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Grenzen der punktuellen Blutzuckermessung im Praxisalltag und aktuelle Lösungsansätze

Abstract zum Vortrag von Dr. Jens Kröger, Hamburg, im Rahmen einer Pressekonferenz von Abbott Diabetes Care am 28. Mai 2014 anlässlich der 49. Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft in Berlin,

Ambulantes Glukose Profil vereinfacht Interpretation kontinuierlich gemessener Glukosewerte bei Diabetes

Dr. Jens Kröger Die konventionelle Blutzuckermessung erfordert von Menschen mit Diabetes viel Disziplin und Beschäftigung mit der Erkrankung, ist jedoch unerlässlich zur Beurteilung der Einstellungsqualität des Glukosestoffwechsels. Im Rahmen einer intensivierten Insulintherapie ist viermal täglich Messen und Dokumentieren das Minimum, aber auch sechs, sieben oder achtmal Messen kann unter Umständen nötig sein. Für viele Menschen mit Diabetes ein Problem, denn nicht immer lässt der Alltag eine Messung in diskreter Atmosphäre, in Ruhe und mit sauberen Fingern zu. Das Ergebnis ist zu wenige oder verfälschte Messungen, eine mangelhafte Dokumentation und daraus resultierend eine schlechte Einstellung mit der Gefahr von Langzeitschäden.

Als Innovation steht als Alternative zur Blutzuckermessung die kontinuierliche Glukosemessung (CGM) zur Verfügung. Hier besteht die Möglichkeit, Daten über längere Zeit zu erfassen und grafisch aufzuzeigen. Allerdings ist die Technik recht kostenintensiv und der Mehrwert für eventuell erforderliche Therapieanpassungen wird im Praxisalltag durch den Aufwand für die Analyse der Daten limitiert. Insbesondere die Interpretation der übereinander liegenden Tagesgrafiken stellt eine Herausforderung dar, speziell im Patientengespräch.

Eine Erleichterung bei der Dateninterpretation bietet an dieser Stelle das Ambulante Glukose Profil (AGP). Dabei werden kontinuierlich gemessene Glukosedaten statistisch aufbereitet und visualisiert und so eine Mustererkennung stark vereinfacht. Zudem sind das Ausmaß der Glukosevariabilität und daraus erforderliche Therapieanpassungen auf einen Blick zu erfassen. Bereits die Glukosedaten von 14 Tagen reichen aus, um eine 90-prozentig zuverlässige Aussage zum Glukoseverlauf der nächsten 30 Tage zu machen[*]. AGP bietet das Potential Glukoseschwankungen und -variabilität signifikant zu senken. Im Patientengespräch lassen sich auf diese Weise Probleme in der Diabeteseinstellung für den Patienten verständlich darstellen so dass Therapieanpassungen anschließend erfolgreich umsetzt werden können.

Die Dokumentation in Form von AGP ist wichtig, jedoch nur praktikabel, wenn eine echte Alternative zur routinemäßigen Blutzuckermessung ohne lästiges Stechen in den Finger und eine unkomplizierte Durchführung zur Verfügung steht. Dies würde für Patienten den Alltag stark erleichtern und behandelnden Ärzten eine deutlich bessere Grundlage für Therapieentscheidungen an die Hand geben.

(Es gilt das gesprochene Wort!)

Quelle: R. Mazze: Building the Ambulatory Glucose Profile (AGP) EASD 2013

Bildunterschrift: Dr. Jens Kröger
Bildquelle: Abbott Diabetes Care

zuletzt bearbeitet: 10.06.2014 nach oben

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