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Diabetes-Fußzentrum im Bergmannsheil erneut zertifiziert

Spezialambulanz setzt auch auf innovative Eigenbluttherapie

Behandlung im Diabetes-Fußzentrum Schlecht heilende chronische Wunden an den Füßen sind häufig auftretende Komplikationen bei Patienten mit Diabetes. Eine umfassende, fachübergreifende Versorgung dieser Patienten leistet das Diabetes-Fußzentrum am Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikum Bergmannsheil: Es wurde jetzt erneut von der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) geprüft und zertifiziert. Die Spezialambulanz der Medizinischen Klinik I (Direktor: Prof. Dr. Harald Klein) hat im Qualitätstest nachgewiesen, dass sie alle fachlichen, personellen und organisatorischen Anforderungen erfüllt, um eine hohe Behandlungsqualität nach anerkannten Standards sicherzustellen. Die erneute Zertifizierung ist gültig bis Mai 2015.

Rund 1.600 Patientenkontakte pro Jahr

Die Spezialambulanz im Bergmannsheil besteht seit fünfzehn Jahren und ist im Raum Bochum die erste ihrer Art. Pro Jahr gibt es hier rund 1.600 Behandlungen von Patienten mit diabetischem Fußsyndrom. Diabetologen, Chirurgen, Gefäßchirurgen, Radiologen, Kardiologen, Labormediziner, Podologen und orthopädische Schuhmachermeister arbeiten zusammen und stellen eine fachübergreifende, stadiengerechte Wundversorgung sicher.

Neben Maßnahmen des modernen Wundmanagements und der Infektionsbekämpfung werden auch spezielle Therapien angeboten. Dazu zählt zum Beispiel die Maden-Therapie: Dabei werden Maden der Goldfliege in geschlossenen Stoffsäckchen auf die Wunden aufgebracht, die als eine Art "Wundpolizei" abgestorbenes Gewebe schonend abtragen. Ein weiterer Ansatz, der in Bochum verfolgt wird, ist der Einsatz von humanen Wachstumsfaktoren. Sie werden aus Eigenblut der Patienten gewonnen und zur Förderung der Wundheilung und Granulation genutzt.

Dank der engen Zusammenarbeit des Fußzentrums mit dem Qualitätsnetz Diabetes Bochum-Wattenscheid-Hattingen, den diabetologischen Schwerpunktpraxen und weiteren Kooperationspartnern wurde die Versorgungssituation für Patienten mit diabetischem Fußsyndrom im Raum Bochum und Umgebung in den letzten Jahren erheblich verbessert.

DDG: 40.000 Amputationen wegen Diabetes

Nach Angaben der DDG erleidet etwa ein Viertel der über sechs Millionen Menschen mit Diabetes in Deutschland im Laufe der Erkrankung ein diabetisches Fußsyndrom. Entstehungsursachen sind unter anderem Nervenschädigungen (diabetische Neuropathie) oder Durchblutungsstörungen (periphere arterielle Verschlusskrankheit), die durch die Diabetes-Erkrankung hervorgerufen werden können. In der Folge kommt es zu Wunden an den Füßen, die sich, sofern sie nicht frühzeitig und sachgerecht versorgt werden, weiter ausbreiten können. Schlimmstenfalls droht eine Amputation. Laut der DDG sind ca 40.000 Amputationen pro Jahr, die in Deutschland vorgenommen werden, auf Diabetes zurück zu führen.

Über das Bergmannsheil

Das Berufsgenossenschaftliche Universitätsklinikum Bergmannsheil repräsentiert den Strukturwandel im Ruhrgebiet wie kein anderes Krankenhaus: 1890 als erste Unfallklinik der Welt zur Versorgung von verunglückten Bergleuten gegründet, zählt es heute zu den modernsten und leistungsfähigsten Akutkliniken der Maximalversorgung und gehört zum Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum (UK RUB). In 23 Kliniken und Fachabteilungen mit insgesamt 622 Betten werden jährlich rund 20.000 Patienten stationär und 63.000 Patienten ambulant behandelt. Mehr als die Hälfte der Patienten kommen aus dem überregionalen Einzugsbereich.

Bildunterschrift: Behandlung im Diabetes-Fußzentrum
Bildquelle: M. Gloger/Bergmannsheil

Diese Pressemitteilung wurde über den - idw - versandt.

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zuletzt bearbeitet: 13.08.2013 nach oben

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