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Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery zum Thema IGeL

Pressemitteilung: Bundesärztekammer (BÄK)

Statement des Präsidenten der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, zum Umgang mit Individuellen Gesundheitsleistungen

"Wichtig ist, dass Ärzten und Patienten seriöse Informationen zum Thema 'Individuelle Gesundheitsleitungen (IGeL)' an die Hand gegeben werden. Und wichtig ist auch, dass Ärzte verantwortungsvoll mit diesen Selbstzahlerleistungen umgehen. Deshalb informieren Bundesärztekammer und Kassenärztliche Bundesvereinigung in ihrem überarbeiteten IGeL-Ratgeber 'Selbst zahlen?' unter anderem darüber, was IGeL sind, warum gesetzlich Versicherte dafür selber zahlen müssen und auf was jeder achten sollte, der von seiner Ärztin oder seinem Arzt eine solche Leistung angeboten bekommt oder sie von sich aus wünscht. Für Ärztinnen und Ärzte, die IGeL anbieten, kann dieser Ratgeber als Leitfaden dienen.

So ist die unaufdringliche, sachliche Beratung der Patienten über Individuelle Gesundheitsleistungen und ein schriftlicher Vertragsschluss besonders wichtig. Wenn ein Arzt meint, dass eine Therapie infrage kommt, die nicht zum GKV-Leistungskatalog gehört, hat er dies dem Patienten zu erläutern. Er muss ihm Bedenkzeit geben, ob er diese individuelle Gesundheitsleistung in Anspruch nehmen will. Der Arzt darf den Patienten nicht zur Inanspruchnahme einer Leistung drängen und keine falschen Erwartungen hinsichtlich eines Erfolges einer Behandlung wecken. Und der Arzt ist verpflichtet, über die zu erwartenden Behandlungskosten aufzuklären. Der Patient muss abschließend eine transparente Rechnung auf der Grundlage der amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) erhalten.

Der Ratgeber von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung kann helfen, bei Beratung und Aufklärung Missverständnisse zu vermeiden. Zudem informiert er über rechtliche Anforderungen. Erklärtes Ziel des Ratgebers ist es, das offene Gespräch zwischen Arzt und Patient zu fördern. Denn er regt dazu an, im Arztgespräch die 'richtigen Fragen' über IGeL zu besprechen.

Mit dem IGeL-Monitor unternehmen die Krankenkassen den Versuch, Nutzen und Risiken von ausgewählten IGeL nach wissenschaftlichen Methoden zu prüfen und zu bewerten. Wünschenswert wäre es, wenn dabei mehr Transparenz in Bezug auf die eigentliche Bewertung und das Team bestünde: Welche externen Experten haben den Redakteur unterstützt? Wer war an der Recherche und Bewertung beteiligt?

Problematisch ist aus unserer Sicht auch die Bewertungs-Kategorie 'unklar'. Zum einen ist eine unklare Studienlage gemeint, die keine eindeutige Aussage zu Nutzen und Schaden einer IGeL erlaubt, zum anderen bezieht sich diese Kategorie auf das Nutzen-Schaden-Verhältnis. Es werden also zwei Sachverhalte mit dieser Bewertung beschrieben, die nicht miteinander zu vergleichen sind. Dies ist zumindest wissenschaftlich sehr fragwürdig."

Selbst zahlen? Ein Ratgeber zu Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) für Patientinnen und Patienten sowie Ärztinnen und Ärzte [PDF]

zuletzt bearbeitet: 20.03.2013 nach oben

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Dr. phil. Axel Hirsch

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