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Die diabetische Neuropathie: unterschätzt - unterdiagnostiziert - folgenschwer

Abstract zum Vortrag von Professor Dr. med. Oliver Schnell, Geschäftsführender Vorstand, Forschergruppe Diabetes e.V., Helmholtz Zentrum München, Kurator der Deutschen Diabetes-Stiftung (DDS), im Rahmen der Pressekonferenz von der Aufklärungsinitiative "Diabetes! Hören Sie auf Ihre Füße?" am 28. Mai 2014 anlässlich 49. Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft in Berlin.

Hohes Amputationsrisiko bei Nervenschäden

Professor Dr. med. Oliver Schnell Die Prävalenz der diabetischen Neuropathie bei Patienten mit Typ-2-Diabetes wird - abhängig von Kriterien, Untersuchungsmethoden und Population - mit 13 bis 46 % angegeben. Eingeschränkte Lebensqualität, erhöhte Mortalität und ein erhöhtes Risiko für diabetisches Fußsyndrom zählen zu den gravierendsten Folgen. Die diabetische Neuropathie ist der wichtigste Risikofaktor für nichttraumatische Amputationen an den unteren Extremitäten. Wie aus Daten der KORA 4F Studie hervorgeht, ist ein extrem hoher Anteil der Patienten mit Diabetes und diabetischen Frühformen gar nicht darüber informiert, an diabetischen Nervenschäden zu leiden. Ebenso offenbart diese Studie, dass bei vielen Diabetikern zu selten die Füße untersucht werden.

Eine Informationstour der Aufkärungsinitiative "Diabetes! Hören Sie auf Ihre Füße?" fuhr zwischen Mai 2013 und April 2014 diverse Messen und Einkaufszentren an. Interessierten wurde ein kostenloser Fuß-Check durch einen Podologen angeboten, bei dem Fußpulse sowie Temperatur-, Druck- und Vibrationswahrnehmung untersucht wurden.

Die Auswertung von 706 Fuß-Checks ergab, dass nahezu die Hälfte der Untersuchten eine Neuropathie aufwies. In jedem zweiten Fall handelte es sich um eine neu entdeckte Neuropathie. Etwa vier von zehn Untersuchten zeigten Anzeichen einer Neuropathie, obwohl bei ihnen keine Diabetes-Diagnose vorlag. Neuropathien traten bei Männern und Frauen etwa gleich häufig auf, die Prävalenz stieg mit zunehmendem Alter signifikant an.

(Es gilt das gesprochene Wort!)

Bildunterschrift: Professor Dr. med. Oliver Schnell
Bildquelle: Diabetes-Portal DiabSite

zuletzt bearbeitet: 03.06.2014 nach oben

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