erleiden.

Um Folgeschäden zu vermeiden, ist eine gezielte Vorsorge wichtig. "Das fängt beim täglichen Zähneputzen an. Zahnseide und Zwischenraumbürsten sollten jeden Tag zum Einsatz kommen", erklärt der Diabetologe. Menschen mit Diabetes sollten zudem mindestens einmal jährlich einen Zahnarzt zur Kontrolle aufsuchen. Erste Symptome einer Parodontitis, wie etwa Mundgeruch oder Zahnfleischbluten, müssen ärztlich abgeklärt werden.

Weitere Tipps und wichtige Hinweise zur Vorsorge und Therapie erfahren Interessierte im diabetesDE-Experten Chat am 25. September von 17 bis 19 Uhr unter www.diabetesde.org/experten_chat/.

zuletzt bearbeitet: 23.09.2014 nach oben

Unterstützer der DiabSite:

Lasar Liepins

Lasar Liepins

Weitere Angebote:

Diabetes- und weitere Infos in Fremdsprachen

Angesichts der vielen Flüchtlinge zeigt DiabSite, wo es Diabetes- und weitere Gesundheitsinfos auf Arabisch, Persisch, Russisch etc. gibt.