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Das nationale Wohlbefinden auf dem Prüfstand

20.000 Mecklenburger und Vorpommern werden untersucht

"Gemeinsam forschen für eine gesündere Zukunft" - das ist das Motto der Nationalen Kohorte (NAKO). Über einen Zeitraum von 20 Jahren werden 200.000 Teilnehmer zwischen 20 und 69 Jahren in 18 Studienzentren bundesweit medizinisch untersucht und zu ihren Lebensgewohnheiten und ihrem sozialem Umfeld befragt. Ziel ist es, Ursachen und Risikofaktoren für die wichtigsten Volkskrankheiten genauer zu erforschen. Das sind unter anderem Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes, Demenz und Depressionen.

In Mecklenburg-Vorpommern befindet sich eines der Studienzentren mit zwei Untersuchungsstützpunkten. Neben Neustrelitz ist das Dietrich Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg der zweite Anlaufpunkt für die nach dem Zufallsprinzip für die Studie ausgewählten Frauen und Männer. Während das Neubrandenburger Zentrum noch ausgebaut wird, werden in Neustrelitz schon die ersten Probanden auf Herz und Nieren geprüft. Die Koordination übernimmt die Universitätsmedizin Greifswald, die über langjährige Erfahrungen in der Versorgungsforschung verfügt.

Der Leiter des Instituts für Community Medicine an der Universitätsmedizin Greifswald, Prof. Wolfgang Hoffmann, ist gleichzeitig Vorstandsmitglied in der Nationalen Kohorte, der bislang größten und mit 210 Millionen Euro auch teuersten Gesundheitsstudie Deutschlands. "Unsere Erfahrungen mit der seit über zehn Jahren laufenden Gesundheitsstudie SHIP (Study of Health in Pomerania) sind zum großen Teil in die Planungen der Nationalen Kohorte eingeflossen", so Hoffmann. "Die Erkenntnisse aus der SHIP-Studie sind eine elementare Grundlage für die medizinische Forschung und auch die NAKO wird unsere Gesellschaft nachhaltig verändern."

Die NAKO befasst sich intensiv mit der Frage: Wie bleiben wir gesund und was macht uns krank? Die Wissenschaftler wollen ermitteln, wie man die Krankheiten früher erkennen und sich besser schützen kann. Auch im Studienzentrum in Neustrelitz nimmt die NAKO Fahrt auf. In den kommenden Tagen und Wochen erhalten die ersten mithilfe des Einwohnermeldeamtes zufällig ausgewählten Bürger aus Neustrelitz und Umgebung ihre Einladungen zur Teilnahme an der Studie. Im Verlauf der nächsten vier Jahre werden insgesamt 20.000 Bürger in der Region Mecklenburgische Seenplatte untersucht. Die Verantwortung dafür liegt beim Studienleiter für Nordostdeutschland, Prof. Henry Völzke, der nordostdeutschen Projektmanagerin der Studie, Sabine Schipf, dem Studienzentrum mit Carsten Jenning und Marco Ziesemer als Studienzentrumsleiter sowie den zwölf Studienteammitgliedern vor Ort in Mecklenburg-Vorpommern.

Das Untersuchungsprogramm dauert zwischen dreieinhalb und sechs Stunden und beinhaltet neben den Befragungen zur Lebensweise und zu Vorerkrankungen auch medizinische Untersuchungen. So werden zum Beispiel Größe, Gewicht, Körperzusammensetzung, Handgreifkraft, körperliche Aktivität, Zuckerstoffwechsel, Blutdruck und die Lungenfunktion gemessen. Im Labor werden Blut- und Cholesterinwerte ermittelt. Über die Untersuchungsergebnisse werden die Teilnehmer, wenn gewünscht, informiert. Nach fünf Jahren erfolgt eine zweite, nach zehn Jahren eine dritte Untersuchung.

"Der Erfolg der Studie steht und fällt mit dem Engagement der Bevölkerung. Jeder einzelne Teilnehmer trägt mit dazu bei, die Erforschung der Volkskrankheiten voran zu bringen, so dass wir langfristig eine bessere Gesundheitssituation in Deutschland haben werden. Auch wir, die Bevölkerung von Mecklenburg-Vorpommern, werden in mehreren Generationen von den Forschungsergebnissen profitieren", appellierte Prof. Henry Völzke an die Bereitschaft der ausgewählten Bürger, aktiv mitzumachen, und bat auch die Unternehmer der Region, das Anliegen zu unterstützen und Mitarbeiter für die Dauer der Untersuchungen freizustellen.

Prof. Henry Völzke dankte darüber hinaus dem Neustrelitzer Bürgermeister Andreas Grund und den Mitarbeitern der Stadtverwaltung sowie dem Dietrich Bonhoeffer Klinikum in Neubrandenburg für die tatkräftige Unterstützung bei der Etablierung der beiden Untersuchungszentren. "Wir haben vor Ort immer eine große Hilfsbereitschaft und professionelle Begleitung erfahren", betonte der Studienleiter.

Hintergrund Nationalen Kohorte

Gemeinsam forschen für eine gesündere Zukunft, das ist der Leitgedanke der Nationalen Kohorte (NAKO), der zurzeit größten Bevölkerungsstudie in Deutschland. Seit Mai 2014 werden die ersten Studienteilnehmer eingeladen. Bundesweit werden im Verlauf der nächsten Jahre 200.000 Männer und Frauen zwischen 20 und 69 Jahren in 18 Studienzentren medizinisch untersucht und nach ihren Lebensumständen befragt.

Mithilfe der gesammelten medizinischen Daten, Bioproben und Befragungsangaben der Teilnehmer werden chronische Erkrankungen, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes, Demenz und Depressionen genauer erforscht. Langfristig versprechen sich die Wissenschaftler der NAKO Antworten auf folgende Fragen: Wie entstehen diese Krankheiten? Gibt es Faktoren, die ihre Entstehung begünstigen? Welche Rolle spielen zum Beispiel unsere Gene, die Umwelteinflüsse, denen wir ausgesetzt sind oder aber unser Lebensstil? Welche Rolle spielen dabei soziale Faktoren? Können wir uns vor diesen Krankheiten schützen? Wie können diese Krankheiten frühzeitig erkannt werden? Finanziell gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, 14 Bundesländern und der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren. Weitere Informationen unter www.nationale-kohorte.de

Diese Pressemitteilung wurde über den - idw - versandt.

zuletzt bearbeitet: 07.07.2014 nach oben

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Dr. phil. Axel Hirsch

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