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Diabetes und andere Belastungen können wortwörtlich an die Nieren gehen

Dialysegerecht essen

Vorsicht vor verborgenen Phosphatquellen

Am 13. März erinnert der Weltnierentag erneut daran, dass Diabetes, Bluthochdruck und andere Belastungen mit der Zeit wortwörtlich an die Nieren gehen können. Doch trotz vielfacher Bemühungen um eine frühzeitige Erkennung, endet der Krankheitsweg für so manchen Diabetiker und Hochdruckpatienten an der Dialyse. Und spätestens ab diesem Punkt heißt es: aufgepasst bei der Lebensmittelauswahl, denn bislang harmlose Speisen können den Körper nun enorm belasten.

Neben hohen Natrium- und Kaliummengen disqualifizieren sich Nahrungsmittel für den Einzug auf einen dialysegerechten Speiseplan vor allem durch einen hohen Phosphatgehalt. Doch wie viel Phosphat in einem Nahrungsmittel steckt, lässt sich nur für natürliche Lebensmittel anhand von Nährwerttabellen ergründen. Der tatsächliche Gehalt in industriell verarbeiteten Produkten ist undurchschaubar. Dabei haben es gerade diese in sich. Phosphatverbindungen sind beliebte Zusatzstoffe in der Lebensmittelindustrie. So werden Wurst und Kochschinken hierdurch saftiger, Schmelzkäse schmelzender, Backwaren luftiger und Instantpulver rieselfähiger.

Das Etikett der Verpackung klärt zwar über die Verwendung von Phosphaten auf, die genaue Menge verschweigt es allerdings. Für Dialysepatienten ist das eine schwerwiegende Informationslücke. So kann der Phosphatgehalt von Schweinefleisch bei der Wurstherstellung dank Zusatzstoffen leicht auf das Doppelte steigen. Doch nicht nur die ungewissen Mengen machen phosphathaltige Zusatzstoffe zum Risikofaktor für Nierenkranke. Während der Körper nur etwa die Hälfte des Phosphats aus natürlichen Quellen verwerten kann, gelangen Zusatzstoffphosphate problemlos und nahezu vollständig ins Blut. Wer die Industrie häufig vorkochen lässt, erhöht seine Phosphataufnahme gut und gerne auf das Doppelte - einen Faktor, den sich Dialysepatienten kaum erlauben können.

Wer als Dialysepatient auf Nummer sicher gehen möchte, lässt Produkte mit phosphathaltigen Zusatzstoffen im Supermarktregal stehen und greift lieber zu frischen Zutaten. Die Phosphataufnahme lässt sich so leichter einschätzen und bleibt auch bei eiweißreicher Kost im Rahmen. Als Gedankenstütze und Entscheidungshilfe im Supermarkt bietet darüber hinaus der Phosphatkompass schnelle und komprimierte Informationen zu phosphatreichen Lebensmitteln sowie zu phosphathaltigen Zusatzstoffen und Zutaten. Die praktische Klappkarte fürs Portemonnaie ist im Onlineshop erhältlich.

zuletzt bearbeitet: 13.03.2014 nach oben

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