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Vitamin-D-Mangel und Atherosklerose bei Typ-1-Diabetikern

Untersuchungen lassen bisher keinen Zusammenhang erkennen

Aktuelle Studien vorgestellt und kommentiert von Prof. Helmut Schatz

Für die Vitamin-D–Spiegel fanden sich bei ∼1.200 Typ-1–Diabetikern aus der DCCT/EDIC-Studie (Diabetes Control and Complication Trial/Epidemiology of Diabetes Interventions and Complications Study) keine Assoziationen mit atherosklerotischen Veränderungen nach 10 Jahren, weder mit dem koronaren Kalziumgehalt noch mit der Intima-Media-Dicke der A. carotis communis und interna.

M.C. Sachs et al. von der DCCT/EDIC Research Group[1] gingen von der Annahme aus, dass niedriges Vitamin D zur vorzeitigen Arteriosklerose bei Typ-1-Diabetespatienten beitragen könnte. Sie bestimmten in Serumproben von Teilnehmern am Ende der DCCT-Periode massenspektrometrisch 25-Hydroxyvitamin D sowie 1,25- und 24,25- Dihydroxyvitamin D. Der koronare Kalziumgehalt (coronary artery calcium, CAC) wurde computertomographisch nach im Mittel 10 Jahren erfasst, die Intima-Media-Dicke mit Ultraschall zweimal, nach im Mittel 4 und 10 Jahren.

Zum Zeitpunkt dieser Untersuchungen waren die Teilnehmer etwa 32 Jahre alt und der Diabetes hatte 7.5 Jahre bestanden. Entgegen der Ausgangshypothese waren Prävalenz und Ausmaß der Koronarverkalkung bei niedrigen Vitamin-D–Werten aber nicht größer, sondern tendenziell sogar geringer ausgeprägt als bei höheren Vitamin-D-Spiegeln. Auch war keiner der Vitamin-D-Metabolite mit der Intima-Media-Dicke an der Halsschlagader assoziiert.

Kommentar

JoAnn Manson vom Brigham and Women's Hospital in Boston, die Leiterin der bis 2016/2017 laufenden VITAL-Studie über die Auswirkung einer Vitamin D -Supplementierung auf kardiovaskuläre Endpunkte[2], sagte dazu: "The new findings are'nt surprising, because the research studies to date have been inconsistent and inconclusive". Sie fügte dann hinzu: "The enthusiasm for high-dose vitamin-D supplementation is far outpacing the scientific evidence… it remains far from conclusive that higher intake of vitamin D or higher blood levels of vitamin D will prevent heart disease, cancer, or other chronical illnesses".[3]

Diese Einschätzung entspricht der abwartend-zurückhaltenden Position, welche die die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie mehrfach bezogen hat.[2] Dr. Sachs, der Erstautor der Studie[1] diskutierte, dass möglicherweise die relative Jugend der Patienten die Ursache gewesen sei, dass sich noch keine stärkere Atherosklerose manifestiert hatte.

Helmut Schatz

Literatur

  1. M.C. Sachs et al.: Circulating vitamin D metabolites and subclinical atherosclerosis in type 1 diabetes. Diabetes Care published online March 25, 2013.

  2. Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie: Wirkung einer Vitamin-D-Gabe nur bei bestimmten Personengruppen und Patienten gesichert. Pressemitteilung vom 25. Januar 2012

  3. M. Busko: Low vitamin D, later CVC: Not true, in diabetes study. http://www.medscape.com/viewarticle/781876_print

zuletzt bearbeitet: 20.05.2013 nach oben

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