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Die Epidemiologie der Neuropathie bei Diabetes und Prädiabetes

Abstract zum Vortrag von Prof. Dr. med. Dan Ziegler, stellvertretender Direktor am Institut für Klinische Diabetologie des Deutschen Diabetes Zentrums und an der Klinik für Stoffwechselkrankheiten des Universitätsklinikums Düsseldorf, im Rahmen der Pressekonferenz von Wörwag Pharma am 08. Mai 2013 anlässlich des Diabetes Kongresses 2013 in Leipzig.

Am häufigsten bei Menschen mit gestörtem Glukosestoffwechsel

Prof. Dr. med. Dan Ziegler Die distale symmetrische sensomotorische diabetische Polyneuropathie (DSPN) stellt ein wesentliches Gesundheitsproblem dar, das mit quälenden neuropathischen Schmerzen, erhöhter Sterblichkeit und eingeschränkter Lebensqualität verbunden ist. Zwischen 25 und 62 % der Patienten mit idiopathischer peripherer Neuropathie haben Prädiabetes. Umgekehrt leiden 11 bis 25 % der Prädiabetiker an peripherer Neuropathie und 13 bis 26 % unter neuropathischen Schmerzen.

Das Erfassen der Epidemiologie ist aufgrund methodischer Probleme schwierig. Unstimmigkeiten in der Auswahl diagnostischer Verfahren erschweren den Vergleich von Studien. Weitere Probleme entstehen durch Auswahleffekte aufgrund des Einschlusses stationär behandelter Patienten.

Diabetische Polyneuropathie betrifft schätzungsweise 30 % der stationären Patienten, 20 % der Gesamtbevölkerung und 10 % der durch Screeningverfahren erkannten Diabetiker. Chronische Schmerzen aufgrund DSPN werden bei 13 bis 26 % der Diabetiker beobachtet.

Ergebnisse von Bevölkerungsstudien zeigen, dass es ein Gefälle in der Prävalenz der Neuropathie gibt. Tatsächlich wird die größte Häufigkeit bei Patienten mit manifestem Diabetes beobachtet, gefolgt von Personen mit gestörter Glukosetoleranz, Personen mit gestörter Nüchternglukose und schließlich normoglykämischen Personen.

Die wichtigsten ätiologischen Faktoren sind schlechte Blutzuckerkontrolle, Dauer der Diabeteserkrankung, bauchbetonte Adipositas, Körpergröße, Bluthochdruck, Lebensalter, Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, Hypoinsulinämie und Dyslipidämie.

Klinische Daten lassen vermuten, dass DSPN bei Diabetikern mit einer erhöhten Mortalität verknüpft ist, es werden jedoch prospektive Bevölkerungsstudien benötigt, um diese Aussage zu bestätigen.

Bildunterschrift: Professor Dan Ziegler
Bildquelle: Wörwag Pharma GmbH & Co.KG

zuletzt bearbeitet: 26.05.2013 nach oben

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