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Wenn's in den Füßen kribbelt, sind auch die Muskeln betroffen

Abstract zum Vortrag von Professor Dr. med. Kristian Rett , Chefarzt, Abteilung Endokrinologie und Diabetologie, Krankenhaus Frankfurt-Sachsenhausen im Rahmen einer Pressekonferenz von WÖRWAG Pharma anlässlich des Diabetes Kongresses 2014, 49. Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), am 28. Mai 2014 in Berlin.

Praktische Tipps für Diabetes-Patienten mit Nervenschädigungen

Prof. Dr. med. Kristian Rett Unter Neuropathien verstehen wir fortschreitende Funktionsstörungen peripherer Nerven, die alle Fasertypen (motorisch, sensibel und vegetativ) betreffen. Die häufigste Form der diabetischen Nervenschädigung (> 80 %) ist die distal-symmetrische sensomotorische Polyneuropathie, die früher für eine Spätkomplikation des Diabetes gehalten wurde, oft aber bereits vorliegt, bevor der Diabetes erkannt wird. Wenn die diabetische Neuropathie symptomatisch geworden ist, liegt häufig bereits ein fortgeschrittenes Erkrankungsstadium mit dann begrenzten therapeutischen Möglichkeiten vor. Daher ist eine möglichst frühzeitige Diagnosestellung anzustreben. Das gilt in besonderem Maße für die motorische Schädigung, die in der Regel unbeachtet bleibt, obwohl sie im Hinblick auf die Sturzneigung eine sehr konkrete Gefahr darstellt.

So umfasst die klinische Neuropathie-Screening-Diagnostik eine jährliche Fußuntersuchung, bei der die Füße inspiziert (Hautbeschaffenheit, Fußdeformitäten, Nagelbett) und die Fußpulse palpiert und die Berührungs- und Vibrationsempfindung sowie die Kalt-Warm-Diskrimination mit einfachen Mitteln getestet und quantifiziert werden. Angesichts mehrheitlich unspezifischer Symptome (Ausfallsymptome bzw. Reizzeichen) ist hierfür die systematische Verwendung von Defizit-Scores und Symptom-Scores hilfreich. Die motorische Komponente ist nur mit technischen Untersuchungsmethoden (Pedographie bzw. MRT) erfassbar und wird daher in der Regel übersehen.

Dabei ist die Studienlage zwar überschaubar, aber eindrucksvoll und vielversprechend: So ist seit über 10 Jahren bekannt, dass im Frühstadium einer Neuropathie neben der charakteristischen Zehendeformität eine fortgeschrittene Atrophie der intrinsischen Fußmuskeln vorliegt. Dieser Fußmuskelschwund ist nach allerersten Daten sogar behandelbar.

Unter dem Begriff "Nervennahrung" wird eine ganze Reihe von Ernährungstipps werblich positioniert, von denen unter dem Aspekt der Polyneuropathie-Behandlung im Wesentlichen zwei übrig bleiben: die Vermeidung von Blutzuckerspitzen (Reduktion raffinierter und Betonung komplexer Kohlenhydrate) und die Öffnung des Pentosephosphatweges (Vitamin B1).

(Es gilt das gesprochene Wort)

Bildunterschrift: Prof. Dr. med. Kristian Rett
Bildquelle: WÖRWAG Pharma

zuletzt bearbeitet: 15.07.2014 nach oben

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