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Schilddrüsenerkrankungen bei Typ-1-Diabetes häufiger

Schilddrüsen-Antikörper bei Typ-1-Diabetikern früh erkennen

Menschen mit Typ-1-Diabetes leiden häufig auch unter einer Schilddrüsendysfunktion. So wiesen im Rahmen einer Studie der Universität Jena die Hälfte der Patienten mit Diabetes Typ 1 erhöhte Schilddrüsen-Antikörper auf. Eine Schilddrüsendysfunktion beeinflusst den Glukosestoffwechsel und kann den Blutzuckerspiegel aus dem Gleichgewicht bringen. Aus diesem Grund muss sie früh erkannt und behandelt werden. Unter anderem darüber diskutieren Experten beim Diabetes Kongress 2013, der 48. Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft, unter dem Motto "Forschung von heute für die Praxis von morgen" vom 8. bis 11. Mai 2013 in Leipzig.

Bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 treten gehäuft weitere sogenannte endokrine Autoimmunerkrankungen auf, darunter auch Schilddrüsendysfunktionen. "In einer Querschnittsstudie an der Universität Jena zeigte von 218 Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 die Hälfte auffällige Schilddrüsen-Antikörper", sagt PD Dr. med. Wilgard Hunger-Battefeld, Klinik für Innere Medizin III Endokrinologie/Stoffwechselerkrankungen, Universitätsklinikum Jena, Friedrich-Schiller Universität Jena.

"Bei gut einem Drittel von ihnen lag eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse vor, dabei zeigten 24 Prozent eine chronisch entzündliche Schilddrüsenerkrankung mit einer Schilddrüsenunterfunktion und sieben Prozent einen Morbus Basedow", so die Diabetologin. In den meisten Fällen traten die Schilddrüsenerkrankungen durchschnittlich 16 Jahre nach Entstehung des Diabetes Typ 1 auf. Frauen mit Diabetes Typ 1 waren mit 40 Prozent deutlich häufiger betroffen als Männer, von denen knapp ein Fünftel eine Schilddrüsenerkrankung entwickelte.

Eine chronische Schilddrüsenentzündung kann jahrelang ohne erkennbare Symptome unbemerkt bestehen. Daher sollten Menschen mit Diabetes Typ 1 einmal jährlich ihre Schilddrüsenwerte bestimmen und das kleine schmetterlingsförmige Organ am Hals untersuchen lassen. Dr. Hunger-Battefeld betont: "Eine Schilddrüsendysfunktion beeinflusst den Glukosestoffwechsel und bedarf einer Anpassung der Insulindosis: Bei einer Schilddrüsenüberfunktion kommt es zu einem Blutzuckeranstieg, wodurch die Insulindosis erhöht werden muss. Eine Unterfunktion hingegen birgt aufgrund einer erhöhten Empfindlichkeit gegenüber Insulin und der damit erforderlichen geringeren Insulindosis die Gefahr von Unterzuckerungen." Darum müssen Schilddrüsendysfunktionen so rasch wie möglich erkannt und behandelt werden. Mit der Normalisierung der Schilddrüsenfunktion stabilisiere und verbessere sich auch die Stoffwechsellage.

PD Dr. med. Wilgard Hunger-Battefeld vom Universitätsklinikum der Friedrich-Schiller-Universität Jena stellt das Thema im Rahmen der Kongress-Pressekonferenz am Freitag, den 10. Mai 2013 in Leipzig näher vor. Informationen zum Diabetes Kongress 2013 sind im Internet unter www.diabeteskongress.de erhältlich.

Kurzfilme mit Interviews und Beiträgen zum Diabetes Kongress 2013 finden Interessierte in der Videogalerie.

Literatur: W. Hunger-Battefeld et al.: Autoimmunthyreopathie bei Patienten mit Typ-1-Diabetes mellitus. Diabetologie und Stoffwechsel 2012; 7(6): 442-449 DOI: 10.1055/s-0032-1330391, https://www.thieme-connect.de/ejournals/html/10.1055/s-0032-1330391.

zuletzt bearbeitet: 24.04.2013 nach oben

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