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Blutzuckermessgerät, App, Online-Plattform

Abstract zum Vortrag von Professor Dr. Stephan Jacob, im Rahmen einer Pressekonferenz von Roche Diagnostics Deutschland GmbH anlässlich des Diabetes Kongresses 2014, 49. Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), am 27. Mai 2014 in Berlin

Vernetzte Diabetestherapie mit Accu-Chek Connect

Professor Dr. Stephan Jacob Menschen mit Diabetes benötigen eine regelmäßige strukturierte Selbstkontrolle des Blutzuckers. Dies ist zur Beurteilung der Stoffwechseleinstellung, aber auch zur rechtzeitigen Erkennung einer Verschlechterung des Stoffwechsels sowie aus Sicherheitsgründen zur Beurteilung von Hypoglykämien sehr sinnvoll. Studien wie die STEP-2-Studie aus Amerika unterstreichen die Vorteile und die Sinnhaftigkeit eines strukturierten Vorgehens. Für Patienten, insbesondere unter Insulintherapie, aber auch Medikamenten wie Sulfonylharnstoffen, die Hypoglykämien induzieren können, sind regelmäßige Blutzuckermessungen und deren Beurteilungen nicht nur für das Selbstmanagement sehr hilfreich, sondern auch aus Sicherheitsgründen (zum Beispiel Autofahren!) vom Gesetzgeber gefordert und notwendig.

Häufig ergeben sich jedoch in der täglichen Praxis Probleme, da der Patient zum Beispiel die Aufschriebe der Blutzuckerwerte komplett vergessen hat mitzubringen, oder diese auf irgendwelche Zettel eingetragen hat - oft in "kunterbunter" Mischung oder aber auch - für den Fall, dass die Praxis elektronisch auslesen kann, das Blutzuckermessgerät ebenso vergessen hat.

Dies ist sehr ärgerlich, da so die ganzen Informationen der Blutzuckermessung beim Arztbesuch nicht genutzt werden können. Hier wäre es wünschenswert, die aktuellen Blutzuckerwerte trotzdem vorliegen zu haben. Dazu bietet sich beispielsweise das Internet an, da man hier ortsunabhängig jederzeit Informationen abrufen kann…

Genau dies hat nun die Firma ROCHE entwickelt, ein System, Accu-Chek CONNECT, welches als webbasiertes System demnächst für die Patienten und Praxen zur Verfügung steht. Das Prinzip ist relativ einfach, Blutzuckermesswerte werden vom Messgerät über Bluetooth an ein Smartphone übertragen, vom Smartphone auf eine Onlineplattform übertragen und dort gespeichert. Auf diese Plattform haben nur der Patient und die von ihm eingeladenen Personen Zugriff. Das Einloggen auf der Onlineplattform erfolgt über ein persönliches Passwort.

Dieses System ermöglicht unter anderem auch ganz neue Funktionen, so können beispielsweise Mahlzeitenfotos mit dem Smartphone gemacht und dem dazugehörigen Blutzuckerwert zugeordnet werden. Schätzt der Patient dazu noch seine BE und dokumentiert diese, hat der Arzt die Möglichkeit, die BE-Schätzung des Patienten zu kontrollieren, was dann bei der Besprechung der Blutzuckerwerte oder der Adaptierung der Insulindosis sehr hilfreich sein kann.

Oder aber es ermöglicht beispielsweise Kindern mit Typ-1-Diabetes sich mit ihrem Arzt oder den Eltern rückzuversichern, wie sie in bestimmten Situationen reagieren sollten. So ist dieses Modell für die Praxis sehr relevant, denn es kann zu einer Verbesserung der Versorgung sowohl im Selbstmanagement durch den Patienten, als auch in der Mitbetreuung durch den Arzt beitragen und dies auch noch mit einer erheblichen Arbeitserleichterung.

(Es gilt das gesprochene Wort!)

Bildunterschrift: Professor Dr. Stephan Jacob, Villingen-Schwenningen
Bildquelle: Roche Diagnostics Deutschland GmbH

zuletzt bearbeitet: 13.09.2014 nach oben

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