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Erstes Krankenhaus in Deutschland für die Behandlung bei Nebendiagnose Diabetes zertifiziert

Deutsche Diabetes Gesellschaft zeichnet das Jüdische Krankenhaus Berlin aus

Jährlich werden etwa zwei Millionen Diabetespatienten in einer Klinik behandelt. Sie wollen sicher sein, dass ihre Grunderkrankung kompetent berücksichtigt wird, auch wenn sie sich etwa wegen eines Eingriffs an Hüfte oder Herz in eine Klinik begeben, die über keine diabetologische Fachabteilung verfügt. Sie möchten sich darauf verlassen können, dass ihr Blutzuckerspiegel bedarfsgerecht überwacht wird, die Narkose auf ihre Diabeteserkrankung abgestimmt ist oder Notfallequipment für den Fall einer Blutzucker-Entgleisung bereit steht. Diesen Patienten bietet die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) mit dem Zertifikat "Klinik für Diabetespatienten geeignet (DDG)" ab sofort eine nützliche Orientierung: So hilft das Zertifikat Ärzten und Patienten bei der Wahl der richtigen Klinik. Als erste Einrichtung in Deutschland zertifiziert die DDG am Dienstag, 15. Oktober 2013, das Jüdische Krankenhaus Berlin.

Bei einer Behandlung im Krankenhaus ist es wichtig, bei jedem Patienten die genaue Vorgeschichte, Grunderkrankungen oder Allergien zu erfassen. Bei Menschen, die an Diabetes erkrankt sind, ist dies besonders bedeutend. Das neue Zertifikat "Klinik für Diabetespatienten geeignet (DDG)" hat das Ziel, die Qualität der Behandlung für Menschen mit der Nebendiagnose Diabetes zu verbessern und damit ein Defizit in der stationären Behandlung zu beheben. Drei der zu erfüllenden Kriterien sind besonders wichtig: Es muss ein diabetologisch versierter Arzt zur Verfügung stehen, Pflegekräfte müssen diabetologisch geschult sein und es muss gewährleistet sein, dass die Blutzuckerwerte bei jedem Patienten geprüft werden.

Als erste Klinik in Deutschland erhält das Jüdische Krankenhaus Berlin dieses Zertifikat. Peggy Meyer, Ärztliche Leiterin des Zentrums für Gastroenterologie und Diabetologie: "Wir haben an unserer Klinik ein routinemäßiges Screening auf erhöhte Glukosewerte. Bei jedem neu aufgenommenen Patienten wird sofort Blut abgenommen und die Blutzuckerwerte werden bestimmt." Damit werden nicht nur die Diabetespatienten klar identifiziert, sondern auch die, deren Diabetes bislang unentdeckt geblieben ist. Für diese Patienten bietet das Jüdische Krankenhaus Berlin auch gleich Schulungen an. "Wie man Blutzucker richtig misst, wie man die Ernährung umstellen kann oder sich selbst Insulin spritzt -all das erklären unsere Diabetesberaterinnen und Diabetesassistentinnen den Betroffenen bereits während des stationären Aufenthalts", ergänzt die Diabetologin. Hier ist die Berliner Einrichtung sogar noch besser als es die Kriterien für die Zertifizierung verlangen. Es ist wünschenswert, aber nicht Bedingung, dass eine Diabetesassistentin oder Diabetesberaterin in der Klinik beschäftigt ist.

DDG Präsident PD Dr. med. Erhard Siegel bilanziert: "Das Jüdische Krankenhaus Berlin hat eine fächerübergreifende Diabeteskompetenz. Die bereits standardisierten Abläufe sind vorbildlich. Das ist eine Klinik, die die Nebendiagnose Diabetes ihrer Patienten ernst nimmt und bestmöglich berücksichtigt." Davon profitieren vor allem die Patienten. Ein gut eingestellter Diabetes trage dazu bei, die Komplikationsraten wie Nierenversagen, Lungenentzündung und Wundheilungsstörungen zu senken, ergänzt die Ärztin.

Interessant ist das neue Zertifikat für jede Klinik und jedes Krankenhaus in Deutschland. Die zertifizierte Klinik darf den Titel "Klinik für Diabetespatienten geeignet (DDG)" für drei Jahre tragen, danach muss sie sich rezertifizieren lassen. Weitere Informationen zum Zertifikat, ein Antragsformular und eine Checkliste finden sich unter www.ddg.info oder können bei der DDG Geschäftsstelle angefordert werden.

Terminhinweis

Einladung zur Übergabe des Zertifikates "Klinik für Diabetespatienten geeignet (DDG)" durch den Geschäftsführer der Deutschen Diabetes Gesellschaft, Dr. Dietrich Garlichs.

Termin: 15. Oktober 2013, 11.00 Uhr
Ort: Jüdisches Krankenhaus Berlin
Raum: "James-Israel-Saal", Gebäude F
Anschrift: Heinz-Galinski-Straße 1, 13347 Berlin

zuletzt bearbeitet: 11.10.2013 nach oben

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