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Entwicklung neuer Nahrungsmittel als Strategie gegen Adipositas und Typ-2-Diabetes

Vorab-Pressekonferenz anlässlich des Diabetes Kongresses 2014

Mehr als die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland ist übergewichtig und rund 800.000 der 1,9 Millionen Jugendliche unter 18 Jahren sind krankhaft übergewichtig. Fettleibigkeit und eine Fettleber sind Hauptrisikofaktoren für die Entstehung von Diabetes Typ 2. Durch veränderte Ernährungsstrategien lässt sich Körper- und insbesondere Leberfett abbauen und dadurch auch das Auftreten und der Verlauf der Stoffwechselerkrankung erheblich beeinflussen. Wie in ihrer Zusammensetzung veränderte Nahrungsmittel dazu beitragen könnten, erläutert Professor Dr. med. Andreas Pfeiffer von der Charité Universitätsmedizin Berlin auf der Vorab-Pressekonferenz am Donnerstag, den 22. Mai 2014 im Haus der Bundespressekonferenz, Raum 0107, Schiffbauerdamm 40 in Berlin.

In Industrieländern wie Deutschland ist ein überreiches Angebot an energiereichen Nahrungsmitteln jederzeit verfügbar und insbesondere junge Menschen konsumieren häufig Fast Food, Fertiggerichte und Süßigkeiten. Diese begünstigen die Entstehung von Übergewicht und einer Fettleber. Beides zusammen lässt das Risiko, einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln, stark ansteigen. "Eine Fettleber ist eng mit dem Zuckerstoffwechsel der Leber verknüpft. Verringert sich ihr Fettanteil, verbessert sich auch die Stoffwechsellage. Der Vorteil ist, dass sich Leberfett sehr effektiv und schnell durch eine veränderte Ernährung senken lässt", erklärt Professor Dr. med. Andreas F. H. Pfeiffer, Leiter der Abteilung für Klinische Ernährung am Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) Potsdam-Rehbrücke und Leiter der Abteilung für Endokrinologie, Diabetes und Ernährung der Charité Campus Benjamin Franklin/Charité Universitätsmedizin Berlin.

Dies sei am effektivsten durch eine Kombination von negativer Energiebilanz mit niedrigem Insulinspiegel möglich. "Durch eine veränderte Ernährung kann innerhalb von drei Wochen das Leberfett im allgemeinen halbiert werden, auch wenn es zu Beginn bei 20 Prozent oder darüber, also im Bereich einer erheblichen Fettleber, liegt", erläutert Professor Pfeiffer. Für die Diabetes-Therapie gelte dasselbe. "Menschen mit Typ-2-Diabetes haben häufig eine Leberverfettung, da die Leber aus dem erhöhten Blutzuckerspiegel Fett synthetisiert". Die Fettproduktion der Leber kann jedoch durch bestimmte Nahrungsbestandteile beeinflusst werden. Hierbei spielen ungesättigte Fettsäuren, die zum Beispiel in Seefisch und Olivenöl enthalten sind, eine wichtige Rolle: Sie können den Fettsyntheseprozess hemmen. Gesättigte Fettsäuren, etwa in Butter, Sahne oder Speck enthalten, begünstigen hingegen die Entstehung einer Fettleber.

"Eine sehr effektive Gegenmaßnahme wäre eine veränderte Komposition unserer Lebensmittel: wenn wir beispielsweise die 'gute Butter' durch bestimmte pflanzliche Öle ersetzen würden", erklärt Professor Pfeiffer. Dies wäre oft ohne geschmackliche Nachteile möglich, etwa bei bislang butterreichen Backwaren. Als zweite Komponente könnte die Art des Zuckers so verändert werden, dass er weniger zu einer Fettleber beiträgt. Professor Pfeiffer ergänzt: "Wir entwickeln deshalb momentan Nahrungsmittel, die eine Verbesserung des Stoffwechsels unterstützen, auch bei bereits bestehendem Diabetes".

Informationen zum Diabetes Kongress 2014 sind im Internet unter www.diabeteskongress.de erhältlich. Kurzfilme mit Interviews und Beiträgen zum Diabetes Kongress 2014 finden Interessierte dort in der Mediathek.

zuletzt bearbeitet: 20.05.2014 nach oben

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