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Volkskrankheiten wie Diabetes im Fokus der Forschung

Deutschlandweit größte Gesundheitsstudie startet jetzt in Düsseldorf

Prof. Dr. Oliver Kuß, Prof. Dr. Barbara Hoffmann, der erste Proband der Nationalen Kohorte am Düsseldorfer Standort und Birgit Klüppelholz (v. li. n. re.)
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Mit dem Ziel, Ursachen und Risikofaktoren der wichtigsten Volkskrankheiten genauer zu erforschen, beginnt die Nationale Kohorte als bisher größte Bevölkerungsstudie Deutschlands jetzt auch in Düsseldorf. Das Deutsche Diabetes-Zentrum, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung, und das IUF - Leibniz-Institut für Umweltmedizinische Forschung in Düsseldorf bilden gemeinsam eines der bundesweit 18 Studienzentren. Innerhalb der nächsten vier Jahre sollen aus Düsseldorf 10.000 und bundesweit rund 200.000 Personen medizinisch untersucht und über einen Zeitraum von bis zu 20 Jahren beobachtet werden. Die persönlichen Einladungen zur Studienteilnahme werden derzeit verschickt.

Was sind die Ursachen für Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen? Wie wirkt sich der Lebensstil auf das Diabetes-Risiko aus? Welche Faktoren beeinflussen das Risiko, an Demenz und Depression zu erkranken? Diesen grundlegenden Fragen der Gesundheitsforschung wollen Wissenschaftler in der bisher einzigartigen deutschlandweiten Bevölkerungsstudie, der Nationalen Kohorte (NAKO), nachgehen.

Unter dem Motto "Gemeinsam forschen für eine gesündere Zukunft" untersuchen an bundesweit 18 Zentren Forscher die Entstehung chronischer Krankheiten wie Diabetes, Krebs, Lungen-, Demenz- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ihre Ursachen und Mechanismen sollen aufgeklärt, neue Risikofaktoren erkannt und Marker zur frühzeitigen Diagnose gezielt identifiziert werden. Über einen Zeitraum von zehn bis 20 Jahren werden die Wissenschaftler im Rahmen der NAKO in Deutschland rund 200.000 Studienteilnehmerinnen und Studienteilnehmer untersuchen und medizinisch begleiten.

DDZ und IUF bilden Düsseldorfer Studienzentrum

Das Deutsche Diabetes-Zentrum (DDZ) und das IUF - Leibniz-Institut für Umweltmedizinische Forschung bilden gemeinsam das Düsseldorfer Studienzentrum. Im Verlauf der nächsten vier Jahre sollen allein in Düsseldorf rund 10.000 Personen untersucht werden. Erste Bürgerinnen und Bürger aus Düsseldorf erhalten bereits in den nächsten Tagen und Wochen ihre Einladungen zur Studienteilnahme. Die Teilnehmerauswahl erfolgt dabei zufällig mithilfe des Einwohnermeldeamtes.

"Die Nationale Kohorte wird uns neue Ansätze und Möglichkeiten zur Bekämpfung der großen Volkskrankheiten wie Diabetes liefern. So erhält z. B. jeder fünfte Teilnehmer einen oralen Glukosetoleranztest (oGTT) zum frühzeitigen Nachweis eines Diabetes. Wir sind stolz, dass Düsseldorf Teil dieser bundesweit größten und bisher einzigartigen Studie ist", sagt Prof. Dr. Michael Roden, Wissenschaftlicher Geschäftsführer und Direktor des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ).

Das Untersuchungsprogramm dauert zwischen 2,5 und 4 Stunden und beinhaltet medizinische Untersuchungen sowie Befragungen zur Lebensweise und zu Vorerkrankungen. Größe, Gewicht, Körperzusammensetzung, Handgreifkraft, körperliche Aktivität, Zuckerstoffwechsel, Blutdruck und die Lungenfunktion werden gemessen, Blut- und Cholesterinwerte im Labor bestimmt. Die Untersuchungsergebnisse werden den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zur Verfügung gestellt. Nach vier Jahren erfolgt eine zweite Untersuchung.

"Der Erfolg der Studie steht und fällt mit dem Engagement der Bevölkerung. Jeder einzelne Teilnehmer trägt mit dazu bei, die Erforschung der Volkskrankheiten für eine bessere Gesundheitssituation in Deutschland voran zu bringen. Bereits die Teilnehmer werden von den Forschungsergebnissen profitieren", erläutert Prof. Dr. Jean Krutmann, Direktor des IUF - Leibniz-Institut für Umweltmedizinische Forschung.

Bildunterschrift: Am 4. Juni durchlief der erste Proband das Untersuchungsprogramm der Nationalen Kohorte im Düsseldorfer Studienzentrum (v. li. n. re.: Prof. Dr. Oliver Kuß, Direktor des Instituts für Biometrie und Epidemiologie am DDZ, Prof. Dr. Barbara Hoffmann, MPH, Leiterin der Arbeitsgruppe Epidemiologie des Umwelteinflusses bei Alterungsprozessen am IUF, der erste Proband der Nationalen Kohorte am Düsseldorfer Standort und Birgit Klüppelholz, Leiterin des Studienzentrums Nationale Kohorte am DDZ).
Bildquelle: Deutsches Diabetes-Zentrum (DDZ)

zuletzt bearbeitet: 06.06.2014 nach oben

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